{"id":3300,"date":"2010-03-24T15:50:37","date_gmt":"2010-03-24T14:50:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/?p=3300"},"modified":"2012-06-15T19:54:14","modified_gmt":"2012-06-15T17:54:14","slug":"michael-harvey-preis-der-schuld","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=3300","title":{"rendered":"Brief an Michael Kelly, Privatdetektiv, Chicago"},"content":{"rendered":"<div align=\"right\">Winterberg, im M\u00e4rz 2010<\/div>\n<p><em>Sehr geehrter Mr. Kelly,<\/em><\/p>\n<p>zun\u00e4chst m\u00f6chte ich Ihnen mein Beileid zum Tode ihrer langj\u00e4hrigen Freundin Nicole aussprechen.  Ihre Ermordung, deren Zeuge ich w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre Ihres ersten Falles <span style=\"font-variant: small-caps;\"><strong>\u00e2\u20ac\u0153Preis der Schuld\u00e2\u20ac\u0153<\/strong><\/span> wurde, hat mich ger\u00fchrt, so wie mich auch die gesamte Lekt\u00fcre \u00fcberrascht hat. Versprachen doch Klappentext und Pressestimmen einen \u00e2\u20ac\u0153Raymond Chander f\u00fcr das 21. Jahrhundert\u00e2\u20ac\u0153, einen Privatdetektiv in der Tradition von Sam Spade und Philip Marlowe. Gewiss, diese Tradition will ich Ihnen nicht absprechen, schlie\u00dflich sind Sie Privatdetektiv in Amerikas Windy City, dort, wo auch zum Beispiel ihr weiblicher Gegenpart V. I. Warshawski ihrem Job nachgeht. Dennoch sind Sie ein wenig anders: Sie lesen Aischylos und Homer, die griechische Mythologie mit ihren blutigen Fehden ist Ihnen nicht unbekannt. Selbstverst\u00e4ndlich tauchte bei mir w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre ihrer Geschichte einmal mehr die Frage auf, inwieweit griechische Dramen und Epen immer auch schon Kriminalerz\u00e4hlungen sind und ob wir letztlich nicht immer wieder in der Kriminalliteratur diese Erz\u00e4hlformen durch deklinieren. Die Verkn\u00fcpfung, die Ihr geistiger Vater Michael Harvey  da herstellt, ist auf jeden Fall ein interessanter Ansatz.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNat\u00fcrlich kannten auch die alten Griechen ein Verbrechen, das in ihrer Geschichte in den Mittelpunkt r\u00fcckt: Die Vergewaltigung. Es ist der Fall der jungen Elaine Remington, der Ihnen, werter Mr. Kelly, keine Ruhe l\u00e4sst. Ihr alter Polizeikumpel John Gibbons sucht Sie auf. W\u00e4hrend er immer noch im Dienste des Staates steht, arbeiten Sie schon l\u00e4nger auf eigene Faust. Ihr Kumpel Gibbons schildert gleich zu Beginn in einem stakkatohaftem Gespr\u00e4ch den \u00dcberfall auf die junge Frau, die bei einer Vergewaltigung auf offener Stra\u00dfe mit Messerstichen maltr\u00e4tiert wird. Heiligabend 1997 passierte das. Nur knapp \u00fcberlebte Elaine den Angriff und doch wurde der T\u00e4ter nie gestellt. Gibbons Chef lobte seinen Untergebenen damals nach oben \u00e2\u20ac\u201c daf\u00fcr musste Gibbons die Klappe halten. Nun, neun Jahre sp\u00e4ter, plagt Gibbons das Gewissen \u00e2\u20ac\u201c auch, weil Elaine sich in einem Brief an ihn gewandt hat. Mit diesem Brief in der Hand steht er nun bei Ihnen, Mr. Kelly, weil Sie in seinen Augen der beste Ermittler waren und sind. Ahnten Sie, in welches Unheil Sie dieser Besuch Ihres fr\u00fcheren