{"id":2392,"date":"2009-03-23T22:24:46","date_gmt":"2009-03-23T21:24:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/?p=2392"},"modified":"2009-03-23T22:24:46","modified_gmt":"2009-03-23T21:24:46","slug":"interview-mit-michael-connelly","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=2392","title":{"rendered":"&#8222;Wie Bilder von Hieronymus Bosch&#8220;"},"content":{"rendered":"<div align=\"center\"><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/michael_connelly_2009_250.jpg\" alt=\"Michael Connelly. Photo by Ludger Menke\"><\/div>\n<p><strong>Ein Interview mit Michael Connelly<br \/>\nVon Ludger Menke<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt Romanhelden, die begleiten einen als Leser f\u00fcr lange Zeit. <strong>Hieronymus \u00e2\u20ac\u0153Harry\u00e2\u20ac\u0153 Bosch<\/strong>, Ermittler bei der Polizei von Los Angeles, ist so ein Held. Erfunden hat ihn <strong>Michael Connelly<\/strong>, der zu den erfolgreichsten Autoren in den USA z\u00e4hlt. Geboren wurde Connelly 1956 in Philadelphia. Der Autor kam \u00fcber  seinen Beruf als Kriminalreporter zum Schreiben von fiktiven Kriminalf\u00e4llen. Darin mag ein Grund liegen, <strong>warum seine Romane als gut recherchiert und realistisch gelten<\/strong>. Doch Connelly ist es auch gelungen, mit seinem Helden Harry Bosch einen sehr beliebten Polizisten zu erfinden. Bei uns ist gerade der Roman <strong>\u00e2\u20ac\u0153Echo Park\u00e2\u20ac\u0153<\/strong>, der zw\u00f6lfte Krimi mit Harry, erschienen. Ich hatte die Gelegenheit zu einem Gespr\u00e4ch mit dem Autor, dessen Romane sich immer mehr zu einem gro\u00dfen Gesamtbild zusammenf\u00fcgen, und der im Interview ausf\u00fchrlich Auskunft nicht nur \u00fcber seine Figur Harry Bosch gibt.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong> <em>Mr. Connelly, einer ihrer Hauptcharaktere ist Hieronymus \u00e2\u20ac\u0153Harry\u00e2\u20ac\u0153 Bosch. Seit dem Roman \u00e2\u20ac\u0153The Closers\u00e2\u20ac\u0153 (2005, dt.: \u00e2\u20ac\u0153Vergessene Stimmen\u00e2\u20ac\u0153) arbeitet er in der Abteilung \u00e2\u20ac\u0153Offen \u00e2\u20ac\u201c Ungel\u00f6st\u00e2\u20ac\u0153 an sogenannten \u00e2\u20ac\u0153cold cases\u00e2\u20ac\u0153, also Kriminalf\u00e4llen, die sich vor l\u00e4nger Zeit ereignet haben und immer noch nicht aufgekl\u00e4rt sind. Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Romane, die sich mit solchen \u00e2\u20ac\u0153cold cases\u00e2\u20ac\u0153 besch\u00e4ftigen. Was denken Sie, warum  interessieren sich immer mehr Leser f\u00fcr solche F\u00e4lle?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Ich glaube, es gibt zwei Gr\u00fcnde f\u00fcr dieses Interesse des Publikums. Niemand ist erfreut \u00fcber den Gedanken, dass ein T\u00e4ter mit seinem Verbrechen davon kommt, besonders nicht bei Mord. Darum ist die Vorstellung, dass es spezielle Polizeieinheiten gibt, die bestimmte F\u00e4higkeiten haben und die von den Erkenntnissen der Wissenschaft profitieren, um alte F\u00e4llen aufzukl\u00e4ren, f\u00fcr das Publikum befriedigend. Das viele Autoren \u00fcber \u00e2\u20ac\u0153cold cases\u00e2\u20ac\u0153 schreiben, mag auch daran liegen, dass Krimiautoren der Popularit\u00e4t von echten F\u00e4llen und realen Polizeigeschichten folgen. Polizeieinheiten \u00fcberall auf der Welt gehen diesen \u00e2\u20ac\u0153cold cases\u00e2\u20ac\u0153 nach. <\/p>\n<p>Von meinem Standpunkt als Autor aus erlauben mir die \u00e2\u20ac\u0153cold cases\u00e2\u20ac\u0153, in der Zeit zur\u00fcckzugehen. Normalerweise geschieht ein Verbrechen und dann wird direkt danach ermittelt. Bei den \u00e2\u20ac\u0153cold cases\u00e2\u20ac\u0153 ist es anders \u00e2\u20ac\u201c es ist eher wie eine anthropologische Studie. Man kann zur\u00fcckschauen und \u00fcber einen Ort zu einer bestimmten Zeit schreiben. In \u00e2\u20ac\u0153Echo Park\u00e2\u20ac\u0153 habe ich das nicht so ausgiebig getan, aber immerhin beginnt das Buch in 1993 und es gibt Hinweise auf (Bill) Clinton, der gerade gew\u00e4hlt worden war und \u00e4hnliche Dinge. Es ist immer faszinierend f\u00fcr einen Autor zur\u00fcckzugehen oder zur\u00fcckzuschauen. Der Roman davor, in dem Harry zur Einheit \u00e2\u20ac\u0153Offen \u00e2\u20ac\u201c Ungel\u00f6st\u00e2\u20ac\u0153 kam \u00e2\u20ac\u201c The Closers \u00e2\u20ac\u201c erlaubte es mir, zwischen zwei verschiedenen Zeitebenen in Los Angeles hin und her zu wechseln und die jeweiligen Orte zur jeweiligen Zeit zu beschreiben. Aus Sicht des Schriftstellers ist das sehr interessant. