{"id":2207,"date":"2009-02-05T11:58:27","date_gmt":"2009-02-05T10:58:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/?p=2207"},"modified":"2009-02-05T11:58:27","modified_gmt":"2009-02-05T10:58:27","slug":"frisch-vom-kiosk","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=2207","title":{"rendered":"Frisch vom Kiosk"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/freitag_neu.jpg\" style=\"float: right; margin-left: 15px;\" alt=\"Freitag\"><br \/>\n<strong>Presseschau: Relaunch der Wochenzeitung &#8222;der Freitag&#8220; \/ Neues Kulturmagazin &#8222;Cargo&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Ein alter Bekannter im neuen Gewand und ein Frischling warten seit heute am Zeitungskiosk. <strong>&#8222;der Freitag &#8211; das Meinungsmagazin&#8220; <\/strong>hat unter der F\u00fchrung von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jakob_Augstein\">&rarr; Jakob Augstein<\/a>, Sohn des SPIEGEL-Herausgebers Rudolf Augstein, eine neue Ausrichtung und Optik bekommen. Wie viele andere Print-Titel auch suchen die Berliner Redakteure ihr Heil in der Verkn\u00fcpfung von Wochenzeitung und Internet. Schwerpunkt des <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/\">&rarr; neugestalteten Internetauftritts<\/a> ist die <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/community\">&rarr; &#8222;Community&#8220;<\/a>, in der registrierte Leser ein eigenes Blog f\u00fchren k\u00f6nnen und Artikel der Redakteure und Mitblogger kommentieren k\u00f6nnen. Und da ja alle Zeitungen seit einiger Zeit glauben, sie m\u00fcssten auch noch auf den trendigen Video-Zug (Bewegtbild! Bewegtbild! Bewegtbild!) aufspringen, begr\u00fc\u00dft der Verleger seine Leser auf der Internetseite nicht mit einem geschriebenen Editorial sondern per Videobotschaft.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nKernaussage: Der &#8222;Freitag&#8220; wird zur Mitmach-Zeitung, wohl begr\u00fcndete Blogartikel der Leserschaft schaffen es auch in die gedruckte Ausgabe. Da sind sie dann doch wieder, die alten journalistischen Denkmuster, die Hierarchien zwischen Print und Online, bei denen Print immer als das qualitativ bessere Medium gilt. All die Online-Aktivit\u00e4ten des &#8222;Freitags&#8220; bekommen da einen faden Beigeschmack. Als Blogger frage ich mich schon, welchen Anreiz es geben sollte von meinem Medium in das der Papierwelt zu wechseln? Da n\u00fctzt auch das ganze Redesign und Aufh\u00fcbschen (und ja, sowohl Internetauftritt wie auch Papierausgabe sind sch\u00f6n) gar nichts. Das in der Online-Community ausgerechnet ein Artikel \u00fcber Make-Up bei M\u00e4nnern derzeit der meistkommentierte Artikel beim &#8222;Freitag&#8220; ist, k\u00f6nnte man, wenn man wollte, als schlechtes Vorzeichen sehen.<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/cargo_heft1.jpg\" style=\"float: left; margin-right: 15px;\" alt=\"Cargo\"> Kein Relaunch sondern eine Neuerscheinung ist das Magazin <strong>&#8222;Cargo. Film \/ Medien \/ Kultur&#8220;<\/strong>, dessen erste Ausgabe seit heute &#8211; rechtzeitig zur &#8222;Berlinale&#8220; &#8211; an den Kiosken zu haben ist. Die viertelj\u00e4hrlich erscheinende Zeitschrift legt den <strong>Schwerpunkt auf Film,<\/strong> was man beim ersten Durchbl\u00e4ttern \u00fcberhaupt nicht erwarten w\u00fcrde. Denn im Gegesatz zu den g\u00e4ngigen Filmzeitschriften liefert &#8222;Cargo&#8220; viel, viel Text und geht daf\u00fcr wohl\u00fcberlegt mit Bildern um. Das ist nicht nur entspannend, weil es der Bilderflut unserer Kultur einen klugen Kontrapunkt entgegensetzt, es ist auch von den Redakteuren sehr mutig. Wer startet schon in Zeiten von YouTube.com und sevenload.de ausgerechnet einen Print-Titel zum Thema Film? Wo doch alle Journalisten glauben, sie m\u00fcssten im Internet so etwas wie Fernsehen machen? Anders im Magazin &#8222;Cargo&#8220;, in dem Bilder sparsam eingesetzt werden. Vor soviel Chuzpe muss man einfach den Hut ziehen, zumal die Autoren und Herausgeber, unter denen sich <strong>Ekkehard Kn\u00f6rer<\/strong> findet, der als Kritiker auch in Krimikreisen bekannt ist, ein H\u00e4ndchen f\u00fcr kluge und fundierte Texte haben. Leitgedanke dabei ist der Film als <em>&#8222;Schl\u00fcssel zu unserem Leben in Gesellschaft und Gemeinschaft (und in der Geschichte), ein allgegenw\u00e4rtiges Medium, das in Bildern, T\u00f6nen, Schnitten, Gesichtern, K\u00f6rpern denkt, das uns unterh\u00e4lt und erregt, immer wieder gro\u00dfe Erlebnisse verschafft und uns mit der Welt verbindet.&#8220;<\/em> &#8211; wie es im Editorial (geschrieben, nicht gefilmt) hei\u00dft. Gerade deshalb wissen die Redakteure um die Macht der Bilder &#8211; und der Texte.<\/p>\n<p>Das zeigt auch die <a href=\"http:\/\/www.cargo-film.de\/\">&rarr; Internetseite<\/a>, die es zu dem Magazin gibt und die v\u00f6llig unaufgeregt zur Diskussion und nicht zum aufgehypten Mitmach-Mischmasch einl\u00e4dt. Im Blog des Magazins k\u00f6nnen selbstverst\u00e4ndlich die Eintr\u00e4ge der Redakteure kommentiert werden. Und nat\u00fcrlich verzichtet auch der Internetauftritt von &#8222;Cargo&#8220; nicht auf multimediale Inhalte &#8211; was bei einem Magazin mit dem Schwerpunkt Film auch albern w\u00e4re. Aber: Die Redakteure wissen sehr genau, wie sie mit welchem medialen Formen umgehen, wie sie sie einsetzen k\u00f6nnen. Hier ist Kulturjournalismus am Werk, der den Blick sch\u00e4rft auf Neues, Unbekanntes, Gro\u00dfartiges und Abwegiges. Viel Erfolg daf\u00fcr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein alter Bekannter im neuen Gewand und ein Frischling warten seit heute am Zeitungskiosk. <strong>&#8222;der Freitag &#8211; das Meinungsmagazin&#8220; <\/strong>hat unter der F\u00fchrung von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jakob_Augstein\">&rarr; Jakob Augstein<\/a>, Sohn des SPIEGEL-Herausgebers Rudolf Augstein, eine neue Ausrichtung und Optik bekommen. Wie viele andere Print-Titel auch suchen die Berliner Redakteure ihr Heil in der Verkn\u00fcpfung von Wochenzeitung und Internet. Schwerpunkt des <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/\">&rarr; neugestalteten Internetauftritts<\/a> ist die <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/community\">&rarr; &#8222;Community&#8220;<\/a> in der registrierte Leser ein eigenes Blog f\u00fchren k\u00f6nnen und Artikel der Redakteure und Mitblogger kommentieren k\u00f6nnen. 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