Kollegen Sie f\u00fchren wird? Vermutlich nicht, denn nur einige Stunden nach dem Besuch bei Ihnen ist John Gibbons tot. Er liegt erschossen unter einem Pier. <\/p>\n<p>Der Mord an Ihrem Kumpel bringt viele Dinge ins Rollen: Eine attraktive TV-Moderatorin tritt in Ihr Leben, Sie werden als Tatverd\u00e4chtiger verhaftet, und schlie\u00dflich erscheint auch Nicole, mit der sie seit den Tagen Ihrer harten irischen Kindheit eine Freundschaft pflegen, auf der Bildfl\u00e4che. Eine junge, schwarze Frau, die es wie Sie zur Polizei geschafft hat und bei einem Sonderdezernat f\u00fcr Vergewaltigungsdelikte arbeitet. Nicole ist es, die es Ihnen als Privatdetektiv erm\u00f6glicht, auf Polizeiquellen und Polizeimethoden zur\u00fcck zu greifen. Sie ist es auch, die Sie mitnimmt zu weiteren Mord- und Vergewaltigungsf\u00e4llen. Doch nicht nur das: Sie, Mr. Kelly, st\u00f6bern im Asservatenlager der Chicagoer Polizei und sto\u00dfen dabei auf eine Spur, die schlie\u00dflich ihrer Freundin Nicole das Leben kosten wird und Sie zu dem wohl ber\u00fchmtesten Serienkiller Ihrer Stadt f\u00fchrt: John William Grime, der uns in der realen Welt als John Wayne Gacy bekannt ist. Ihr Grime hat vor allem weibliche Prostituierte vergewaltigt und ermordet, unser Gacy hatte es bekanntlich auf Jungs abgesehen. Beide \u00e2\u20ac\u201c Grime und sein reales Vorbild Gacy \u00e2\u20ac\u201c sind als Killer-Clowns bekannt. <\/p>\n<p><strong>Sex, Tod und Rache<\/strong><\/p>\n<p>Was denken Sie,  Mr. Kelly? Haben wir nicht schon genug \u00fcber Serienkiller gelesen, geh\u00f6rt und gesehen? Killer-Clown, Boston-Strangler oder der Zodiac-Killer &#8211; irgendwie geh\u00f6ren diese menschlichen Monster offenbar zur US-amerikanischen Kultur. Mehr zumindest, als zur europ\u00e4ischen oder deutschen Kultur \u00e2\u20ac\u201c bei uns sind da eher die Massenm\u00f6rder beheimatet. Aber, um zu Ihrer Geschichte zur\u00fcckzukehren, der Serienkiller bleibt bei Ihnen eine Randfigur, wenn auch eine wichtige. Die Ergebnisse Ihrer spannenden Nachforschungen, die durchaus noch mehr Tote nach sich ziehen, weisen auf ein anderes Ph\u00e4nomen hin: Vergewaltigung. Gut erinnere ich mich noch an die Worte von Rachel Swenson, Vorsitzende einer Organisation, die sich um vergewaltigte Frauen k\u00fcmmert, die sie w\u00e4hrend einer Wohlt\u00e4tigkeitsveranstaltung ans Publikum richtet:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u00e2\u20ac\u0153Es gibt \u00fcber einhundert Millionen Frauen in den Vereinigten Staaten. Fast zwanzig Prozent davon, etwa achtzehn Millionen, wurden schon einmal vergewaltigt. Die Mehrheit davon mehr als ein Mal. (&#8230;)Insgesamt kommt es in diesem Land zu \u00fcber achthunderttausend sexuellen \u00dcbergriffen im Jahr. Das sind dreizehnmal mehr als in Gro\u00dfbritannien. Zwanzigmal mehr als in Japan.\u00e2\u20ac\u0153<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Tats\u00e4chlich sind diese Zahlen f\u00fcr die USA, soweit ich das absichern konnte, weitgehend belegt.  