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong> <em>Val McDermid hat mir einmal erz\u00e4hlt, dass sie es schwierig findet, \u00fcber aktuelle Polizeiarbeit zu schreiben, denn die Ermittlungsarbeit sei sehr technisch geworden. Sehen Sie das auch so?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> F\u00fcr mich hat das immer etwas von einer Schaufensterdekoration. Gerade die visuellen K\u00fcnste st\u00fcrzen sich ja darauf. Es ist ja auch interessant, dass zu sehen. Eine solche Darstellung  der Technik kann eine Geschichte vorw\u00e4rts treiben. Zum Beispiel bei einer TV-Serie, da hast Du nur eine Stunde und Du musst Deine Antworten schnell bekommen. Dank der Fortschritte zum Beispiel in der Forensik geht das. Aber wenn Du ein Buch schreibst, dann schreibst Du \u00fcber eine Figur. Die Verbindung zwischen dem Leser und Deinem Buch \u00e2\u20ac\u201c das ist die Figur. Es geht nicht um die Technik und all die anderen Dinge, die ihm zur Verf\u00fcgung stehen. Ich habe das nie als ein Hindernis f\u00fcr mich gesehen. Ich benutze es einfach. Ich schreibe doch haupts\u00e4chlich \u00fcber einen Kerl, der eher zur\u00fcckliegt, der all diese technischen Neuerungen skeptisch betrachtet, der n\u00f6rgelt, wenn er sie benutzen muss. Immerhin hat er jetzt ein Handy. Im n\u00e4chsten Buch wird er einen iPod haben. Man kann sagen, dass er sich n\u00f6rgelnd der neuen Technik n\u00e4hert und sie beherrscht, sie bleibt ihm aber suspekt. Das macht ihn in meinen Augen interessant. Ihm ist die Beinarbeit lieber, er geht lieber hinaus und findet die Hinweise selbst, als einen Typen in der Forensik anzurufen, der ihm dann sagt \u00e2\u20ac\u0153Die DNA verr\u00e4t dieses oder jenes.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Ich achte immer mehr auf meine Charaktere, bin mir aber bewusst, dass es all diese Technik gibt und sie wertvoll sein kann. Aber sie bleibt eine Randerscheinung, sie hat nicht im Vordergrund zu stehen. <\/p>\n<p><strong>\u00e2\u20ac\u0153Es kommt auf jeden Einzelnen an\u00e2\u20ac\u0153<\/strong><br \/>\n<img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/echo_park_michael_connelly.jpg\" style=\"float: right; margin-left: 15px;\" alt=\"Echo Park\"><br \/>\n<strong>krimiblog.de:<\/strong> <em>In \u00e2\u20ac\u0153Echo Park\u00e2\u20ac\u0153finden sich verschiedenen Anspielungen auf reale Begebenheiten. Sie haben bereits Clinton erw\u00e4hnt, im Roman gibt es weiterhin eine Anspielung auf die Unruhen in Los Angeles nach dem Rodney-King-Fall 1992. Wie wichtig sind f\u00fcr Sie als Autor solche realen Vorf\u00e4lle oder echte Kriminalf\u00e4lle?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Ich kann die Frage nur f\u00fcr mich pers\u00f6nlich beantworten. Das ist wichtig, denn ich war Reporter, als diese Unruhen passierten und mein Anliegen ist es, so akkurat wie m\u00f6glich \u00fcber die Ereignisse und die Stadt zu schreiben. Auch wenn sich die Unruhen 1992 und 93 ereigneten, sind sie nach wie vor f\u00fcr eine Gruppe von Menschen, die damals dort lebten, sehr wichtig. Sie sind wie eine Narbe, mit der die Menschen leben m\u00fcssen. Daher wollte ich im Buch eine bestimmte Pr\u00e4senz dieser Ereignisse haben. Au\u00dferdem blicke ich auch auf meine eigenen Erfahrungen zur\u00fcck, denn ich habe damals als Reporter \u00fcber die Unruhen berichtet. Also nimmst Du das, was sich in Deinen Gedanken abspielst und packst es in ein Buch. <\/p>\n<p>Ich habe ein gro\u00dfes Geschenk bekommen, denn ich kann \u00fcber die Figur Harry Bosch nun schon seit zwanzig Jahren schreiben. Er ist in Echt-Zeit \u00e4lter geworden, wie auch die Stadt, in der er lebt. Ich bin mir bewusst, welches Gl\u00fcck ich mit dieser Figur habe. Ich kann einen Charakter zeigen, wie er sich entwickelt und ich kann eine Stadt zeigen, die sich entwickelt. Und ich kann \u00fcber die realen Ereignisse und Dinge schreiben, die wichtig sind. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Stichwort \u00e2\u20ac\u0153Entwicklung\u00e2\u20ac\u0153. Wenn man ihre Romane als Ganzes betrachtet, so gibt es sehr viel Ver\u00e4nderungen. Was glauben Sie w\u00fcrde ihr Harry Bosch zu den j\u00fcngsten Ver\u00e4nderungen in ihrem Land sagen \u00e2\u20ac\u201c etwa zum Pr\u00e4sidenten Barack Obama?