{"id":30,"date":"2005-02-01T10:48:10","date_gmt":"2005-02-01T09:48:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/?p=30"},"modified":"2005-02-01T10:48:10","modified_gmt":"2005-02-01T09:48:10","slug":"schwarze-romane","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=30","title":{"rendered":"Schwarze Romane"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/www.der-buecherfreund.de\/wordpress\/bilder\/noir_reader.jpg\" align=\"left\" hspace=\"5\" alt=\"Dark Zone\" \/><strong>Martin Compart: Dark Zone: Ein Noir-Reader<\/strong><br \/>\nComparts neuer Reader hat auf der <a href=\"http:\/\/www.krimi-couch.de\/\" target=\"_blank\">Krimi-Couch<\/a> zu einer <a href=\"http:\/\/forum.krimi-couch.de\/idThread-1321.html\" target=\"_blank\">interessanten Diskussion <\/a> gef\u00fchrt. Wie schon im Vorg\u00e4nger, <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/tg\/stores\/detail\/-\/books\/377015018X\/ludgerslesezeich\/\" target=\"_blank\"> Noir 2000<\/a> (DuMont, leider vergriffen), gibt es auch im neuen Reader so lustige Listen wie zum Beispiel &#8222;Die schlechtesten Verfilmungen von Noir-Romanen&#8220; oder &#8222;10 Noir-Romane, die man gelesen haben sollte&#8220;. Nun, nat\u00fcrlich ist das nur Beiwerk, Auflockerungen zwischen d\u00fcsteren Portraits und dem Schwerpunkt zu Alain Delon, der 2005 siebzig Jahre alt wird. Ein wenig befremdlich ist es schon, wenn Delon als S\u00e4ulenheiliger des Noir-Films herhalten muss und augenzwinkernd als &#8222;Geschenk der G\u00f6tter&#8220; gefeiert wird. Aber gut, es wird Gr\u00fcnde daf\u00fcr geben.  <br \/>\nWesentlich spannender war f\u00fcr mich Joachim Kalkas Beitrag \u00fcber Gilbert Keith Chesterton (G.K. Chesterton &#8211; auteur noir. Ein kleiner Versuch, S. 112 &#8211; 125), der eine eigenwillige Tradition zwischen Chesterton und dem Noir-Film herstellt. Wo der gute Chesterton doch hierzulande vor allem als Erfinder von Father\/Pater Brown gilt und wem kommen dabei nicht die wenig noirhaften Verfilmungen mit Heinz R\u00fchmann in den Sinn? Auf jeden Fall ein interessanter Ansatz. <br \/>\nLesenswert auch das Vorwort von Compart, in dem er (einmal mehr) auf die Verlage einschl\u00e4gt.<\/p>\n<blockquote><p><em>Die Hoffnung, dem Noir-Liebhaber (wenn er denn noch nicht ganz zur fremdsprachigen Lekt\u00fcre abgewandert ist, wovon die immer umfangreicheren Angebote nicht nur in Krimi-Buchhandlungen k\u00fcnden) ein paar neue Lesevergn\u00fcgen zu bereiten oder einenen neuen Autor oder Film entdecken zu lassen, hat die Produktion dieses Buches motiviert. Der gute Verkauf des ersten Noir-Readers (trotz aller Schwierigkeiten) war f\u00fcr ein sekund\u00e4rliterarisches Buch fast sensationell. Was beweist, dass die Verlage eine potente Kundschaft und ein gro\u00dfes Potential nicht nutzen, daf\u00fcr aber gerne dar\u00fcber jammern, dass der sogenannte Mittelbau (B\u00fccher, die sich st\u00e4ndig aber nicht bestsellerm\u00e4\u00dfig verkaufen) weggebrochen sei. Dabei w\u00e4re alles so einfach: R\u00fcckkehr zu den Reihen, die jeder Leser sofort identifizieren kann. Reihen mit skandinavischen Psychokrimis, Reihen mit Detektivromanen, Reihen mit historischen Krimis, meinetwegen auch Reihen mit Weichsp\u00fclgeschichten mit ein wenig gr\u00fcner Sozialkritik und Kommissarinnen mit Menstruationsbeschwerden&#8230; Aber, zum Teufel, auch Reihen mit harten Polit-Thrillern und Noir-Romanen, die belegen, das unsere Zivilisation auf Kains Mord aufgebaut ist.<\/em><br \/>Martin Compart<\/p><\/blockquote>\n<p>\n<a href=\"http:\/\/www.strange-verlag.de\/\" target=\"_blank\">Quelle: Martin Compart (Hrsg.): Dark Zone &#8211; Ein Noir-Reader. &#8211; Erkrath : Strange Verlag, 2004. &#8211; ISBN 3-89064-818-5<\/a><\/p>\n<p>Ob es wirklich so einfach ist? Krimis in entsprechende Reihen zu packen und schon finden die richtigen B\u00fccher zu den richtigen Lesern? Die Diskussionen der letzten Zeit zeigen doch, dass die Grenzen fliessend sind. Was neue Autoren angeht: So neu sind die im Buch besprochenen Autoren nun auch wieder nicht. Zu den Filmen will und kann ich nichts sagen. Trotzdem: Comparts Reader ist ein kluger, schwarzer Schm\u00f6kerspa\u00df, f\u00fcr Leute, die es im Kriminalroman gerne h\u00e4rter und dunkler haben m\u00f6chten.<\/p>\n<p>\nWas mir allerdings auff\u00e4llt (schon beim ersten Noir-Reader), dass Compart relativ wenig franz\u00f6sischsprachige Autor\/innen bespricht. Was ist mit Jean-Patrick Manchette oder Jean-Bernard Pouy, die im <a href=\"http:\/\/www.distelliteraturverlag.de\/\" target=\"_blank\">Distel Literatur Verlag<\/a> erscheinen. Gerade die Programmarbeit dieses Verlages zeigt doch, dass es gute Noir-Literatur auch in deutscher \u00dcbersetzung gibt. Auch der kleine <a href=\"http:\/\/www.assoziation-a.de\/\" target=\"_blank\">Assoziation A Verlag<\/a> aus Berlin baut gerade eine neue Noir-Reihe auf. So d\u00fcster sieht es also vielleicht doch nicht aus f\u00fcr die schwarzen Romane.\n<\/p>\n<p>Dark Zone bestellen bei: <br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3890648185\/ludgerslesezeich\/\" target=\"_blank\">\u00bb amazon.de<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Compart: Dark Zone: Ein Noir-Reader Comparts neuer Reader hat auf der Krimi-Couch zu einer interessanten Diskussion gef\u00fchrt. Wie schon im Vorg\u00e4nger, Noir 2000 (DuMont, leider vergriffen), gibt es auch im neuen Reader so lustige Listen wie zum Beispiel &#8222;Die schlechtesten Verfilmungen von Noir-Romanen&#8220; oder &#8222;10 Noir-Romane, die man gelesen haben sollte&#8220;. 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