Realit\u00e4t in der Fiktion, eine Realit\u00e4t, mit der Sie sich als Privatdetektiv in ihrer Geschichte ganz konkret auseinandersetzen m\u00fcssen. Von ihrer toten Freundin, deren Vergewaltigung sie einst als Junge anschauen mussten, bis hin zu einem jungen M\u00e4dchen, das von ihrem Vater misshandelt wurde, treffen Sie in Ihrer d\u00fcsteren, traurigen Geschichte auf einige Opfer sexueller Gewalt. Wie Sie damit umgehen, ist erstaunlich und von Ihnen spannend geschildert. Ihr Erfinder Michael Harvey hat Ihnen daf\u00fcr eine komplexe Pers\u00f6nlichkeit mitgegeben. Eine Pers\u00f6nlichkeit, das darf ich sicher sagen, Mr. Kelly, die sich abhebt von den oft eindimensionalen Privatschn\u00fcfflern, die einem als Leser immer wieder unter die Augen kommen. Das dazu die Lekt\u00fcre griechischer Klassiker sicher ihren Teil beigetragen hat, mag sein. Eine kluge Dramaturgie, raffinierte Wendungen, die immer wieder Ihr Schicksal bestimmen und gelegentliche harte Schnitte und Bruchstellen \u00e2\u20ac\u201c all das durfte ich Ihrer Geschichte entnehmen. Sie hat mich ein wenig kl\u00fcger gemacht. Unterhalten hat sie mich nicht \u00e2\u20ac\u201c was  nicht negativ gemeint ist, denn schlie\u00dflich haben Sie mir eine grausame Geschichte von Sex, Tod und Rache erz\u00e4hlt. Am Ende blieben mir dann sogar mehrere Aufl\u00f6sungen &#8211;  auch das hat Ihr Sch\u00f6pfer sehr geschickt eingef\u00e4delt. Es waren nicht durchweg angenehme Lesestunden mit Ihnen, das sicher nicht. Aufkl\u00e4rerisch war es hingegen schon. Danke daf\u00fcr. Ich freue mich auf ein Wiederlesen mit Ihnen.<\/p>\n<p><em>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nIhr<br \/>\nLudger Menke<\/em><\/p>\n<blockquote><p><strong>Postscriptum:<\/strong><br \/>\n<img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/preis_der_schuld_200.jpg\" style=\"float: right; margin-left: 15px;\" alt=\"Preis der Schuld von Michael Harvey\"><strong>Michael Harvey: <span style=\"font-variant: small-caps;\">Preis der Schuld<\/span> : Kriminalroman<\/strong> \/ Aus dem Amerikanischen von Anke und Eberhard Kreutzer. &#8211; M\u00fcnchen : Knaur, 2010<br \/>\nISBN 978-3-426-50251-8 \u00e2\u20ac\u201c Preis:  8,95 \u00e2\u201a\u00ac<\/p>\n<p>Originalausgabe: <strong>Michael Harvey: <span style=\"font-variant: small-caps;\">The Chicago Way<\/span><\/strong>. &#8211; New York : Alfred A. Knopf, 2007<\/p>\n<p><strong>Links<\/strong>:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/michaelharveybooks.com\/\">&rarr; Homepage von Michael Harvey <\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/pages\/Michael-Harvey-Fan-Page\/298431118257?ref=ts\">&rarr; Michael Harvey bei Facebook <\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/twitter.com\/TheChicagoWay\">&rarr; Michael Harvey bei Twitter<\/a><\/p>\n<p>Buch bestellen bei:<br \/><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3426502518\/ludgerslesezeich\/\">\u00bb amazon.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2701&amp;type=text&amp;tnb=8&amp;pid=3426502518\">\u00bb libri.de<\/a> <a style=\"\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2176&amp;type=text&amp;tnb=3&amp;pid=3426502518\">\u00bb buch24.de<\/a> <a href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=3426502518\" target=\"_blank\">\u00bb buecher.de<\/a>\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div align=\"right\">Winterberg, im M\u00e4rz 2010<\/div>\n<p><em>Sehr geehrter Mr. Kelly,<\/em><\/p>\n<p>zun\u00e4chst m\u00f6chte ich Ihnen mein Beileid zum Tode ihrer langj\u00e4hrigen Freundin Nicole aussprechen.  