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Lassen Sie mich dazu zwei Dinge sagen. Erstens: In Ihrer Formulierung schwingt die Frage nach dem Geheimnis mit.  N\u00e4mlich die Frage \u00e2\u20ac\u0153Wie machen Sie das?\u00e2\u20ac\u0153 Sehen Sie, ich wei\u00df nicht, wie man eine Figur f\u00fcr so eine lange Zeit interessant gestalten kann. Klar, ich habe einige Ideen, einige Einf\u00e4lle und einer davon ist, dass er sich immer wieder ver\u00e4ndern sollte und sich entwickeln sollte. Von Buch zu Buch wird er niemals der gleiche Kerl bleiben. Der Schwerpunkt f\u00e4llt in jedem Buch anders aus, es geht mir nicht nur allein um den Plot, wenn Harry immer anders wird. Ich w\u00fcnsche mir, dass die Leser jedes Mal, wenn sie einen Harry-Bosch-Roman lesen, neugierig darauf sind, was es Neues gibt und wie sich Harry ver\u00e4ndert hat. <\/p>\n<p>Aber es gibt auch Best\u00e4ndiges \u00e2\u20ac\u201c n\u00e4mlich Harrys Philosophie von Fairness und Gerechtigkeit. Er ist ein Typ, der fest dran glaubt, dass es auf jeden Einzelnen ankommt \u00e2\u20ac\u201c everybody counts or nobody counts. Das ist seine Einstellung, sein Ding. Nun fragen Sie mich, ob man Verbindungen ziehen kann zu den Ver\u00e4nderungen in meinem Land.  Ich glaube, das ist ein Satz, den sich auch Obama auf die Fahnen schreiben k\u00f6nnte. Ich denke, Obama ist jemand, f\u00fcr den jeder Einzelne z\u00e4hlt. Da w\u00e4ren Harry und er wahrscheinlich einer Meinung. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist Harry eine fiktionale Figur, aber ich glaube, er w\u00e4re begeistert \u00fcber das, was sich da im Land tut. Schlie\u00dflich hat Harry seine Erfahrungen mit Krieg, er w\u00fcrde sich Gedanken dar\u00fcber machen, wie wir uns zum Beispiel aus dem Irak zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen. In einem meiner Romane sagt er sinngem\u00e4\u00df, wie wichtig es ist, Hoffnung zu haben. Das war einer der Ecksteine von Obamas Wahlkampagne. Ich denke, es gibt schon Verbindungen zwischen Harrys Philosophie und Obamas Philiosophie. Ich finde das interessant und ich denke, Harry w\u00fcrde das auch so sehen. <\/p>\n<p><strong>\u00e2\u20ac\u0153Los Angeles ist ein einzigartiger Ort\u00e2\u20ac\u0153<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/michael_connelly_2009.jpg\" style=\"float: left; margin-right: 5px;\" alt=\"Michael Connelly by Ludger Menke\"> <strong>krimiblog.de:<\/strong> <em>Aber Ihr Harry ist ja schon ein Mann \u00e2\u20ac\u201c \u00e4hnlich wie Obama \u00e2\u20ac\u201c mit einer Mission. Er behauptet einmal von sich, dass er f\u00fcr die Toten spr\u00e4che. Nun haben Sie als Reporter sicher viele Polizisten getroffen. Wie realistisch ist es, dass ein Polizist eine solche Mission hat?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Es ist schon realistisch \u00e2\u20ac\u201c aber kommt selten vor. Ich kenne einige Ermittler, \u00fcber die ich schon sagen w\u00fcrde, dass sie M\u00e4nner mit einer Mission sind. Sie haben das Gef\u00fchl, dass sie eine bestimmte Aufgabe in ihrem Leben haben, n\u00e4mlich das B\u00f6se von der Bildfl\u00e4che zu vertreiben. Und in dem sie das tun, repr\u00e4sentieren sie auch die Toten. Ich kenne Ermittler, die haben Bilder von Toten auf ihrem Schreibtisch und nicht Bilder von ihrer Familie. Bilder von Menschen, die ermordet wurden und deren M\u00f6rder immer noch nicht gefunden wurden. Die Bilder erinnern sie daran. Das ist vielleicht ein kleiner Hinweis darauf, ob jemand auf einer Mission ist. <\/p>\n<p>Wenn ich f\u00fcr meine B\u00fccher recherchiere und mit Polizisten spreche, versuche ich mir vorzustellen, was f\u00fcr Menschen das sind. Es gibt Polizisten, die ihren Dienst nach Vorschrift leisten und um f\u00fcnf Uhr den Bleistift fallen lassen, um p\u00fcnktlich nach Hause zu gehen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen das gute Polizisten sein \u00e2\u20ac\u201c aber das sind nicht die, \u00fcber die ich schreiben m\u00f6chte. Es sind Menschen wie Harry, \u00fcber die ich schreiben m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Es gibt weltweit echte Polizisten, Ermittler und Kommissare, die meine B\u00fccher lesen. Mein Harry spricht sie offenbar an. Ich bekomme zahlreiche E-Mails \u00e2\u20ac\u201c zum Teil von sehr weit weg, zum Beispiel aus Neuseeland oder aus Indien \u00e2\u20ac\u201c und darin schreiben sie mir, dass ihnen gef\u00e4llt, was Harry macht. Sie verstehen ihn und bitten mich, diese Figur beizubehalten. Deshalb glaube ich, dass Harry nun nicht unbedingt eine Ausnahme darstellt. Als ich also eben gesagt habe, sie sein selten, ist das vielleicht zu \u00fcbertrieben. Es gibt einige Menschen da drau\u00dfen, die wie Harry ticken. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Harry lebt und arbeitet in Los Angeles. Ich habe gelesen, dass Sie vor einigen Jahren von dort nach Florida gezogen sind. Wie wichtig ist dieser Ort Los Angeles f\u00fcr die Figur Harry?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Ich glaube, es ist schwierig, sich Dinge wie \u00e2\u20ac\u0153Ort\u00e2\u20ac\u0153 oder \u00e2\u20ac\u0153Figur\u00e2\u20ac\u0153 heraus zu picken. Ich glaube, dass sind alles Teile eines Ganzen. Es geht darum, Figuren zu erfinden und zu entwickeln. Ja, nat\u00fcrlich ist der Ort sehr wichtig. Ich werde ihn nicht nach Florida verpflanzen, weil er nat\u00fcrlich auch sinnbildlich f\u00fcr Los Angeles steht. Er liebt Los Angeles. Sehen Sie, Los Angeles ist ein sehr einzigartiger Ort \u00e2\u20ac\u201c selbst in meinem Land. Es gibt dort so viel Gutes und gleichzeitig so viele Probleme, auch im Vergleich zu anderen St\u00e4dten. Es gibt soziale Probleme, es gibt Unruhen, es gibt geologische Probleme, es kann dort Erdbeben geben. Es ist faszinierend was in Los Angeles zwischen Mensch und Natur passiert. Ich glaube, das ist ein Grund, warum so viele Leute dar\u00fcber schreiben m\u00f6chten \u00e2\u20ac\u201c mich eingeschlossen. Harry ist ein Teil davon und er ist so ausgelegt, dass er durch seinen Job und seiner Mission, mit den schlechten und dunklen Seiten der Stadt in Ber\u00fchrung kommt, er hat auch einen Blick f\u00fcr die guten Seiten. Sie sind es, die ihm Hoffnung geben. Seine Hoffnung f\u00fcr bessere Tage und f\u00fcr eine bessere Stadt ist ein Schl\u00fcsselelement seines Charakters.<\/p>\n<p><strong>\u00e2\u20ac\u0153Es bleiben uns wohl nur noch vier oder f\u00fcnf Jahre\u00e2\u20ac\u0153<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/dunkler_als_die_nacht_connelly.jpg\" style=\"float: right; margin-left: 15px;\" alt=\"Dunkler als die Nacht\"><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Schauen wir kurz auf ihre anderen Figuren. Sie haben zahlreiche Romancharaktere erfunden, ein neuer ist Mickey Haller, der Rechtsanwalt, der in einer fahrenden Limousine seine F\u00e4lle l\u00f6st. Es gibt Rachel Walling vom FBI, die mit Harry zum Beispiel in \u00e2\u20ac\u0153Echo Park\u00e2\u20ac\u0153 zusammenarbeitet, in \u00e2\u20ac\u0153A Darkness More than Night\u00e2\u20ac\u0153 (2001, dt.: \u00e2\u20ac\u0153Dunkler als die Nacht\u00e2\u20ac\u0153, 2003)  traf Harry auf Terry McCaleb, der wiederum in \u00e2\u20ac\u0153Blood Work\u00e2\u20ac\u0153 (1998, dt.: \u00e2\u20ac\u0153Das zweite Herz\u00e2\u20ac\u0153, 2000) zum ersten Mal in Erscheinung trat. Kurz: Je mehr B\u00fccher ich von Ihnen lese, um so mehr entdecke ich eine Art Universum, in dem ihre Hauptfiguren auf unterschiedliche Art und Weise miteinander verbunden sind. Sehe ich das richtig?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Ja, ich sehe das auch so. Jedes Buch ist eine abgeschlossene Geschichte, eine interessante Geschichte und eine eigenst\u00e4ndige Geschichte. Aber letztlich sind dies alles Geschichten und Charaktere, die sich auf der gleichen Ebene bewegen, die Teile eines Mosaiks sind. Es ist f\u00fcr mich wie eines dieser Bilder von Hieronymus Bosch, auf denen so viele unterschiedliche Dinge passieren, interessante oder auch verwirrende Dinge, die eigentlich nicht untereinander verbunden sind \u00e2\u20ac\u201c aber sie sind im selben Bild zu sehen. Darum betrachte ich all diese Geschichten als Teile eines Bildes.<\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong> <em> Ihr letztes in den USA ver\u00f6ffentlichtes Buch ist \u00e2\u20ac\u0153The Brass Verdict\u00e2\u20ac\u0153, in dem Mickey Haller auf Harry Bosch trifft. Zwischen beiden gibt es ja eine alte Verbindung. K\u00f6nnen Sie mir etwas zu dem neuen Buch sagen?