{"id":335,"date":"2005-12-12T22:58:34","date_gmt":"2005-12-12T21:58:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/?p=335"},"modified":"2005-12-12T22:58:34","modified_gmt":"2005-12-12T21:58:34","slug":"die-geschichte-warum-der-horst-eckert-den-jan-seghers-nicht-mag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=335","title":{"rendered":"Die Geschichte, warum der Horst Eckert den Jan Seghers nicht mag"},"content":{"rendered":"<p>Vor gar nicht langer Zeit, da war  der <a href=\"http:\/\/horsteckert.de\/\">&rarr; Horst Eckert<\/a> mal Sprecher beim Syndikat. Da hat er sich manchmal auch mit mir gestritten. Da hat sich das Publikum gefreut. Seit einigen Monaten ist der Horst Eckert aber nun nicht mehr der Sprecher. Das sind jetzt der J\u00fcrgen Kehrer, die Angela E\u00dfer und die Ilka Stitz. Die machen aber gar nix.  Denn von der Krimiautor\/innen-Selbsthilfegruppe, die sich den putzigen Namen &#8222;Syndikat&#8220; gegeben hat, h\u00f6rt man irgendwie nichts mehr. Die schweigen lieber.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aber jetzt, jetzt haben sie den Horst Eckert mal wieder vorgeschickt, weil der kann immer so sch\u00f6ne Aufs\u00e4tze zum Krimi schreiben. Diesen zum Beispiel <a href=\"http:\/\/das-syndikat.com\/seghers.htm\">&rarr; &#8222;Der Markenpirat auf dem Surfbrett&#8220;<\/a> hei\u00dft der und ist als &#8222;Originalbeitrag&#8220; (nee &#8211; nicht &#8222;origineller Beitrag&#8220;) auf der Homepage der Krimiautor\/innen-Selbsthilfegruppe erschienen. Darin beschreibt der Horst Eckert, warum er den <a href=\"http:\/\/www.janseghers.de\/\">&rarr; Jan Seghers<\/a> &#8211; der eigentlich Matthias Altenburg hei\u00dft &#8211; nicht mag.  &#8222;Jan Seghers und die Apartheid in der Literatur&#8220; lautet die Zwischen\u00fcberschrift des Artikels. Wer nicht wei\u00df, was Apartheid hei\u00dft, ist dumm und guckt jetzt aber mal ganz schnell bei der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apartheid\">&rarr; Wikipedia<\/a> oder in einem Lexikon nach.  Apartheid, das war die Rassentrennung in S\u00fcdafrika. Nelson Mandela, Freiheitskampf, Unterdr\u00fcckung, Diskriminierung, Menschenverachtung durch r\u00e4umliche und gesellschaftliche Trennung in Wei\u00dfe und Schwarze. Also die Schwarzen durften zum Beispiel nicht zusammen mit den Wei\u00dfen wohnen und die Schwarzen durften auch nicht w\u00e4hlen. Schlimme Dinge also, die sich keiner w\u00fcnscht. Aber warum gibt es denn dann so eine Rassentrennung in der Literatur? Weil die Krimis in der Buchhandlung einen eigenen Platz haben und nicht mit den anderen Romanen in einem Regal stehen d\u00fcrfen? Ganz sch\u00f6n gemein.<\/p>\n<p>Aber wie kommt denn der Horst Eckert gerade jetzt dazu? Nun, der Matthias Altenburg &#8211; alias Jan Segehrs &#8211; hat in einem <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/data\/2005\/12\/03\/811752.html\">&rarr; Interview<\/a> zum Beispiel gesagt: <\/p>\n<p><em>&raquo;Ich unterscheide grunds\u00e4tzlich zwischen dem Kriminalroman, also dem Schreiben in einem Genre, und Kunst. F\u00fcr mich ist das Schreiben eines Kriminalromans ein kunstvolles Handwerk. Nat\u00fcrlich kann ein Kriminalroman kunstvolle, k\u00fcnstlerische Elemente haben. Aber da ich auch die andere Seite kenne, wei\u00df ich, da\u00df ich f\u00fcr 500 Seiten Kunst etwa zehnmal so lange brauche wie f\u00fcr 500 Seiten Krimi. Man konzentriert sich viel st\u00e4rker auf den Inhalt und auf die Handlung als auf das Sprachlich-Formale. Die \u00dcberg\u00e4nge sind flie\u00dfend. Der Krimi hat die gesamten Versatzst\u00fccke der Moderne \u00fcbernommen &#8211; den schnellen Schnitt, den Perspektivwechsel, den inneren Monolog.