{"id":202,"date":"2005-07-19T12:05:49","date_gmt":"2005-07-19T10:05:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/?p=202"},"modified":"2012-08-14T10:47:44","modified_gmt":"2012-08-14T08:47:44","slug":"joseph-hansen-portrait","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=202","title":{"rendered":"&#8222;The finest thing&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/images\/joseph_hansen.jpg\" align=\"left\" hspace=\"5\" alt=\"Joseph Hansen\" \/ \/> <strong>Zur Erinnerung an Joseph Hansen an seinem 82. Geburtstag<\/strong><\/p>\n<p> &#8222;Das Foto von Roger Baker, aufgenommen 1980 in London, mag ich. Es zeigt einen gl\u00fccklichen Mann.&#8220; &#8211; so beschrieb Joseph Hansen das abgebildete Schwarzwei\u00df-Portr\u00e4t in einer E-Mail. Das Foto wurde aufgenommen als Joe &#8211; wie er von Freunden und Bekannten genannt wurde &#8211; 57 Jahre alt war. Damals konnte er auf erste Erfolge als Autor zur\u00fcckblicken. Ein Jahr zuvor war sein f\u00fcnfter Dave-Brandstetter-Krimi &#8222;Skinflick&#8220; (dt. Verkaufte Haut \/ Nabelschau) erschienen, den Kritiker f\u00fcr einen der Besten aus der Serie halten. Die Brandstetter-Krimis haben Hansen bekannt, wenn auch nicht ber\u00fchmt gemacht. F\u00fcr die Anerkennung als Autor musste er lange k\u00e4mpfen, finanzielle Durststrecken \u00fcberstehen und immer wieder, auch literarisch, Kompromisse eingehen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Joseph Hansen war ein Junge vom Land. Am 19. Juli 1923 in Aberdeen, South Dakota, geboren, war Joseph das dritte und letzte Kind seiner Eltern Alma und Henry Hansen. Sein Vater, Kind norwegischer Einwanderer, bestritt den Lebensunterhalt seiner Familie mit einem Schuhgesch\u00e4ft. Zwei Geschwister, die erstgeborene Tochter Louise und der Bruder Bob geh\u00f6rten ebenfalls zur Familie. Als 1932 die gro\u00dfe Depression in den USA w\u00fctete, musste Josephs Vater sein Gesch\u00e4ft schlie\u00dfen. F\u00fcr die Familie begann eine Odyssee: Drei Jahre lebten sie in Minneapolis mit wechselnden Wohnsitz, oft in sch\u00e4bigen Apartments oder G\u00e4stezimmern. 1936 erfolgte dann der Umzug nach Kalifornien. Wenn die Familie in Minneapolis schon hungern musste, im sonnigen Kalifornien brauchten sie wenigstens nicht zu frieren, erinnerte sich Joseph. <\/p>\n<p>Nach einem kurzen Aufenthalt bei der mittlerweile verheirateten Schwester siedelte Joseph mit seinen Eltern nach Pasadena \u00fcber. Hier verbrachte er seine Jugendjahre. In seinem Chorleiter Raymond Hill fand der junge Joseph einen ersten Mentor, der seine Begabung f\u00fcr Musik f\u00f6rderte. Eine tief-religi\u00f6se Phase sowie die Entdeckung der eigenen Homosexualit\u00e4t bestimmten diese Jahre. Die Verbindung zwischen Sexualit\u00e4t und \u00fcbersteigerter Religiosit\u00e4t ist ein Thema, das Joseph sp\u00e4ter als Autor in einigen seiner Romane aufarbeiten sollte. <\/p>\n<p><strong>Die Schule der Freunde<\/strong><\/p>\n<p>Neue, weltgewandte Freunde, die Joseph ab 1939 auf dem Pasadena Junior College kennen lernte, f\u00fchrten ihn, den Landburschen, in die Welt der Literatur ein. Zusammen verbrachten sie Nachmittage am Strand, redeten \u00fcber Gott und die Welt. Joseph schrieb f\u00fcr die Sch\u00fclerzeitung und trat in Schulauff\u00fchrungen auf. Mit einem Aushilfsjob in einer Bibliothek verdiente er sich ein kleines Taschengeld, das er vor allem in B\u00fccher anlegte. Literatur als St\u00fctze bei der Selbstfindung: Ralph Waldo Emersons Essay &#8222;Selbstvertrauen&#8220; und Walt Whitmans &#8222;Grashalme&#8220; halfen dem jungen Joseph, die \u00c4ngste vor dem eigenen Schwulsein abzubauen.