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Was den Aufbau des Buches betrifft, ist es etwas anders. Mickey Haller, der \u00e2\u20ac\u0153Lincoln Lawyer\u00e2\u20ac\u0153 (2005, dt.: \u00e2\u20ac\u0153Der Mandant\u00e2\u20ac\u0153, 2007) ist in dem Buch der Ich-Erz\u00e4hler und Harry Bosch spielt eine wichtige Rolle in der Handlung. Aber als Leser bekommt man keinen Einblick in Harrys Gedanken. Harry sieht man diesmal mit den Augen von Mickey Haller. Mickey ist ein zynischer Strafverteidiger, weshalb er geradezu dazu pr\u00e4destiniert ist, Harry sehr skeptisch zu betrachten. Ich denke, dies ist ein interessanter, neuer Blick auf Harry. Darum hat es mir auch viel Spa\u00df gemacht, das Buch zu schreiben. <\/p>\n<p>Was die eigentliche Geschichte betrifft, so \u00fcbernimmt Mickey Haller die F\u00e4lle eines ermordeten Kollegen. Statt keinem Fall hat er nun pl\u00f6tzlich 14 F\u00e4lle zu bearbeiten. In der Zwischenzeit arbeitet Harry Bosch an einem Mordfall, der von dem ermordeten Verteidiger bearbeitet wurde. Darum kreuzen sich die Wege von Mickey und Harry. Aber die Verbindung zwischen den beiden geht viel weiter zur\u00fcck \u00e2\u20ac\u201c zu meinem zweiten Roman \u00e2\u20ac\u0153Black Ice\u00e2\u20ac\u0153 (1993, dt.: \u00e2\u20ac\u0153Schwarzes Eis\u00e2\u20ac\u0153, 1996). In dem Roman findet Harry heraus, wer sein leiblicher Vater ist und es gibt eine Blutverwandtschaft zwischen Harry und Mickey. Harry entdeckt sie, als er an der Beerdigung seines Vaters teilnimmt. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong> <em> Im Mai 2009 soll in den USA ihr Roman \u00e2\u20ac\u0153The Scarecrow\u00e2\u20ac\u0153 erscheinen, dessen Figuren wir nun wiederum aus den Roman \u00e2\u20ac\u0153The Narrows\u00e2\u20ac\u0153 (2004, dt.: \u00e2\u20ac\u0153Die R\u00fcckkehr des Poeten\u00e2\u20ac\u0153, 2005) und \u00e2\u20ac\u0153The Poet\u00e2\u20ac\u0153 (1996, dt.: \u00e2\u20ac\u0153Der Poet\u00e2\u20ac\u0153, 1999) kennen.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Die Figur stammt aus  \u00e2\u20ac\u0153The Poet\u00e2\u20ac\u0153, einer Geschichte \u00fcber den Kriminalreporter Jack McEvoy, der in dem neuen Buch eine wichtige Rolle spielt. Er ist der Ich-Erz\u00e4hler und er arbeitet wieder mit Rachel Walling vom FBI zusammen, die wiederum in \u00e2\u20ac\u0153The Poet\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u0153The Narrows\u00e2\u20ac\u0153 und in \u00e2\u20ac\u0153Echo Park\u00e2\u20ac\u0153 auftrat. Es ist also wieder einer dieser F\u00e4lle, in dem Figuren zwischen den Romanen wechseln. Ich w\u00fcrde es aber nicht als ein Fortsetzung von \u00e2\u20ac\u0153The Poet\u00e2\u20ac\u0153 sehen. Die Fortsetzung von \u00e2\u20ac\u0153The Poet\u00e2\u20ac\u0153 war \u00e2\u20ac\u0153The Narrows\u00e2\u20ac\u0153. Das neue Buch ist einfach eine Geschichte, in der dieser Reporter wieder erscheint. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong> <em> Ich habe in einem fr\u00fcheren Interview gelesen, dass Sie irgendwann einmal Harry Bosch  verschwinden lassen wollen. Wie lange wird es ihn denn noch geben? Wird er irgendwann von der Bildfl\u00e4che verschwinden, wird er vielleicht irgendwann sterben?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong>Oh, ich hoffe, ich habe nicht gesagt, dass ich nicht mehr an dieser Figur interessiert bin. Nein, diese Figur ist immer noch sehr spannend f\u00fcr mich. Aber als ich vor \u00fcber 20 Jahren die Entscheidung getroffen habe, \u00fcber diese Figur zu schreiben und die M\u00f6glichkeit erhielt, mehrere B\u00fccher \u00fcber ihn zu schreiben, habe ich beschlossen, dass er sich entwickeln muss, dass er \u00e4lter wird. Damals, so um 1990, sah das wie eine gute Entscheidung aus. Jetzt, 20 Jahre sp\u00e4ter, sieht das anders aus. Harry kommt langsam an den Punkt, an dem es unrealistisch wird, dass er immer noch ein Polizeiabzeichen hat und auf der Stra\u00dfe M\u00f6rder jagt. Meine Zeit mit ihm als Polizist ist beschr\u00e4nkt, von heute an bleiben vielleicht noch vier Jahre. Das bedeutet aber nicht, dass ich aufh\u00f6re \u00fcber ihn zu schreiben. Ich kann in der Zeit zur\u00fcck gehen, ich kann \u00fcber ihn als jungen Mann schreiben, \u00fcber Vietnam, \u00fcber ihn als Polizist in Uniform. Es gibt viele Dinge. Er kann auch als Privatdetektiv arbeiten, aber das ist f\u00fcr mich etwas entt\u00e4uschend. Denn ich liebe es, wie er als Polizist gegen die B\u00fcrokratie k\u00e4mpft. Dennoch: Es bleiben uns wohl nur noch vier oder f\u00fcnf Jahre. <\/p>\n<p><strong>\u00e2\u20ac\u0153Der Literaturbetrieb steht vor einer wichtigen Aufgabe\u00e2\u20ac\u0153<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/der_mandant_connelly.jpg\" style=\"float: left; margin-right: 5px;\" alt=\"Der Mandant\"><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Aber Harry war doch schon als P.I. &#8211; also als Privatdetektiv \u00e2\u20ac\u201c unterwegs&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Ja, ich habe zwei B\u00fccher geschrieben, in denen er als P.I. arbeitet. Doch ich merkte, dass ich dadurch etwas verloren hatte: Eben jenen Kerl, der mit der B\u00fcrokratie k\u00e4mpft. Das ist ein Gedanke, der offenbar vielen Menschen und auch mir gef\u00e4llt. Ich hatte das nicht bedacht, als ich ihn zum P.I. machte. Deshalb holte ich ihn zur\u00fcck zur Polizei. Schlie\u00dflich k\u00e4mpfen wir ja alle irgendwie gegen die M\u00fchlen der B\u00fcrokratie. Das verbindet Harry mit vielen Menschen.