&laquo;<\/em><\/p>\n<p>Und dann hat der Jan Seghers &#8211; alias Matthias Altenburg &#8211; auch noch das gesagt:<\/p>\n<p><em>&raquo;Der Krimi hat die Aufgabe der Medien \u00fcbernommen. (&#8230;) Und wenn die Massenmedien sich ganz der Simulation verschreiben, dann mu\u00df die Literatur in die Bresche springen und wieder Realit\u00e4t in die Texte bringen. Das Lesepublikum ist hungrig auf Realit\u00e4t. Und Krimis sind Nachrichten aus der Wirklichkeit&#8230;&laquo;<\/em><\/p>\n<p>Hmm, das hat dem Horst Eckert gar nicht gefallen, weil Literatur n\u00e4mlich auch <em>&raquo; Erfindung von Realit\u00e4t &laquo;<\/em> ist, sagt jedenfalls der Horst Eckert. Was dem Horst Eckert auch nicht gef\u00e4llt, ist, dass der Jan Seghers &#8211; alias Matthias Altenburg &#8211; zwischen Krimi und Literatur unterscheidet. Gute Literatur hier &#8211; handwerklicher Krimi da. Das ist genauso schlimm wie die Rassentrennung in S\u00fcdafrika. Jedenfalls braucht der Matthias Altenburg &#8211; alias Jan Seghers &#8211; viel l\u00e4nger, wenn er Kunst in die Tasten haut. Krimi schreibt sich schneller, ist ja Handwerk. Deshalb mag der Horst Eckert den Jan Seghers &#8211; alias Matthias Altenburg &#8211; nicht.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re ja alles nicht so schlimm, wenn der Jan Seghers als Matthias Altenburg da geblieben w\u00e4re, wo er war. Ist er aber nicht, denn er hat sich die Gartenkluft angezogen und hat sich vom Kunstolymp herabgelassen. Und dann ist er als Trittbrettfahrer auf der Schwedenwelle mitgesurft, weil der Jan Seghers findet den Henning Mankell ganz toll &#8211; jedenfalls als Krimischreiber. Der Jan Seghers schreibt n\u00e4mlich Krimis, die denen von Henning Mankell sehr \u00e4hnlich sind. Hmm, aber wie kann man denn als Trittbrettfahrer auf einer Schwedenwelle ohne Surfbrett surfen? Das habe ich auch nicht verstanden, kann es Euch also nicht erkl\u00e4ren. Oder hat der Henning Mankell dem Jan Seghers &#8211; alias Matthias Altenburg &#8211; eins geschenkt? <\/p>\n<p>Jedenfalls sagt der Horst Eckert, dass der Jan Seghers &#8222;billige Markenpiraterie&#8220; gemacht h\u00e4tte und damit w\u00fcrde er sich jetzt bei den Feuilletonisten anbiedern, <em>&raquo; die noch immer das alte Apartheids-Dogma pflegen.&laquo;<\/em>  Das habe ich auch nicht verstanden: Sind den Feuilletonisten, also die Menschen, die bei Zeitungen immer so lustige Artikel \u00fcber Krimis schreiben, Rassisten? Weil sie ihre Krimis nicht zu den anderen Romanen stellen? Das f\u00e4nde ich auch gemein. <\/p>\n<p>Vielleicht mag der Horst Eckert den Jan Seghers &#8211; alias Matthias Altenburg &#8211; aber auch deshalb nicht, weil der Jan Seghers in einem <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2005\/10-08\/032.php\">&rarr;anderen Interview<\/a> gesagt hat, dass es <em>\u00bbin unserer Branche (&#8230;) reichlich unrasierte Stricher\u00ab<\/em> g\u00e4be. Gemeint hat der Jan Seghers damit zum Beispiel die Thea Dorn oder die Cora Stephan &#8211; alias Anne Chaplet &#8211; , weil die die Angela Merkel toll finden. Das gef\u00e4llt dem Jan Seghers &#8211; alias Matthias Altenburg &#8211; nun aber wiederum nicht und er findet, die Thea Dorn und die Cora Stephan &#8211; alias Anne Chaplet &#8211; wollten nur auf der Seite der Sieger stehen. Also quasi auf der &#8222;Merkel-Welle&#8220; als Trittbrettfahrerinnen mitsurfen. <\/p>\n<p>Und das n\u00e4chste mal erz\u00e4hle ich Euch die Geschichte, warum man in S\u00fcdafrika so sch\u00f6n surfen kann und warum man den Begriff Apartheid nur dann benutzen sollte, wenn er auch angebracht ist&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor gar nicht langer Zeit, da war der &rarr; Horst Eckert mal Sprecher beim Syndikat. Da hat er sich manchmal auch mit mir gestritten. Da hat sich das Publikum gefreut. Seit einigen Monaten ist der Horst Eckert aber nun nicht mehr der Sprecher. 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