<\/p>\n<p>In Robert Ben Ali, einem Regisseur und sp\u00e4teren Schauspieler, fand er seinen ersten schwulen Freund. Joseph schrieb \u00fcber ihn: &#8222;Er war mehr als ein Liebhaber, er war Mentor, Berater, Tr\u00f6ster, ein faszinierender Redner, der mir die T\u00fcren in die Welten von Homer und Sokrates, von James Joyce und Jean Cocteau, von Rimbaud und Baudelaire, in die Musik von Eric Satie und Igor Stravinsky (&#8230;) \u00f6ffnete. Mit meinen Freunden habe ich lebenslang Gl\u00fcck gehabt. Sie waren meine Universit\u00e4t &#8211; die einzige die ich hatte und haben wollte.&#8220;<\/p>\n<p>Drei Jahre dauerte die Beziehung zu Ben Ali. 1943 zog Joseph Hansen nach Hollywood, nachdem er eine Anstellung in einer Buchhandlung gefunden hatte. Zun\u00e4chst sahen sich die beiden M\u00e4nner an jedem Wochenende, doch dann zerbrach ihre Beziehung. Hansen lernte seine sp\u00e4tere Frau kennen. &#8222;An einem Samstagmorgen kam eine junge Frau mit dem Namen Jane Bancroft in den Buchladen, sah mich, als ich mit einen Arm voll B\u00fccher den Gang hinaufging und beschloss &#8211; aus Gr\u00fcnden die mir bis heute verborgen geblieben sind &#8211; das ich der Junge f\u00fcr sie bin.&#8220; Kurze Zeit sp\u00e4ter, im August 1943, heirateten Jane und Joseph. Ein kleines Apartment in Hollywood war ihr erstes Zuhause. Zur gleichen Zeit konnte Joseph erste, bescheidene Erfolge als Autor verbuchen und einen Artikel an eine Zeitschrift verkaufen. Im Juli 1944 wurde Tochter Barbara geboren. <\/p>\n<p><strong>Eine r\u00e4tselhafte Frau<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/images\/lostontwilight.jpg\" align=\"right\" hspace=\"5\" alt=\"Lost on Twilight Road\" \/> Erste Erz\u00e4hlungen, die Hansen verfasst hatte, wurden von Verlagen und Zeitschriften abgelehnt. Um seine junge Familie \u00fcber Wasser halten zu k\u00f6nnen nahm er verschiedene Jobs an. Er arbeitete als Folk-S\u00e4nger, trat im Radio auf und schlug sich als Lexika-Verk\u00e4ufer durch. Eine Ganztagsstelle als Schreibkraft bei Technicolor sorgte schlie\u00dflich f\u00fcr das bescheidene Auskommen. 1951 bezog die Familie ein kleines Haus in Hollywood Hill, ein Geschenk von Janes Mutter. 1956 folgten weitere Ver\u00f6ffentlichungen: Die Zeitschrift &#8222;New Yorker&#8220; kaufte mehrere Gedichte von ihm. Ein brauchbares Zubrot, das zum \u00dcberleben alleine nicht gereicht h\u00e4tte. Also vermieten die Hansens Zimmer an eine Freundin und ihre Kinder.<\/p>\n<p>Gemeinsam siedelten sie 1957 in ein gr\u00f6\u00dferes Haus im S\u00fcdwesten von Los Angeles um. Bis zum Tode seiner Frau Jane 1994 lebte Joseph Hansen dort. Seinen Job bei Technicolor h\u00e4ngte Hansen 1961 an den Nagel. Er wollte sich wieder verst\u00e4rkt dem Schreiben widmen. Zu dieser Zeit arbeitete er als Autor, sp\u00e4ter als Herausgeber, der Zeitschrift &#8222;ONE&#8220;, einem Magazin der fr\u00fchen Schwulenbewegung. Gr\u00fcnder und erster Herausgeber war Don Slater,  \u00fcber den Hansen sp\u00e4ter die kurze Biografie &#8222;A Few Doors West of Hope &#8211; The Life and Times of Dauntless Don Slater&#8220; verfasste. Um \u00c4rger mit den Beh\u00f6rden zu vermeiden legte sich jeder Autor des Magazins ein Pseudonym zu. So wurde aus Joseph Hansen James Colton. Unter diesem Pseudonym schrieb er Erz\u00e4hlungen, 1964 folgte dann die erste Buchver\u00f6ffentlichung.  &#8222;&#8230;ich schickte das zerfledderte Manuskript an Les Aday, der (&#8230;) billige Pornoheftchen herausgab. Er gab dem Roman einen r\u00fchrseligen Titel, Lost on Twilight Road, w\u00e4hlte &#8211; r\u00e4tselhafterweise &#8211; f\u00fcr das Cover eine nackte Frau, und hatte die Nerven, das Buch zu drucken. So war ich, wenn auch in bescheidenem Rahmen, ein ver\u00f6ffentlichter Buchautor.&#8220;<\/p>\n<p>In den kommenden Jahren schrieb Hansen unter seinem Pseudonym James Colton acht weitere B\u00fccher. Wenn auch literarisch eher minderwertig und der Geldnot gezollt, so zeichnen sich in diesen fr\u00fchen Romanen doch schon Themen ab, die auch in Hansens sp\u00e4terem Werk von Bedeutung waren. Etwa Liebesbeziehung zwischen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe. Unter seinen James-Colton-B\u00fcchern findet sich auch sein erster Krimi &#8222;Known Homosexual&#8220;, dem er auf Anweisung seines Verlegers, Sexstellen hinzuf\u00fcgen musste. In sp\u00e4teren Ausgaben des Romans (1977 unter dem Titel &#8222;Stranger To Himself&#8220;, 1984 unter dem Titel &#8222;Pretty Boy Dead&#8220;) konnte Hansen diese Stellen wieder herausstreichen. <\/p>\n<p><strong>Sensationsl\u00fcstern oder gar nicht<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/images\/fadout_uk.jpg\"  align=\"left\" hspace=\"5\" alt=\"Fadeout - UK Ausgabe\" \/>1970 erschien &#8222;Fadeout&#8220;, der erste Fall mit dem sympathischen, eleganten und scharfsinnigen Versicherungsdetektiv Dave Brandstetter aus Los Angeles. Brandstetter ist schwul, was seinem Autor den Ruf einbrachte &#8222;Vorreiter der schwulen Kriminalliteratur&#8220; zu sein. Ob dieses Urteil gerechtfertigt ist, mag dahin gestellt bleiben &#8211; schwule Hauptcharaktere gab es im Kriminalroman schon vor Dave Brandstetter &#8211; die zentrale Innovation, die Hansen einleitete, ist die realistische Darstellung von Homosexualit\u00e4t im popul\u00e4ren Genre Krimi.<\/p>\n<p>&#8222;Homosexuelle wurden in Kriminalromanen gemeinhin sch\u00e4big behandelt &#8211; verleumdet, bemitleidet, im besten Falle herablassend. Das ist weder gerecht noch ehrlich. Als ich 1967 begann &#8222;Fadout&#8220; zu schreiben, wollte ich einen guten, schl\u00fcssigen Krimi schreiben, doch ich wollte auch einige Dinge gerade r\u00fccken. Was die Allgemeinheit \u00fcber Homosexuelle sagt ist falsch. So hatte ich Freude dran, in meinem Roman Klischees und Stereotype auf den Kopf zu stellen. Es war einfach. Den Rezensionen entnahm ich, das es funktionierte.&#8220; <\/p>\n<p>Hansen ist kein Prediger oder Moralist &#8211; er ist ein Aufkl\u00e4rer. Sein schwuler Brandstetter erm\u00f6glicht der breiten Masse  heterosexueller Leser klare und eindeutige Einblicke in das Leben von Schwulen. Das Genre Krimi mit seinen Spannungselementen sorgt dabei f\u00fcr einen leichten Zugang. Die Aussage, die er durch Dave Brandstetter trifft, war allerdings f\u00fcr die damalige Zeit weltersch\u00fctternd: Homosexuelle sind nicht anders als andere Menschen auch. Klingt simpel, war damals jedoch ein Affront: Ganze drei Jahre brauchte Hansen, bis sein Buch &#8222;Fadeout&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde. &#8222;Verleger reagierten misstrauisch gegen\u00fcber meinem Versuch, mich einem Thema n\u00fcchtern und selbstbewusst zu n\u00e4hern, das nach allen Ma\u00dfst\u00e4ben sensationsl\u00fcstern oder gar nicht behandelt werden sollte.