Ihre Ermordung, deren Zeuge ich w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre Ihres ersten Falles <span style=\"font-variant: small-caps;\"><strong>\u00e2\u20ac\u0153Preis der Schuld\u00e2\u20ac\u0153<\/strong><\/span> wurde, hat mich ger\u00fchrt, so wie mich auch die gesamte Lekt\u00fcre \u00fcberrascht hat. Versprachen doch Klappentext und Pressestimmen einen \u00e2\u20ac\u0153Raymond Chander f\u00fcr das 21. Jahrhundert\u00e2\u20ac\u0153, einen Privatdetektiv in der Tradition von Sam Spade und Philip Marlowe. Gewiss, diese Tradition will ich Ihnen nicht absprechen, schlie\u00dflich sind Sie Privatdetektiv in Amerikas Windy City, dort, wo auch zum Beispiel ihr weiblicher Gegenpart V. I. Warshawski ihrem Job nachgeht. Dennoch sind Sie ein wenig anders: Sie lesen Aischylos und Homer, die griechische Mythologie mit ihren blutigen Fehden ist Ihnen nicht unbekannt. Selbstverst\u00e4ndlich tauchte bei mir w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre ihrer Geschichte einmal mehr die Frage auf, inwieweit griechische Dramen und Epen immer auch schon Kriminalerz\u00e4hlungen sind und ob wir letztlich nicht immer wieder in der Kriminalliteratur diese Erz\u00e4hlformen durch deklinieren. Die Verkn\u00fcpfung, die Ihr geistiger Vater Michael Harvey  da herstellt, ist auf jeden Fall ein interessanter Ansatz.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNat\u00fcrlich kannten auch die alten Griechen ein Verbrechen, das in ihrer Geschichte in den Mittelpunkt r\u00fcckt: Die Vergewaltigung. Es ist der Fall der jungen Elaine Remington, der Ihnen, werter Mr. Kelly, keine Ruhe l\u00e4sst. Ihr alter Polizeikumpel John Gibbons sucht Sie auf. W\u00e4hrend er immer noch im Dienste des Staates steht, arbeiten Sie schon l\u00e4nger auf eigene Faust. Ihr Kumpel Gibbons schildert gleich zu Beginn in einem stakkatohaftem Gespr\u00e4ch den \u00dcberfall auf die junge Frau, die bei einer Vergewaltigung auf offener Stra\u00dfe mit Messerstichen maltr\u00e4tiert wird. Heiligabend 1997 passierte das. Nur knapp \u00fcberlebte Elaine den Angriff und doch wurde der T\u00e4ter nie gestellt. Gibbons Chef lobte seinen Untergebenen damals nach oben \u00e2\u20ac\u201c daf\u00fcr musste Gibbons die Klappe halten. Nun, neun Jahre sp\u00e4ter, plagt Gibbons das Gewissen \u00e2\u20ac\u201c auch, weil Elaine sich in einem Brief an ihn gewandt hat. Mit diesem Brief in der Hand steht er nun bei Ihnen, Mr. Kelly, weil Sie in seinen Augen der beste Ermittler waren und sind. Ahnten Sie, in welches Unheil Sie dieser Besuch Ihres fr\u00fcheren Kollegen Sie f\u00fchren wird? Vermutlich nicht, denn nur einige Stunden nach dem Besuch bei Ihnen ist John Gibbons tot. Er liegt erschossen unter einem Pier. <\/p>\n<p>Der Mord an Ihrem Kumpel bringt viele Dinge ins Rollen: Eine attraktive TV-Moderatorin tritt in Ihr Leben, Sie werden als Tatverd\u00e4chtiger verhaftet, und schlie\u00dflich erscheint auch Nicole, mit der sie seit den Tagen Ihrer harten