{"id":1141,"date":"2008-08-07T16:07:05","date_gmt":"2008-08-07T14:07:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/?p=1141"},"modified":"2008-08-07T16:07:05","modified_gmt":"2008-08-07T14:07:05","slug":"krimirezensionen-fur-blogs-die-kunst-des-lesens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=1141","title":{"rendered":"Krimirezensionen f\u00fcr Blogs: Die Kunst des Lesens"},"content":{"rendered":"<div align=\"center\"><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/images\/ap_30279_virra_Willems_Brille_lesen.jpg\"><br \/>\nBildquelle: <a style=\"text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.aboutpixel.de\" target=\"_blank\">aboutpixel.de<\/a> \/\t<a style=\"text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.aboutpixel.de\/index.php4?toppage=imagedetails&amp;image_id=30279\" target=\"_blank\">Willems Brille<\/a> \u00a9 <a style=\"text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.aboutpixel.de\/index.php4?toppage=imagebank&amp;subpage=member&amp;user_id=13582\" target=\"_blank\">Marion Habel<\/a><\/div>\n<p><em>In unserer kleinen Doku-Soap \u00e2\u20ac\u017eKrimirezensionen f\u00fcr Blogs\u00e2\u20ac\u0153 soll es heute um eine Besch\u00e4ftigung gehen, die leider viel zu kurz kommt: Das Lesen. <\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;In Deutschland ist die Lust am Streit unterentwickelt&#8220;<\/em>, behauptete Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier unl\u00e4ngst  im <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,567038,00.html\">&rarr; &#8222;Spiegel&#8220;<\/a>. <em>&#8222;Es regiert die Liebe zum Kompromiss.&#8220;<\/em>Und:<em>&#8222;Die polemische und subjektive Art der Blogs passe (&#8230;) schlecht ins heimelige Bild&#8220;<\/em> \u00e2\u20ac\u201c so wird Niggemeier zitiert. Noch schlimmer sieht es aus, wenn man auf den Zustand der Literaturkritik schaut \u00e2\u20ac\u201c zumindest sieht Andreas \u00d6hler das so in seiner sehr treffenden <a href=\"http:\/\/www.merkur.de\/2008_32_Lob_des_Verrisses.29509.0.html?&#038;no_cache=1\">&rarr; Bestandsaufnahme \u00fcber die Zunft der Kritiker<\/a>. So stellt er fest:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u00e2\u20ac\u017eDass wir \u00e4sthetische Ma\u00dfst\u00e4be jedoch nicht f\u00fcr so sakrosankt halten wie technische, hat nicht nur damit zu tun, dass \u00e4sthetische Regeln keinem Naturgesetz unterworfen sind. Der Gemeinplatz \u00e2\u20ac\u017e\u00dcber Geschmack l\u00e4sst sich streiten\u00e2\u20ac\u0153 hat verdr\u00e4ngt, was gute Literaturkritik ausmacht und ihr in ihren Sternstunden ihren Glanz verleiht: die F\u00e4higkeit, mit Geschmack zu streiten: (&#8230;).&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><br \/>\nAussagen, die sich auch auf die kriminalliterarische Kritik herunter brechen lassen. Polemisch und subjektiv \u00e2\u20ac\u201c zwei Eigenschaften, die sich in der feuilletonistischen Kritik an Kriminalromanen eher selten finden. Die Lust zur Kontroverse ist so gut wie tot und die F\u00e4higkeit, mit Geschmack zu streiten, ist den Kritikern abhanden gekommen. Oder erinnern Sie sich an einen wirklich gro\u00dfen, \u00f6ffentlichen und mit Leidenschaft gef\u00fchrten Disput zwischen mehreren Kritikern in den letzten Jahren?<\/p>\n<p>\u00d6hler formuliert den Ausweg aus dem Dilemma so: <\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Wenn die Literaturkritik als m\u00fchselig erstrittene, aufkl\u00e4rerische Errungenschaft bei aller Marginalisierung durch eine auf Zerstreuung und Unterhaltung ausgerichteten Kultur einen gewissen Stellenwert behalten soll, m\u00fcssen sich Kritiker wieder auf ihre Urteilskraft besinnen und die B\u00fccher mit dem kalten Auge der Vernunft lesen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>So stringent \u00d6hler in seiner Argumentation ist, so fehlt jedoch ein entscheidender Hinweis: Wodurch sind Kritiker bef\u00e4higt, ein Urteil zu f\u00e4llen? Woraus