&#8220; <\/p>\n<p><strong>Der Wahrheit verpflichtet<\/strong><\/p>\n<p> <img src=\"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/images\/fadeout_2004.jpg\" align=\"right\" hspace=\"5\" alt=\"Fadout Neuausgabe\" \/>Trotz der Anf\u00e4nge einer Schwulenbewegung, trotz der &#8222;Stonewall&#8220;-Unruhen von 1969 &#8211; Homosexualit\u00e4t war immer noch ein Tabuthema. Brandstetter verleiht Schwulen im Krimi zum ersten Mal ein echtes und ehrliches Gesicht. So geh\u00f6rte auch eine gewisse Portion Mut dazu, einen solchen Roman 1970 zu ver\u00f6ffentlichen. Es war Joan Kahn, legend\u00e4re Herausgeberin der Krimis beim gro\u00dfen New Yorker Verlag Harper &#038; Row, die diesen Mut aufbrachte. Hansen gelang mit &#8222;Fadeout&#8220; der literarische Durchbruch. Die Kritiken waren positiv, doch das Buch verkaufte sich schleppend. Zudem setzten bei Hansen Zweifel an seiner Schreibf\u00e4higkeit ein. &#8222;Die Arbeit an &#8222;Death Claims&#8220; (Anm.: Der zweite Dave-Brandstetter-Krimi) ging langsam voran, doch schlie\u00dflich zeigte es sich, dass ich mir keine Sorgen um den Aufbau der Geschichte machen musste. Ich hatte den Dreh raus. Wof\u00fcr ich kein Gesp\u00fcr hatte, war Geld damit zu verdienen.&#8220; Finanziell erfolgreicher als seine ersten Brandstetter-Krimis waren zwei &#8222;Gothic-Novels&#8220;, die unter dem Pseudonym Rose Brock ver\u00f6ffentlicht wurden: &#8222;Tarn House&#8220; von 1971 und &#8222;Longleaf&#8220; aus dem Jahre 1974. <\/p>\n<p>Doch Hansen blieb seiner Figur Brandstetter und seiner, wie er es nennt, &#8222;Verpflichtung gegen\u00fcber der Wahrheit&#8220; treu. Bis 1991 erschienen insgesamt zw\u00f6lf Brandstetter-Romane und ein Band mit Erz\u00e4hlungen. Auff\u00e4llig ist dabei nicht nur Hansens Darstellung der Homosexualit\u00e4t, seine knappe, unpr\u00e4tenti\u00f6se Prosa in der Tradition der &#8222;hardboiled School&#8220;, sein kultivierter Realismus, seine geschliffene und ironischen Dialoge, die das Erz\u00e4hltempo der Romane vorgeben &#8211; Hansen hat auch ein Gesp\u00fcr f\u00fcr gesellschaftliche und politische Themen. Ob religi\u00f6ser Fanatismus (&#8222;Skinflick&#8220;, 1979), Aids (&#8222;Early Graves&#8220;, 1987) oder Konfrontationen unterschiedlicher Kulturen (&#8222;Obedience&#8220;, 1988) &#8211; in seinen Brandstetter-Romanen finden sich diese Themen aufbereitet. Im letzten Band der Reihe, &#8222;A Country of Old Men&#8220; (1991, 1992 ausgezeichnet mit dem Lambda-Award), stirbt der mittlerweile \u00fcber 70 Jahre alte Brandstetter einen Alterstod. Hansen f\u00fchrt daf\u00fcr mehrere Gr\u00fcnde an: Er hatte alles gesagt, was es zu Brandstetter zu sagen gab, au\u00dferdem w\u00e4re es unrealistisch, einen solchen alten Mann noch auf Verbrecherjagd zu schicken. <\/p>\n<p><strong>Von Schauspielern und Schriftstellern<\/strong><\/p>\n<p>Neben seinen Brandstetter-Romanen hatte Hansen Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre bereits an anderen Themen gearbeitet. Zudem gab er Schreibkurse, unter anderem an der UCLA, und leitete Workshops. 