irischen Kindheit eine Freundschaft pflegen, auf der Bildfl\u00e4che. Eine junge, schwarze Frau, die es wie Sie zur Polizei geschafft hat und bei einem Sonderdezernat f\u00fcr Vergewaltigungsdelikte arbeitet. Nicole ist es, die es Ihnen als Privatdetektiv erm\u00f6glicht, auf Polizeiquellen und Polizeimethoden zur\u00fcck zu greifen. Sie ist es auch, die Sie mitnimmt zu weiteren Mord- und Vergewaltigungsf\u00e4llen. Doch nicht nur das: Sie, Mr. Kelly, st\u00f6bern im Asservatenlager der Chicagoer Polizei und sto\u00dfen dabei auf eine Spur, die schlie\u00dflich ihrer Freundin Nicole das Leben kosten wird und Sie zu dem wohl ber\u00fchmtesten Serienkiller Ihrer Stadt f\u00fchrt: John William Grime, der uns in der realen Welt als John Wayne Gacy bekannt ist. Ihr Grime hat vor allem weibliche Prostituierte vergewaltigt und ermordet, unser Gacy hatte es bekanntlich auf Jungs abgesehen. Beide \u00e2\u20ac\u201c Grime und sein reales Vorbild Gacy \u00e2\u20ac\u201c sind als Killer-Clowns bekannt. <\/p>\n<p><strong>Sex, Tod und Rache<\/strong><\/p>\n<p>Was denken Sie,  Mr. Kelly? Haben wir nicht schon genug \u00fcber Serienkiller gelesen, geh\u00f6rt und gesehen? Killer-Clown, Boston-Strangler oder der Zodiac-Killer &#8211; irgendwie geh\u00f6ren diese menschlichen Monster offenbar zur US-amerikanischen Kultur. Mehr zumindest, als zur europ\u00e4ischen oder deutschen Kultur \u00e2\u20ac\u201c bei uns sind da eher die Massenm\u00f6rder beheimatet. Aber, um zu Ihrer Geschichte zur\u00fcckzukehren, der Serienkiller bleibt bei Ihnen eine Randfigur, wenn auch eine wichtige. Die Ergebnisse Ihrer spannenden Nachforschungen, die durchaus noch mehr Tote nach sich ziehen, weisen auf ein anderes Ph\u00e4nomen hin: Vergewaltigung. Gut erinnere ich mich noch an die Worte von Rachel Swenson, Vorsitzende einer Organisation, die sich um vergewaltigte Frauen k\u00fcmmert, die sie w\u00e4hrend einer Wohlt\u00e4tigkeitsveranstaltung ans Publikum richtet:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u00e2\u20ac\u0153Es gibt \u00fcber einhundert Millionen Frauen in den Vereinigten Staaten. Fast zwanzig Prozent davon, etwa achtzehn Millionen, wurden schon einmal vergewaltigt. Die Mehrheit davon mehr als ein Mal. (&#8230;)Insgesamt kommt es in diesem Land zu \u00fcber achthunderttausend sexuellen \u00dcbergriffen im Jahr. Das sind dreizehnmal mehr als in Gro\u00dfbritannien. Zwanzigmal mehr als in Japan.\u00e2\u20ac\u0153<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Tats\u00e4chlich sind diese Zahlen f\u00fcr die USA, soweit ich das absichern konnte, weitgehend belegt.  Realit\u00e4t in der Fiktion, eine Realit\u00e4t, mit der Sie sich als Privatdetektiv in ihrer Geschichte ganz konkret auseinandersetzen m\u00fcssen. Von ihrer toten Freundin, deren Vergewaltigung sie einst als Junge anschauen mussten, bis hin zu einem jungen M\u00e4dchen, das von ihrem Vater misshandelt wurde, treffen Sie in Ihrer d\u00fcsteren, traurigen Geschichte auf einige Opfer sexueller Gewalt. Wie Sie damit umgehen, ist erstaunlich und von Ihnen spannend geschildert. Ihr Erfinder Michael Harvey hat Ihnen daf\u00fcr eine komplexe Pers\u00f6nlichkeit mitgegeben. Eine