{"id":149,"date":"2005-06-03T11:35:19","date_gmt":"2005-06-03T09:35:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/?p=149"},"modified":"2005-06-03T11:35:19","modified_gmt":"2005-06-03T09:35:19","slug":"wahre-worte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=149","title":{"rendered":"Wahre Worte"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>&#8222;Meine Meinung, deutsche Autoren seien weniger professionell als angloamerikanische, ist ein subjektiver Eindruck, und du hast objektiv sicherlich Recht. Es geht mir aber um die Attit\u00fcde. Ich verstehe, ehrlich gesagt, Autoren nicht, die frank und frei schwafeln, es ginge ihnen \u00fcberhaupt nicht um Literatur, sondern \u00e2\u20ac\u017enur\u00e2\u20ac\u0153 um Unterhaltung. Ich verstehe sie deshalb nicht, weil ich es einen Frevel finde, sein Handwerkszeug geringzusch\u00e4tzen, die Sprache n\u00e4mlich. Nat\u00fcrlich geht es um Unterhaltung, in der Literatur geht es immer um Unterhaltung. Aber wenn ich mir dieses Steckenpferdeln und Heimwerkern so anschaue, dieses gedankenlose Zusammenbosseln von Versatzst\u00fccken, ohne Ambition, das Optimale herauszuholen (man kann dabei scheitern, das ist sogar ehrenvoll!) &#8211; nee, bitte nicht. <\/em><br \/>\ndpr im <a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/watching_the_detectives\/index.php\" target=\"_blank\">Hinternet-Weblog<\/a>:  <a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2005\/06\/literarische-krimis-eine-diskussion.php\" target=\"_blank\">Literarische Krimis &#8211; eine Diskussion<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>\nUnser gesch\u00e4tzter Krimischullehrer dpr hat es mal wieder auf den Punkt gebracht: Es geht um Sprache.  In diesem Punkt hat er meine volle Zustimmung. <\/p>\n<p>Probleme habe ich allerdings mit seiner (zugegeben versteckten, aber dennoch einfachen) Behauptung Literatur sei gute Literatur, wenn sie ihre entsprechende Zielgruppe erreiche. Ergo: &#8222;Gute Zeiten &#8211; Schlechte Zeiten&#8220; oder &#8222;Verliebt in Berlin&#8220; ist gutes Fernsehen, weil es seine Zielgruppe erreicht? Nee, danke!<\/p>\n<p> In meinen Augen reduziert dies den Begriff der Literatur dann doch zu sehr auf das Handwerk, das K\u00f6nnen. Mir ist das zu wenig. Da w\u00e4re dann zum Beispiel die Frage, welche &#8222;Zielgruppe&#8220; ein (im Artikel erw\u00e4hnter) Thomas Mann im Auge gehabt h\u00e4tte. Die b\u00fcrgerlichen Intellektuellen? Die L\u00fcbecker Kaufleute? Hat er \u00fcberhaupt einen Gedanken daran verschwendet, f\u00fcr <strong>wen<\/strong> er schreibt? Wie oft denken Autor\/innen an ihre Leser\/innen? Was ist dann mit dem Drang des &#8222;Schreiben-M\u00fcssens&#8220;, des &#8222;sich-artikulieren-wollens&#8220;, nur heraus mit Gef\u00fchlen und Gedanken, gepresst in das, was wir Sprache nennen. Expressivit\u00e4t total. Alleine das Beherrschen von literarischem Handwerk macht eben noch keine gute Literatur. Und was ist, wenn vielleicht eine &#8222;falsche&#8220; Zielgruppe erreicht wird? Haben Sj\u00f6wahl\/Wahl\u00f6\u00f6 mit ihren Sozio-Krimis wirklich die Massen von einfachen Arbeitern erreicht, oder waren sie doch eher die Lieblinge der linksliberalen Intellektuellen in den 70er Jahren? Hat sich auch nur ein einfacher, schwedischer Polizist in den Romanen wieder erkannt &#8211; oder kannte er sie gar nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Meine Meinung, deutsche Autoren seien weniger professionell als angloamerikanische, ist ein subjektiver Eindruck, und du hast objektiv sicherlich Recht. Es geht mir aber um die Attit\u00fcde. Ich verstehe, ehrlich gesagt, Autoren nicht, die frank und frei schwafeln, es ginge ihnen \u00fcberhaupt nicht um Literatur, sondern \u00e2\u20ac\u017enur\u00e2\u20ac\u0153 um Unterhaltung. 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