speist sich die Urteilskraft, auf die wir uns besinnen sollen? Die Antworten auf diese Fragen sind nicht einfach. Auf jeden Fall gibt es eine Grundlage, ohne die jede Kritik \u00e2\u20ac\u201c oder das, was sich daf\u00fcr h\u00e4lt \u00e2\u20ac\u201c zusammenbricht: Wissen. Was vielen Kritikern \u00e2\u20ac\u201c ob nun in der Literaturkritik des Feuilleton oder bei den \u00e2\u20ac\u017eAmateuren\u00e2\u20ac\u0153 in Blogs \u00e2\u20ac\u201c abgeht, ist ein umfangreiches Wissen \u00fcber das Genre. Wer kann schon auf eine Lese-  und Lebenserfahrung zur\u00fcckblicken, wie sie etwa ein Thomas W\u00f6rtche mit einem <a href=\"http:\/\/www.libelle.ch\/backlist\/905707212.html\">&rarr; Vierteljahrhundert Besch\u00e4ftigung<\/a> mit Kriminalliteratur vorweisen kann? Es reicht nicht, die fr\u00fchen Klassiker \u00e2\u20ac\u201c welche sollen das \u00fcberhaupt sein? \u00e2\u20ac\u201c gelesen zu haben. Es reicht auch nicht, sich durch die aktuellen Neuerscheinungen zu lesen. <\/p>\n<p>Der Ratschlag, wer ein guter Autor werden m\u00f6chte, solle vor allem lesen, lesen, lesen, gilt nat\u00fcrlich erst recht f\u00fcr einen (angehenden) Kritiker. Umfassende Lekt\u00fcreerfahrung ist der erste Grundstock, um zu Urteilen \u00fcber Kriminalliteratur f\u00e4hig zu sein. Das klingt banal, sagen Sie? Offensichtlich ist es so banal, dass es leider immer wieder vergessen wird.  Dabei geht es nicht nur darum, \u00e2\u20ac\u017eKrimis\u00e2\u20ac\u0153 zu lesen, selbstverst\u00e4ndlich muss auch ein grundlegendes Wissen \u00fcber andere \u00e2\u20ac\u017eLiteraturen\u00e2\u20ac\u0153, andere \u00e2\u20ac\u017eGenres\u00e2\u20ac\u0153 vorhanden sein. <em>&#8222;Wer nur von Krimis was versteht, versteht auch von Krimis nichts&#8220;<\/em> \u00e2\u20ac\u201c dieser <a href=\"http:\/\/www.krimi-couch.de\/krimis\/thomas-woertche.html\">&rarr; Satz<\/a> von Thomas W\u00f6rtche gilt mehr denn je. <\/p>\n<p><strong>\u00dcbung<\/strong><br \/>\nStelle Dir Deine pers\u00f6nliche Leseliste zusammen: Welche Autoren und Autorinnen hast Du gelesen? Welche B\u00fccher haben Dich besonders beeindruck, welche waren besonders gut, welche schlecht? Wenn Du es bisher nicht getan hast, lege Dir ein Lesejournal oder Lesetagebuch an. Notiere Autor, Buch, Inhalt und Deine Eindr\u00fccke. Blogs eigenen sich daf\u00fcr \u00fcbrigens sehr gut. Dabei geht es zun\u00e4chst gar nicht darum, eine fertige Rezension zu schreiben \u00e2\u20ac\u201c sammle vielmehr Deine Leseeindr\u00fccke und halte sie fest. Baue Dir Deinen Grundstock an \u00e2\u20ac\u017eKrimiwissen\u00e2\u20ac\u0153 auf. Treibe Dich auch in anderen Genres herum, lese quer, lese viel und f\u00fchre Tagebuch dar\u00fcber. <\/p>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Diese Doku-Soap erhebt nicht den Anspruch, eine Kritikerausbildung zu sein oder ein Literaturstudium zu ersetzen. Sie ist \u00e2\u20ac\u0153ergebnisoffen\u00e2\u20ac\u0153 und ziellos. Sie ist staubtrocken und \u00f6de, damit k\u00fcnftige Krimirezensenten gleich merken, was sie in ihrem Traumberuf erwartet. F\u00fcr eventuelle Sch\u00e4den ist der Autor nicht haftbar zu machen.<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><em>In unserer kleinen Doku-Soap \u00e2\u20ac\u017eKrimirezensionen f\u00fcr Blogs\u00e2\u20ac\u0153 soll es heute um eine Besch\u00e4ftigung gehen, die leider viel zu kurz kommt: Das Lesen. <\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;In Deutschland ist die Lust am Streit unterentwickelt&#8220;<\/em>, behauptete Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier unl\u00e4ngst  im <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,567038,00.html\">&rarr; &#8222;Spiegel&#8220;<\/a>. <em>&#8222;Es regiert die Liebe zum Kompromiss.&#8220;<\/em>Und:<em>&#8222;Die polemische und subjektive Art der Blogs passe (&#8230;) schlecht ins heimelige Bild&#8220; \u00e2\u20ac\u201c so wird Niggemeier zitiert. 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