{"id":1605,"date":"2008-12-29T18:24:56","date_gmt":"2008-12-29T17:24:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/?p=1605"},"modified":"2008-12-29T18:24:56","modified_gmt":"2008-12-29T17:24:56","slug":"twitter-das-gespenst-der-belanglosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=1605","title":{"rendered":"Twitter: Das Gespenst der Belanglosigkeit"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/images\/whatareyoudoing.jpg\" style=\"float: right; margin-left: 15px;\" alt=\"Twitter What are you doing\" \/>In den USA und in Kanada wird es von Autoren, Verlagen und Kritikern schon genutzt, in Deutschland schaut man eher abwartend zu: <a href=\"http:\/\/twitter.com\/\">&rarr; Twittern<\/a>. Das \u00e2\u20ac\u017eZwitschern\u00e2\u20ac\u0153 wird im englischsprachigen Raum als interessantes Kommunikationswerkzeug genutzt, durch das unter anderem Leser auch direkt mit &#8222;ihren&#8220; Autoren, Kritikern oder Verlagen in Kontakt treten k\u00f6nnen. Ob sich dieser Dienst auch im deutschsprachigen Literaturbetrieb durchsetzen kann, bleibt fraglich. Die Angst vor dem Schreckgespenst &#8222;Belanglosigkeit&#8220; mag da in vielen K\u00f6pfen spuken, vielleicht sind es aber auch nur einfach fehlende Informationen. Dabei k\u00f6nnte auch der deutsche Literaturbetrieb davon profitieren.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWer sich durch die Webseiten der Publikumsverlage klickt, wird erstaunt sein. Das, was man gemeinhin mit Anwendungen des so genannten Web 2.0 verbindet, sucht man in der Regel vergebens. Versuchen Sie mal spa\u00dfeshalber RSS-Feeds von Verlagen zu abonnieren, um zum Beispiel \u00fcber Neuerscheinungen auf dem Laufenden zu bleiben. Es d\u00fcrfte schwierig werden, denn fast alle Verlage setzen immer noch auf Newsletter, die dann ungelesen in den Papierk\u00f6rben oder Spam-Ordnern ihrer Empf\u00e4nger landen. Nun ist es fraglich, ob jemand, der schon keine RSS-Feeds auf die Reihe bekommt, es schaffen wird, sich in der munter schwatzende Twitter-Welt zurechtzufinden. Dabei ist Twitter nat\u00fcrlich kein Ersatz oder eine Alternative zu einem RSS-Feed, auch wenn manche gro\u00dfe Medienh\u00e4user wie <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/dienste\/0,1518,597402,00.html\">&rarr; Spiegel Online<\/a> das wohl so sehen. <strong>Nein, Twitter ist eine M\u00f6glichkeit, direkt, unmittelbar, offen, kurz und gleichberechtigt miteinander zu kommunizieren \u00e2\u20ac\u201c das muss man dann schon wollen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Was aber ist \u00fcberhaupt Twitter?<\/strong> Ein Microblogging-Dienst, in dem man als angemeldeter Nutzer Kurznachrichten, die so genannten &#8222;Tweets&#8220;, anderer Twitterer &#8222;verfolgen&#8220; (follow) kann und in dem man wiederum an andere angemeldete Nutzer seine eigenen &#8222;Tweets&#8220; verschickt. In der Regel geschieht dies in einer \u00f6ffentlichen &#8222;Timeline&#8220;. Man kann allerdings auch direkt &#8222;private&#8220; Tweets an andere Nutzer schicken, die dann nur der jeweilige Empf\u00e4nger lesen kann. Alle Tweets haben eine maximalle L\u00e4nge von <strong>140 Zeichen<\/strong>. Jeder Nutzer entscheidet selbst, von welchen anderen Nutzern er die Tweets empfangen m\u00f6chte. Ein einfaches Grundprinzip also. Hinzu kommen mehr oder weniger n\u00fctzlich Erg\u00e4nzungen. So kann man zum Beispiel einen Tweet mit einem Schlagwort \u00e2\u20ac\u201c einem Hashtag \u00e2\u20ac\u201c versehen. Oder per Widget die eigenen Tweets auf sein Blog oder seine Internetseite stellen. Alle wichtigen Befehle kann man hier nachlesen. <\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/images\/twitter_logo.png\" style=\"float: left; margin-right: 15px;\" alt=\"Twitter\" \/>Zugegeben: Am Anfang \u00fcberwog auch bei mir die Skepsis gegen\u00fcber Twitter. Warum sollte mich das &#8222;Gezwitschere&#8220; oder &#8222;Geschnattere&#8220; anderer Leute interessieren? Genauso k\u00f6nnte ich aber auch fragen, warum mich Blogs anderer Leute interessieren sollten? Spannend sind die Tweets selbst, die mal ein Kommentar zur Befindlichkeit sein k\u00f6nnen (\u00fcberraschenderweise gibt es die aber selten), mal k\u00f6nnen es Linkhinweise sein, mal einfach die Feststellung, dass man dieses oder jenes getan, gelesen, geh\u00f6rt oder gesehen hat. Die Mischung der eigenen Timeline, in der man die Tweets anderer Nutzer verfolgt, macht es attraktiv und lesenswert. Bestimmte Dinge bekommen auf einmal eine ganz andere Relevanz, wecken Neugier oder laden zum Widerspruch ein. Dazu gibt es die M\u00f6glichkeit, per SMS zu twittern \u00e2\u20ac\u201c man kann also auch von unterwegs Nachrichten ins Netz stellen, Reaktionen bekommen oder auf andere reagieren. <\/p>\n<p><strong>Und was sollte das nun Autoren, Lesern oder Verlagen bringen?<\/strong> Nichts, jedenfalls nicht, wenn man \u00e2\u20ac\u201c vor allem als Verlag &#8211; nur mit dem Eurozeichen in den Augen vor dem Rechner sitzt.  Wie so manche Angebote im Netz machen sie erstmal nur Spa\u00df: Als Autor etwa informiert man seine Leser einfach \u00fcber den Alltag am Schreibtisch, als Leser gibt man Hinweise auf interessante Diskussionen oder Artikel \u00e2\u20ac\u201c und als Verlag k\u00f6nnte man, wenn man denn wollte, Einblicke in die eigene Arbeit geben oder nat\u00fcrlich ganz platt auf die monatlichen Neuerscheinungen hinweisen. Wie man den Dienst nutzt, bleibt letztlich jedem selbst und vor allem der eigenen Kreativit\u00e4t \u00fcberlassen. Auf jeden Fall \u00fcbt er aber die Kurzform (140 Zeichen!).<\/p>\n<p>Neulich war in einem Blog zu lesen, dass Twittern wohl das Bloggen ersetzen w\u00fcrde und das sei doch sehr \u00e4rmlich. Da lag eindeutig ein Missverst\u00e4ndnis vor. Nat\u00fcrlich ersetzt Twitter nicht die Blogs. Aber es kann zu ihnen hinf\u00fchren oder als Plattform f\u00fcr eine Diskussion zu einzelnen Blogs oder Blogbeitr\u00e4gen dienen. Twittern ist ein gefiltert-ungefilterter Strom von Nachrichten, aus dem man sich die, die einen interessieren, herauspicken kann. Das ist nicht nur f\u00fcr Leser interessant, sondern auch f\u00fcr Autoren oder Verlage. N\u00e4her kommst Du n\u00e4mlich kaum an Deine Leute \u00e2\u20ac\u201c sprich Zielgruppe &#8211;  ran \u00e2\u20ac\u201c au\u00dfer vielleicht auf Buchmessen oder bei Lesungen. Ob das Potential jedoch bei den Verantwortlichen gesehen wird, bleibt fraglich. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/twitter.com\/krimiblogger\">&rarr; Folge mir &#8211; bei Twitter<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den USA und Kanada wird es von Autoren, Verlagen und Kritikern schon genutzt, in Deutschland schaut man eher abwartend zu: <a href=\"http:\/\/twitter.com\/\">&rarr; Twittern<\/a>. Das \u00e2\u20ac\u017eZwitschern\u00e2\u20ac\u0153 wird im englischsprachigen Raum als interessantes Kommunikationswerkzeug genutzt, durch das unter anderem Leser auch direkt mit &#8222;ihren&#8220; Autoren, Kritikern oder Verlagen in Kontakt treten k\u00f6nnen. Ob sich dieser Dienst auch im deutschsprachigen Literaturbetrieb durchsetzen kann, bleibt fraglich. Die Angst vor dem Schreckgespenst &#8222;Belanglosigkeit&#8220; mag da in vielen K\u00f6pfen spuken, vielleicht sind es aber auch nur einfach fehlende Informationen. 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