<\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Als Fan schaue ich nat\u00fcrlich regelm\u00e4\u00dfig auf ihre Internetseiten und Sie bieten Ihren Lesern dort sehr viel. Es gibt nicht nur eine Liste ihrer B\u00fccher, es gibt Inhaltsangaben, es gibt \u00e2\u20ac\u0153Reading Guides\u00e2\u20ac\u0153, also Lekt\u00fcrehilfen, die f\u00fcr eine Diskussion Fragen vorgeben, es gibt zu den neueren B\u00fcchern kurze Videos. Ist das wichtig, um die Leser an sich zu binden?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Ich denke es ist wesentlich mehr Spa\u00df und nicht so entscheidend f\u00fcr die Leserbindung. Ich habe eine Mitarbeiterin, die f\u00fcr mich die Internetseite betreibt und es ist ein wenig wie in meinen B\u00fcchern: Es gibt immer etwas Neues. Es soll nicht statisch werden. Und sie l\u00e4sst sich immer wieder neue Dinge einfallen, die \u00e2\u20ac\u0153Reading Guides\u00e2\u20ac\u0153 und \u00e4hnliches. Ich bekomme dann das Lob, dass eigentlich ihr zusteht. <\/p>\n<p>Die Video-Sachen bereiten mir wirklich viel Spa\u00df. Ich glaube, alles was einem im Internet hilft, seine B\u00fccher zu promoten, ist eine gute Sache. Schlie\u00dflich sind dort die jungen Menschen. Der Literaturbetrieb steht vor einer wichtigen Aufgabe \u00e2\u20ac\u201c n\u00e4mlich sein Tanks wieder aufzuf\u00fcllen. Die Hauptgruppe von Menschen, die B\u00fccher kaufen, werden immer \u00e4lter. Das ist eine demographische Entwicklung. Alles, was junge Menschen dazu bringt, B\u00fccher zu lesen und nat\u00fcrlich auch meine B\u00fccher zu lesen, m\u00f6chte ich ausprobieren. Vielleicht klingt das jetzt egomanisch , aber ich glaube daran, dass ich einen Jugendlichen, der zum Beispiel mein Buch \u00e2\u20ac\u0153The Poet\u00e2\u20ac\u0153 liest, dadurch auch bewegen kann, andere B\u00fccher zu lesen. Entscheidend ist doch, wie ich einen Jugendlichen \u00fcberhaupt dazu bekomme, ein Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Denn in der heutigen Gesellschaft stehen B\u00fccher bei Jugendlichen nicht unbedingt an erster Stelle. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Nutzen Sie als Autor das Internet auch f\u00fcr die Recherche?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Ja, gerade jetzt, wo ich nicht mehr in Los Angeles lebe. Ich fahre zwar oft dorthin, um vor Ort zu recherchieren. Aber ich schreibe auch viele E-Mails an Polizisten, ich benutze Google. Ich habe auch einen freien Rechercheur, einen Freund, der f\u00fcr mich arbeitet, wenn ich sehr viel \u00fcber eine bestimmte Sache in Erfahrung bringen m\u00f6chte. Ich habe einfach nicht die Zeit, alles selbst zu pr\u00fcfen. So bitte ich ihn zum Beispiel m\u00f6glichst alles dar\u00fcber herauszufinden, wie das FBI Projektile identifiziert. Er verbringt dann viel Zeit damit, schafft die Informationen heran und bereitet sie so auf, dass ich sie weiterverarbeiten kann. Dadurch wird mein Schreibfluss nicht ausgebremst.  Innerhalb von wenigen Stunden kann ich mir dann einen guten \u00dcberblick verschaffen.  All das funktioniert und l\u00e4uft \u00fcber das Internet. Es ist auf allen Ebenen sehr wichtig f\u00fcr mich: F\u00fcr das Schreiben, f\u00fcr die Recherche und f\u00fcr die Werbung. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong> <em>Sie haben so viele Charaktere entwickelt. Wird es noch einen neuen geben, von dem wir noch nichts ahnen?