Pers\u00f6nlichkeit, das darf ich sicher sagen, Mr. Kelly, die sich abhebt von den oft eindimensionalen Privatschn\u00fcfflern, die einem als Leser immer wieder unter die Augen kommen. Das dazu die Lekt\u00fcre griechischer Klassiker sicher ihren Teil beigetragen hat, mag sein. Eine kluge Dramaturgie, raffinierte Wendungen, die immer wieder Ihr Schicksal bestimmen und gelegentliche harte Schnitte und Bruchstellen \u00e2\u20ac\u201c all das durfte ich Ihrer Geschichte entnehmen. Sie hat mich ein wenig kl\u00fcger gemacht. Unterhalten hat sie mich nicht \u00e2\u20ac\u201c was  nicht negativ gemeint ist, denn schlie\u00dflich haben Sie mir eine grausame Geschichte von Sex, Tod und Rache erz\u00e4hlt. Am Ende blieben mir dann sogar mehrere Aufl\u00f6sungen &#8211;  auch das hat Ihr Sch\u00f6pfer sehr geschickt eingef\u00e4delt. Es waren nicht durchweg angenehme Lesestunden mit Ihnen, das sicher nicht. Aufkl\u00e4rerisch war es hingegen schon. Danke daf\u00fcr. Ich freue mich auf ein Wiederlesen mit Ihnen.<\/p>\n<p><em>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nIhr<br \/>\nLudger Menke<\/em><\/p>\n<blockquote><p><strong>Postscriptum:<\/strong><br \/>\n<img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/preis_der_schuld_200.jpg\" style=\"float: right; margin-left: 15px;\" alt=\"Preis der Schuld von Michael Harvey\"><strong>Michael Harvey: <span style=\"font-variant: small-caps;\">Preis der Schuld<\/span> : Kriminalroman<\/strong> \/ Aus dem Amerikanischen von Anke und Eberhard Kreutzer. &#8211; M\u00fcnchen : Knaur, 2010<br \/>\nISBN 978-3-426-50251-8 \u00e2\u20ac\u201c Preis:  8,95 \u00e2\u201a\u00ac<\/p>\n<p>Originalausgabe: <strong>Michael Harvey: <span style=\"font-variant: small-caps;\">The Chicago Way<\/span><\/strong>. &#8211; New York : Alfred A. Knopf, 2007<\/p>\n<p><strong>Links<\/strong>:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/michaelharveybooks.com\/\">&rarr; Homepage von Michael Harvey <\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/pages\/Michael-Harvey-Fan-Page\/298431118257?ref=ts\">&rarr; Michael Harvey bei Facebook <\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/twitter.com\/TheChicagoWay\">&rarr; Michael Harvey bei Twitter<\/a><\/p>\n<p>Buch bestellen bei:<br \/><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3426502518\/ludgerslesezeich\/\">\u00bb amazon.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2701&amp;type=text&amp;tnb=8&amp;pid=3426502518\">\u00bb libri.de<\/a> <a style=\"\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2176&amp;type=text&amp;tnb=3&amp;pid=3426502518\">\u00bb buch24.de<\/a> <a href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=3426502518\" target=\"_blank\">\u00bb buecher.de<\/a>\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6,11],"tags":[87,276,366,511,533],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3300"}],"collection":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3300"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3300\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3492,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3300\/revisions\/3492"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}