{"id":32,"date":"2005-02-04T11:25:47","date_gmt":"2005-02-04T10:25:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/?p=32"},"modified":"2005-02-04T11:25:47","modified_gmt":"2005-02-04T10:25:47","slug":"10-todestag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=32","title":{"rendered":"10. Todestag"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/bilder\/p_highsmith.jpg\" align=\"left\" hspace=\"5\" alt=\"Patricia Highsmith - copyright protected\" \/><strong><em>\u00e2\u20ac\u017eIch glaube, das Prinzip des \u00e2\u20ac\u02dcwho-done-it\u00e2\u20ac\u2122 ist eine dumme Art, sich einen Spa\u00df mit Leuten zu erlauben&#8220;. &#8211; Patricia Highsmith<\/em><\/strong><\/p>\n<p> Sie galt als menschenscheu, liebte ihre Tiere und verweigerte sich dem Medienrummel. F\u00fcr Patricia Highsmith waren Interviews schrecklich: <em>\u00e2\u20ac\u017eIch wei\u00df nur, dass es zwei Wochen dauert, sich davon zu erholen, so wie nach einem Autounfall&#8220; <\/em> hat sie einmal geschrieben. Zweifelnd betrachtete sie auch ihren Erfolg als Schriftstellerin und ihr eigenes Werk.  <\/p>\n<p>1921 in Fort Worth \/ Texas geboren, lebte sie nach der Scheidung ihrer Eltern zun\u00e4chst bei ihrer Gro\u00dfmutter. Im Alter von sechs Jahren kommt sie zu ihrer Mutter Mary nach New York, die mittlerweile den Reklamemaler Stanley Highsmith geheiratet hatte. Ihren leiblichen Vater, der deutscher Abstammung war, lernte sie erst mit zw\u00f6lf Jahren kennen.  <\/p>\n<p>Schon als Jugendliche begann sie zu schreiben, erste Geschichten ver\u00f6ffentlichte sie im \u00e2\u20ac\u017eBarnard Quarterly&#8220;, der Studentenzeitschrift ihres College. Dort studierte sie neben Literatur auch Zoologie. Nebenbei belegte sie Kurse in Latein, Griechisch und Deutsch. Ein reges Sozialleben mit einer ganzen Reihe von lesbischen Freundschaften pr\u00e4gten ihr Leben zu dieser Zeit.   <\/p>\n<p>Nach ihrem Studienabschlu\u00df 1942 verdingte sie sich als Comic-Texterin. Endlich konnte sie aus der Enge der m\u00fctterlichen Wohnung ausbrechen und sich ein eigenes Appartement leisten. Erste Romane und Kurzgeschichten wurden von Verlagen abgelehnt. 1950 schlie\u00dflich der Durchbruch: Alfred Hitchcock wurde kurz nach der Ver\u00f6ffentlichung ihres Romans \u00e2\u20ac\u017eStrangers on a train&#8220; (dt. \u00e2\u20ac\u017eZwei Fremde im Zug&#8220;) auf das Buch aufmerksam und erwarb f\u00fcr 6.800 Dollar die Filmrechte. Patricia Highsmith wurde ber\u00fchmt und lebte fortan als freie Schriftstellerin.  <\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte sie unter dem Pseudonym Claire Morgan den Roman \u00e2\u20ac\u017eThe Price of Salt&#8220; (Neuausgabe 1984 unter dem Titel \u00e2\u20ac\u017eCarol&#8220;, auf deutsch erstmals 1990 ver\u00f6ffentlicht). Der Roman handelt von einer lesbischen Beziehung  mit Happy End. F\u00fcr die damalige Zeit eine Sensation: Wenn \u00fcberhaupt Homosexuelle in Romanen auftauchten, b\u00fc\u00dften sie f\u00fcr ihre \u00e2\u20ac\u017eungl\u00fccklichen Neigungen&#8220; durch Selbstmord oder qualvolle Depressionen. Nach dem Erscheinen der Taschenbucheausgabe erhielt Patricia Highsmith viele Briefe, in denen ihr Lesben und Schwule f\u00fcr das Buch dankten.  <\/p>\n<p>Mit ihrem dritten Roman \u00e2\u20ac\u017eThe Blunderer&#8220; (1954, dt.: Der St\u00fcmper) kn\u00fcpfte sie wieder an ihr Thriller-Deb\u00fct an. In der Folge ver\u00f6ffentlichte sie alle ein bis zwei Jahre einen Kriminalroman. Privat f\u00fchrte sie ein Nomadenleben: Zun\u00e4chst in Italien, lebte sie ab 1963 in England, ab 1966 in einem kleinen, franz\u00f6sischen Dorf, bevor sie sich schlie\u00dflich 1983 im Tessin niederlie\u00df. Ihre steigende Popularit\u00e4t als Sch\u00f6pferin von psychologischen Krimis, darunter die bekannten \u00e2\u20ac\u017eRipley&#8220;-Romane, die besonders in Europa gesch\u00e4tzt wurden, steht im Gegensatz zu ihrem Auftreten in der \u00d6ffentlichkeit. Je bekannter sie wurde, um so mehr zog sie sich zur\u00fcck, umgab sich mit Katzen und Schnecken, deren Zweigeschlechtlichkeit sie faszinierte.   <\/p>\n<p>Auch ihr Interesse als Autorin galt gespaltenen Identit\u00e4ten, zwanghaften Verhaltensweisen, vor allem aber den \u00e2\u20ac\u017ekriminellen Anlagen und M\u00f6glichkeiten des Normalmenschen in der Gesellschaft&#8220;. Gerechtigkeit, wie sie im regul\u00e4ren \u00e2\u20ac\u017eWhodonit&#8220; vollzogen wird, ist f\u00fcr Patricia Highsmith kein Thema. So sind die meisten ihrer Romane keine Krimis im klassischen Sinn. Gelassen schildert sie ihre Figuren, erz\u00e4hlt von einem Fr\u00fchst\u00fcck genauso pr\u00e4zise und n\u00fcchtern wie von einem Mord und lenkt den Fokus auf die psychologischen Konstellationen. Die Aufkl\u00e4rung des Verbrechens interessiert sie nicht. Sie selber z\u00e4hlte den Roman \u00e2\u20ac\u017eThe Tremor of Fogery&#8220; (1969, dt. \u00e2\u20ac\u017eDas Zittern des F\u00e4lschers&#8220;) zu einem ihrer besten B\u00fccher.   <\/p>\n<p>Zu Lebzeiten ver\u00f6ffentlichte Patricia Highsmith \u00fcber 20 Romane, sieben B\u00e4nde mit Kurzgeschichten sowie den Werkstattbericht \u00e2\u20ac\u017ePlotting and Writing Suspense Fiction&#8220; (1966, dt.: Suspense oder Wie man einen Thriller schreibt). Viele ihrer Romane wurden verfilmt, unter anderem von Wim Wenders, Claude Chabrol und Anthony Minghella.  <\/p>\n<p>Patricia Highsmith starb im Alter von 74 Jahren am 4. Februar 1995 in einem Krankenhaus in Locarno &#8211; wie die franz\u00f6sische Zeitung \u00e2\u20ac\u017eLe Monde&#8220; vermeldete &#8211; an Krebs.  <\/p>\n<p>Seit 2002 ver\u00f6ffentlicht der <a href=\"http:\/\/www.diogenes.ch\"  target=\"_blank\">Diogenes Verlag in Z\u00fcrich<\/a> eine Neuausgabe ihres Werkes. Bislang sind \u00fcber 20 Romane und Kurzgeschichtensammlungen in neuer \u00dcbersetzung erschienen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00e2\u20ac\u017eIch glaube, das Prinzip des \u00e2\u20ac\u02dcwho-done-it\u00e2\u20ac\u2122 ist eine dumme Art, sich einen Spa\u00df mit Leuten zu erlauben&#8220;. &#8211; Patricia Highsmith Sie galt als menschenscheu, liebte ihre Tiere und verweigerte sich dem Medienrummel. 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