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Meine meisten \u00e2\u20ac\u0153neuen\u00e2\u20ac\u0153 Figuren sind als Testfiguren konzipiert. Sie spielen oft zun\u00e4chst nur eine Nebenrolle in einem Buch, zum Beispiel in einem Bosch-Roman. Momentan denke ich nicht daran, ein Buch mit einer v\u00f6llig neuen Hauptfigur zu schreiben. Ich mag die Figur der Rachel Walling sehr und ich \u00fcberlege, einen Roman zu schreiben, in dem sie im Mittelpunkt steht. Wenn ich die richtige Idee finde, wird es dieses Buch geben. Aktuell schreibe ich an einem Roman \u00e2\u20ac\u201c ein Harry-Bosch-Roman \u00e2\u20ac\u201c der Ende des Jahres in den USA erscheinen soll. Darin wird Harry dazu angehalten, mit einem Ermittler aus der \u00e2\u20ac\u0153Asian Crime Unit\u00e2\u20ac\u0153 zu arbeiten, und diese Figur mag ich sehr. Wenn das beim Schreiben gut l\u00e4uft, wird dieser Ermittler vielleicht in einem sp\u00e4teren Buch im Mittelpunkt stehen. Aber mal sehen, den letzten, den ich erfunden habe, ist Mickey Haller. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Schreiben Sie, wenn Sie auf Lesetour sind?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Dann kann ich in einem begrenzten Ma\u00dfe schreiben. Ich war heute zum Beispiel vier Stunden mit dem Zug unterwegs, davon habe ich etwa drei Stunden geschlafen. Eine Stunde lang habe ich ein Manuskript korrigiert \u00e2\u20ac\u201c eben jenes neue Harry-Bosch-Buch, das ich eben erw\u00e4hnt habe. Es ist lustig, vielleicht liegt es am Alter. Ich konnte \u00fcberall schreiben: im Flugzeug, im Zug, im Auto. Ich konnte mich abschotten und lies mich nicht ablenken. Aber da bin ich nicht mehr so gut drin. Ich lasse mich mehr ablenken. Vielleicht werde ich auch etwas bequemer, weil ich nicht mehr die Arbeit habe, die ich fr\u00fcher hatte. Auf Reisen, gerade wenn ich von Stadt zu Stadt reise, ist es schwierig, wirklich ernsthaft etwas zu Papier zu bringen. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong> <em> Vielen Dank f\u00fcr das Interview!<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Oh, ich dachte da kommt noch eine Frage. Sie haben mich nach all den Themen zum Internet befragt und ich dachte, Sie w\u00fcrden mich fragen, warum in meinen B\u00fcchern das Internet der Ort ist, in dem die B\u00f6sen herumh\u00e4ngen?<\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Ja, das ist eine interessante Frage&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> (lacht) Na, ich habe doch keine Antwort darauf. Ich mag Dinge und Ideen, die die Welt ver\u00e4ndern. Das Internet ist wohl die gr\u00f6\u00dfte Erfindung in den letzten 100 Jahren, sagen zumindest einige Leute. Das mag ja alles richtig sein und es ist eine sehr positive Erfindung. Aber ich mag es dar\u00fcber zu schreiben, wenn und wie sich positive Dinge in etwas Dunkles verwandeln, in etwas Negatives. Es gibt diese B\u00fccher, die immer warnen \u00e2\u20ac\u0153Oh, das Internet ist nicht wirklich so toll\u00e2\u20ac\u0153. Nein, das Internet ist schon toll, aber es hat seine dunklen Seiten. Das ist ein Grund, warum ich es immer wieder aufgreife. Im neuen Buch \u00e2\u20ac\u0153The Scarecrow\u00e2\u20ac\u0153 wird es darum gehen \u00e2\u20ac\u201c Internetkriminalit\u00e4t. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Sie haben ja gesagt, dass Sie Ihre Internetseite nicht selbst betreuen. Also werden wir Michael Connelly auch nie twittern sehen?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Twitter wird in \u00e2\u20ac\u0153The Scarecrow\u00e2\u20ac\u0153 auftauchen. Deshalb \u00fcberlegt meine Internet-Mitarbeiterin, ob ich nicht w\u00e4hrend der Buchtour f\u00fcr das Buch twittern soll. Schlie\u00dflich nutzt eine der Figuren Twitter. Es gibt viele gute Dinge, wie Twitter oder Facebook, die Kommunikation erm\u00f6glichen. Aber es gibt eben auch die Leute mit einer gest\u00f6rten Pers\u00f6nlichkeit, die dort rumh\u00e4ngen und Dinge gegen Dich verwenden k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnen Dich finden \u00e2\u20ac\u201c und darum geht es in diesem Buch. Was mich betrifft, wei\u00df ich es noch nicht. Wor\u00fcber soll ich twittern, wenn ich auf Tour bin? \u00e2\u20ac\u0153Bin gerade aus dem Flugzeug gestiegen.\u00e2\u20ac\u0153 Wen interessiert das? <\/p>\n<p>Meine Internetseite sehe ich zwar als ein Mittel, um mit Menschen in Kontakt zu kommen und umgekehrt f\u00fcr Leser, die mit mir in Kontakt kommen m\u00f6chten und Fragen haben. Aber sie ist auch ein Puffer.  Ich habe dort keine eigene E-Mail, alles kommt \u00fcber die Seite und ich habe die M\u00f6glichkeit, auszuw\u00e4hlen wie und ob ich reagieren m\u00f6chte. <\/p>\n<p><strong>krimiblog.de:<\/strong>  <em>Vielen Dank f\u00fcr das Interview, Mr. Connelly!<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Michael Connelly:<\/em><\/strong> Vielen Dank.