{"id":2418,"date":"2009-03-25T18:44:26","date_gmt":"2009-03-25T17:44:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/?p=2418"},"modified":"2009-03-25T18:44:26","modified_gmt":"2009-03-25T17:44:26","slug":"sittenwidrig-haesslicher-titel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=2418","title":{"rendered":"&#8222;Sittenwidrig h\u00e4sslicher Titel&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Hat der Pendragon-Verlag mit dem aktuellen Krimi &#8222;T\u00f6dlicher Hermannslauf&#8220; seiner Autorin Ren\u00e9e Pleyter die Markenrechte des Sportvereins TSVE 1890 Bielefeld verletzt? Mit dieser Frage darf sich das Landgericht Bielefeld in K\u00fcrze besch\u00e4ftigen, denn <a href=\"http:\/\/www.nw-news.de\/nw\/news\/owl_\/_nrw\/?sid=d33f1d1d04e3bae78bd36d5728d6e510&#038;cnt=2915751\">&rarr; laut einer Meldung<\/a> in der Online-Ausgabe der Zeitung &#8222;Neue Westf\u00e4lische&#8220; f\u00fchlt sich der Sportverein um sein Markenrecht betrogen. G\u00fcnter Entgelmeier, 1. Vorsitzender des Vereins behauptet gegen\u00fcber der &#8222;NW&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der Name Hermannslauf als Marke ist beim Deutschen Patent- und Markenamt in M\u00fcnchen seit dem 24. Februar 2004 gesch\u00fctzt. Man h\u00e4tte uns um Erlaubnis fragen m\u00fcssen, diesen Namen als Buchtitel zu verwenden.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Rechtsbeistand des Vereins, Wolfgang Schl\u00fcter, spricht sogar von einem &#8222;sittenwidrig h\u00e4sslichen Titel&#8220;. In dem Zusammenhang ist interessant, was einige Abs\u00e4tze sp\u00e4ter im Artikel der &#8222;NW&#8220; zu lesen ist:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Am 31. M\u00e4rz wird in Bielefeld ein weiteres Buch pr\u00e4sentiert, das sich mit dem Hermannslauf besch\u00e4ftigt. &#8222;Abenteuer Hermannslauf&#8220; hei\u00dft der Titel, der ab dem 1. April im Buchhandel erh\u00e4ltlich ist. Autoren sind die beiden Hermannslauf-Mitbegr\u00fcnder Peter Gehrmann und Wolfgang Schl\u00fcter. Letztgenannter ist der Anwalt des TSVE 1890 im Streitfall mit dem Pendragon-Verlag.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Pendragon-Verleger G\u00fcnther Butkus kontert und gab zu dem Vorgang heute folgende Pressemitteilung heraus:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Sportverein verklagt Pendragon Verlag l Gericht entscheidet am 2. April \u00fcber einstweilige Verf\u00fcgung<\/p>\n<p>Bielefeld. Gerade ist von Ren\u00e9e Pleyter der Krimi \u00e2\u20ac\u017eT\u00f6dlicher Hermannslauf\u00e2\u20ac\u0153 im Bielefelder Pendragon Verlag erschienen. Und wenn es nach den Veranstaltern des wirklichen Hermannslauf ginge, dann sollte der Roman auch ganz schnell wieder aus den Buchl\u00e4den verschwinden. Der TSVE 1890 Bielefeld e. V. will per richterlichen Beschluss eine einstweilige Verf\u00fcgung erwirken. Man f\u00fcrchtet, dass der beliebte Hermannslauf durch den Titel einen Imageschaden erleidet.<\/p>\n<p>Dabei dreht es sich in der fiktiven Geschichte von Ren\u00e9e Pleyter in erster Linie um eine leidenschaftliche M\u00e4nnerfeindschaft. Wie jedes Jahr treffen die beiden Wissenschaftler Weidinger und Mehlbaum beim Hermannslauf aufeinander. Gen\u00e4hrt wird ihr Hass aufeinander nicht zuletzt durch einen wissenschaftlichen Disput \u00fcber den wahren Ort der Varusschlacht \u00e2\u20ac\u201c Detmold oder Osnabr\u00fcck. Dahinter stecken akademische Eitelkeiten, Reputation, F\u00f6rdergelder und nicht zuletzt Verletzungen aus l\u00e4ngst vergangen Tagen, denn die beiden M\u00e4nner kennen sich seit der Schulzeit und waren einst die besten Freunde. Der Fund eines arch\u00e4ologischen Indiz\u00e2\u20ac\u2122 beim Start des Laufes ist die Initialz\u00fcndung f\u00fcr eine atemberaubende Verfolgungsjagd.<\/p>\n<p>Der Bielefelder Verleger G\u00fcnther Butkus zeigt sich \u00fcber die Klage verwundert: \u00e2\u20ac\u017eJedem, der das Buch in den H\u00e4nden h\u00e4lt, ist auf dem ersten Blick klar, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte, um einen Krimi, handelt. Auch inhaltlich geht es nicht darum, dass jemand durch den Hermannslauf selbst zu Tode kommt. Ich kann nicht erkennen, dass es durch den Roman zu einem Imageschaden des Laufes kommt. Zudem bedauere ich es sehr, dass der Verein, als wir ihn \u00fcber das geplante Erscheinen des Buches informierten, gar nicht reagiert hat.\u00e2\u20ac\u0153<br \/>\nAuch die Autorin selbst ist von der Klage \u00fcberrascht: \u00e2\u20ac\u017eIch kann nicht glauben, dass mein Buch verboten werden soll. Dass ein Krimi im Umfeld des Hermannslaufs spielt, ist doch eine Hommage an den Lauf. Ich h\u00e4tte mir eine produktive Zusammenarbeit, wie es vom Pendragon-Verlag angestrebt wurde, mit dem Sportverein gew\u00fcnscht.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Das Landgericht Bielefeld wird am 2. April in einer \u00f6ffentlichen Sitzung \u00fcber die einstweilige Verf\u00fcgung entscheiden. <\/p><\/blockquote>\n<p>Tja, was bleibt einem da noch zu sagen? Ich finde ja auch, dass viele Krimis einfach sittenwidrig h\u00e4ssliche Titel haben. Und ich hoffe, dass ich nicht demn\u00e4chst in der &#8222;NW&#8220; diese \u00dcberschrift lesen muss: &#8222;Pendragon-Verlag Opfer von Provinzposse geworden&#8220;. Denn f\u00fcr einen kleinen Verlag k\u00f6nnen solche Auseinandersetzungen t\u00f6dlich sein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat der Pendragon-Verlag mit dem aktuellen Krimi &#8222;T\u00f6dlicher Hermannslauf&#8220; seiner Autorin Ren\u00e9e Pleyter die Markenrechte des Sportvereins TSVE 1890 Bielefeld verletzt? 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