{"id":175,"date":"2005-06-30T17:54:03","date_gmt":"2005-06-30T15:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/?p=175"},"modified":"2005-06-30T17:54:03","modified_gmt":"2005-06-30T15:54:03","slug":"spaghetti-kritiker","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=175","title":{"rendered":"Spaghetti-Kritiker"},"content":{"rendered":"<p>Im <a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2005\/06\/einige-abschweifungen-nach-lektuere-eines-woertcheartikels.php\">&rarr; Hinternet Weblog <\/a>geht dpr auf den Artikel <a href=\"http:\/\/www.kaliber38.de\/woertche\/spaghetti.htm\">&rarr; &#8222;Nach dem Erfolg kommt die Spaghettisierung&#8220; <\/a>von Thomas W\u00f6rtche ein, der zun\u00e4chst unter der \u00dcberschrift &#8222;(K)ein Markt f\u00fcr Krimis&#8220; im aktuellen Krimi Spezial der Buchkultur erschienen ist. W\u00f6rtches d\u00fcstere Prognose:<br \/>\n <!--more--><\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Aber vielleicht heisst die derzeitige Phase einfach: f\u00fcr zuviel Erfolg muss man bezahlen. Und der Preis ist: Beliebig geworden zu sein. Beliebig evasiv. Dann w\u00e4re allm\u00e4hlich das f\u00e4llig, was bei \u00bbliterarischen Reihen\u00ab immer passiert: Auf Etablierung folgt Destruktion, Spaghettisierung, m\u00f6glicherweise v\u00f6llige Aufl\u00f6sung und allm\u00e4hlich ein Neuaufbau mit ver\u00e4nderten Parametern. Die einzige Gefahr, die dann \u00bbvom Markt\u00ab ausgeht, besteht darin, dass er keine Nischen mehr hat f\u00fcr Kriminalliteratur, denn in denen wuchern mittlerweile parallele Evasiv-Produktlinien (Fantasy etc.).&#8220; <\/em><br \/>\nThomas W\u00f6rtche\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Es sind die Romanklone, die W\u00f6rtche Sorgen machen. Jene Romanklone, die wie Pilze aus dem Boden schie\u00dfen, ist ersteinmal ein m\u00f6glicher Trend in der Kriminalliteratur erkannt oder absehbar. Gl\u00fccklicherweise traut W\u00f6rtche solchen Prognosen nicht und dpr schlie\u00dft sich ihm da an.  Seine Forderung:<\/p>\n<blockquote><p><em>Die Kritiker? Genau! Die Kritiker! Die sollte es wenigstens betreffen. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass Kritiker gro\u00dfen Einfluss auf \u00e2\u20ac\u017eden\u00e2\u20ac\u0153 Markt aus\u00fcben k\u00f6nnten. Aber es w\u00e4re ihre Pflicht, auf die Klone und Epigonen, die schlamperten und im Grunde an Literatur desinteressierten Autoren und ihre Produkte hinzuweisen, sie nach allen Regeln der Kunst auseinander zu nehmen, Dekonstruktion at ist best, und dann wieder als das zusammenzusetzen, was sie recht eigentlich sind: Schrott.<\/em><br \/>\ndpr im Hinternet\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun loben erfahrungsgem\u00e4\u00df Kritiker &#8211; selbst die guten &#8211; bevorzugt, als Verrisse zu schreiben. Nat\u00fcrlich m\u00f6chten sie den Leserinnen und Lesern lieber die nach ihrem Wissen besseren oder besten Krimis empfehlen, als sich \u00fcber all die Klone und all der Schrott auszulassen, der monatlich in die Buchhandlungen schwappt. Nur mal so als Vorstellung: Tobias Gohlis schreibt eine Reihe f\u00fcr die ZEIT \u00fcber Elizabeth George, Martha Grimes, Donna Leon, Ann Granger und Minette Walters.  Thomas W\u00f6rtche wird dazu verdonnert, regelm\u00e4\u00dfig die Neuerscheinung aus dem Hause Gmeiner zu besprechen. Andreas Ammer muss entsprechend ein sechsteiliges Radiofeature \u00fcber den Hamburger Regionalkrimi produzieren, darf also Autoren wie Petra Oelker, Virginia Doyle und Boris Meyn verwurschten. Will man dies? Will ich dies? Nein, danke &#8211; das haben Gohlis, W\u00f6rtche und Ammer nun wahrlich nicht verdient!<\/p>\n<p>Die Kritiker und die (wenigen) Kritikerinnen sollen mir schon die Guten ins T\u00f6pfchen werfen und die Schlechten&#8230;,  naja. Ab und zu ein heftiger Verriss ist willkommen, aber wem w\u00fcrde es helfen, den Schrott mit noch mehr Geschreibe dar\u00fcber weiter zu puschen? Das beantwortet nicht die Frage, warum in den deutschen Feuilletonredaktionen so viel Un- und Halbwissen \u00fcber Kriminalliteratur besteht. Auf ein schauriges Beispiel hatte ich erst vor ein paar Tagen <a href=\"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/?p=163\">&rarr; hingewiesen<\/a>. Zu dem Zeitpunkt war mir nicht klar, dass die Dame, die diesen Unsinn verzapft hat, sogar mal stellvertrende Chefredakteurin von &#8222;Petra&#8220; und &#8222;Brigitte&#8220; war (okay, keine Hochkulturzeitschriften, aber zumindest die &#8222;Brigitte&#8220; hat Einfluss auf die Auswahl der Romanlekt\u00fcre ihrer Leserinnen). Kein Einzelfall, bl\u00e4ttert man regelm\u00e4\u00dfig durch &#8222;Welt&#8220;, &#8222;S\u00fcddeutsche&#8220; oder &#8211; in Bezug auf Kriminalliteratur eine abolute Nullnummer &#8211; den &#8222;Spiegel&#8220;.  Das es dringend mehr und bessere Krimikritiker\/innen bedarf &#8211; diese Forderung unterst\u00fctze ich voll und ganz. Ebenso eine vern\u00fcnftige und gescheite Krimizeitschrift. Danach rufe ich ja schon seit Jahren&#8230;<\/p>\n<p>Aber: Ein Anfang ist gemacht. Die <a href=\"http:\/\/www.arte-tv.com\/de\/kunst-musik\/buchtipps\/KrimiWelt\/KrimiWelt\/910660,CmC=905154.html\">&rarr; KrimiWelt-Bestenliste <\/a>ist immerhin ein zartes und vielversprechendes Pfl\u00e4nzchen in der d\u00fcsteren Sumpf- und Dumpflandschaft des deutschen Feuilletons. Mit viel Liebe und Geduld und Zuspruch, wer wei\u00df, vielleicht \u00e4ndert sich ja doch noch etwas. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im &rarr; Hinternet Weblog geht dpr auf den Artikel &rarr; &#8222;Nach dem Erfolg kommt die Spaghettisierung&#8220; von Thomas W\u00f6rtche ein, der zun\u00e4chst unter der \u00dcberschrift &#8222;(K)ein Markt f\u00fcr Krimis&#8220; im aktuellen Krimi Spezial der Buchkultur erschienen ist. 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