<\/p>\n<blockquote><p>Aktuelle B\u00fccher Michael Connelly in deutscher \u00dcbersetzung (Auswahl)<\/p>\n<p><strong>Michael Connelly: Echo Park<\/strong> \/ Aus dem Amerikanischen von Sepp Leeb. &#8211; M\u00fcnchen : Heyne, 2008<br \/>\nISBN 978-3-453-26560-8<br \/>\nBuch bestellen bei:<br \/><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3453265602\/ludgerslesezeich\/\">\u00bb amazon.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2701&amp;type=text&amp;tnb=8&amp;pid=3453265602\">\u00bb libri.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2176&amp;type=text&amp;tnb=3&amp;pid=3453265602\">\u00bb buch24.de<\/a> <a href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=3453265602\" target=\"_blank\">\u00bb buecher.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Michael Connelly: Kalter Tod <\/strong>\/ Aus dem Amerikanischen von Sepp Leeb. &#8211; M\u00fcnchen : Heyne, 2008<br \/>\nISBN 978-3-453-43342-7<br \/>\nBuch bestellen bei:<br \/><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3453433424\/ludgerslesezeich\/\">\u00bb amazon.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2701&amp;type=text&amp;tnb=8&amp;pid=3453433424\">\u00bb libri.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2176&amp;type=text&amp;tnb=3&amp;pid=3453433424\">\u00bb buch24.de<\/a> <a href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=3453433424\" target=\"_blank\">\u00bb buecher.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Michael Connelly: Der Mandant<\/strong> \/  Aus dem Amerikanischen von Sepp Leeb. &#8211; M\u00fcnchen : Heyne, 2007<br \/>\nISBN 978-3-453-01434-3<br \/>\nBuch bestellen bei:<br \/><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/345343367X\/ludgerslesezeich\/\">\u00bb amazon.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2701&amp;type=text&amp;tnb=8&amp;pid=345343367X\">\u00bb libri.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2176&amp;type=text&amp;tnb=3&amp;pid=345343367X\">\u00bb buch24.de<\/a> <a href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=345343367X\" target=\"_blank\">\u00bb buecher.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Michael Connelly: LA crime report <\/strong>\/ Aus dem Amerikanischen von Sepp Leeb. &#8211; M\u00fcnchen : Heyne, 2007<br \/>\nISBN 978-3-453-81095-2<br \/>\nBuch bestellen bei:<br \/><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3453810953\/ludgerslesezeich\/\">\u00bb amazon.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2701&amp;type=text&amp;tnb=8&amp;pid=3453810953\">\u00bb libri.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2176&amp;type=text&amp;tnb=3&amp;pid=3453810953\">\u00bb buch24.de<\/a> <a href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=3453810953\" target=\"_blank\">\u00bb buecher.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Link:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/michaelconnelly.com\/\">&rarr; Die offizielle Homepage von Michael Connelly<\/a><\/p>\n<blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Interview mit Michael Connelly &#8211; Von Ludger Menke<br \/>\nEs gibt Romanhelden, die begleiten einen f\u00fcr eine sehr lange Zeit. Hieronymus \u00e2\u20ac\u0153Harry\u00e2\u20ac\u0153 Bosch, Ermittler bei der Polizei von Los Angeles, ist so ein Held. Erfunden hat ihn Michael Connelly, der zu den erfolgreichsten Autoren in den USA z\u00e4hlt. Geboren wurde Connelly 1956 in Philadelphia. Der Autor kam \u00fcber  seinen Beruf als Kriminalreporter zum Schreiben von fiktiven Kriminalf\u00e4llen. Darin mag ein Grund liegen, warum seine Romane als gut recherchiert und realistisch gelten. Doch Connelly ist es auch gelungen, mit seinem Helden Harry Bosch einen sehr beliebten Polizisten zu erfinden. Bei uns ist gerade der Roman \u00e2\u20ac\u0153Echo Park\u00e2\u20ac\u0153, der zw\u00f6lfte Krimi mit Harry, erschienen. Ich hatte die Gelegenheit zu einem Gespr\u00e4ch mit dem Autor, dessen Romane sich immer mehr zu einem gro\u00dfen Gesamtbild zusammenf\u00fcgen und der im Interview ausf\u00fchrlich Auskunft nicht nur \u00fcber seine Figur Harry Bosch gibt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[207,221,223,276,340,365,511,529],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2392"}],"collection":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2392"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2392\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2392"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}