1982 erschien &#8222;Backtrack&#8220;, ein Krimi au\u00dferhalb der Brandstetter-Reihe, geschrieben in der Ich-Form. Darin erz\u00e4hlt Joseph Hansen die Geschichte des jungen Alan, der die Umst\u00e4nde des angeblichen Selbstmords seines Freundes Eric Tarr, einem Schauspieler, kl\u00e4ren will. Hansen hatte zun\u00e4chst Schwierigkeiten, einen Verlag f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung zu finden. Es folgten weitere Romane, darunter &#8222;Job#s Year&#8220; (1983), den Hansen als sein wichtigstes Buch betrachtet. Wesentlich st\u00e4rker als in seinen Brandstetter-Romanen arbeitet Hansen hier eigene, biografische Aspekte auf. Er erz\u00e4hlt die Geschichte des erfolglosen Schauspielers Oliver Jewett, der am Sterbebett seiner Schwester sein bisheriges Leben Revue passieren l\u00e4sst. Der Roman ist ein bedr\u00fcckendes, stilles, gleichzeitig aber auch ironisch-gebrochenes Portr\u00e4t. <\/p>\n<p>1988 ver\u00f6ffentlichte Hansen einen Band mit Erz\u00e4hlungen, die eine Mischung aus Western und Krimi darstellen. &#8222;Bohannon&#8217;s Book&#8220; bildet den Auftakt zu einer Reihe um den Ex-Sheriff Hack Bohannon. Die Erz\u00e4hlungen sind vor allem Erinnerungen an Hansens Kinderjahre und eine Hommage an die fr\u00fchen Westernhelden. 1993 folgte mit &#8222;Living Upstairs&#8220; schlie\u00dflich der Auftakt zu einer &#8222;Coming-of-Age&#8220;-Reihe um den jungen, angehenden Schriftsteller Nathan Reed. Die B\u00e4nde &#8222;Jack of Hearts&#8220; (1994) und &#8222;The Cutbank Path&#8220; (2002) geh\u00f6ren ebenfalls zu dieser Serie, die einen seltenen und lebendigen Einblick in das schwule Leben der 40er und 50er Jahre erm\u00f6glichen. Eine Thematik, die bislang kaum literarisch bearbeitet wurde, in Hansen findet sie einen w\u00fcrdigen und glaubhaften Chronisten. <\/p>\n<p>Nach dem Tod seiner Frau Jane 1994 und einer schweren Erkrankung lebte Hansen seit 1995 verarmt bei Schulfreunden in Laguna Beach. Hoffnungen auf den Verkauf von Film- und Fernsehrechten f\u00fcr seine Dave-Brandstetter-Krimis keimten zwar immer wieder auf, blieben aber f\u00fcr ihn letztlich Illusionen. Dennoch gab Hansen &#8211; von seiner Lungenkrankheit schwer gezeichnet &#8211; nicht auf: Neben seiner Arbeit an einem weiteren Nathan-Reed-Roman ver\u00f6ffentlichte Hansen 2002 den Essay &#8222;Flapjacks&#8220; in der von Bruce Shenitz herausgegebenen Anthologie &#8222;The Man I Might Become: Gay Men Write About Their Fathers&#8220;.  Als wacher und kritischer Begleiter aktueller Ereignisse zeigt sich Hansen auch in seinem Weblog, das er bis kurz vor seinem Tode f\u00fchrte. In einem Rundschreiben an einige Freunde und Bekannte schrieb Hansen im Dezember 2003 &#8222;I thought that to be a writer was the finest thing a mortal could be. I&#8217;ve long since learned the world doesn&#8217;t necessarily concur.&#8220;<\/p>\n<p>Am 24. November 2004 starb Joseph Hansen an den Folgen eines Herzinfarktes in Laguna Beach. <\/p>\n<p align=\"right\"><em>&#8211; leicht \u00fcberarbeitete Archiv-Fassung- <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Erinnerung an Joseph Hansen an seinem 82. Geburtstag &#8222;Das Foto von Roger Baker, aufgenommen 1980 in London, mag ich. Es zeigt einen gl\u00fccklichen Mann.&#8220; &#8211; so beschrieb Joseph Hansen das abgebildete Schwarzwei\u00df-Portr\u00e4t in einer E-Mail. 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