{"id":44,"date":"2005-02-12T01:23:08","date_gmt":"2005-02-12T00:23:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/?p=44"},"modified":"2005-02-12T01:23:08","modified_gmt":"2005-02-12T00:23:08","slug":"betrachtungen-von-leichenflesch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=44","title":{"rendered":"Betrachtungen von &#8222;Leichenflesch&#8220;"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em><strong>Der Autor<\/strong> (Species Germaniae) liegt in seiner Selbsteinsch\u00e4tzung etwa zwischen Shakespeare, Homer und &#8211; wegen der Auflagenh\u00f6he &#8211; Konsalik. Er betrachtet sich als unterbezahlt und ausgebeutet; er leidet darunter, nicht in lindgr\u00fcnem Maroquin mit Goldschnitt publiziert zu werden und fordert dem Verlag infolgedessen ein hohes Ma\u00df an Streicheleinheiten ab. Wer ihn als Lektor betreut, braucht eine gediegene Kinderg\u00e4rtnerinnenausbildung. Auf verlagsseitige \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge an seinem Manuskript reagiert der Autor wie eine tropische Orchidee auf minus 17 Grad (Wird das Buch ein Renner, dann trotz, liegt es wie Blei, wegen der \u00c4nderungen). Bei Erscheinen des Werkes (Taschenbuch, 128 Seiten) verlangt er ganzseitige Anzeigen in ZEIT, SPIEGEL, STERN, FAZ, S\u00fcddeutsche Zeitung, Trierer Bistumsblatt, Playboy und den HOREN. Den (vertraglich vereinbarten) Verlagsanteil an Nebenrechtserl\u00f6sen sch\u00e4tzt er ein wie die Vergewaltigung einer Dreizehnj\u00e4hrigen. Auf der Frankfurter Buchmesse sinkt er dem Verleger mit einem gehauchten &#8222;lieber Meister&#8220; (&#8230;.) an die Brust.<\/em><br \/>\nRichard K. Flesch &#8211; Miszellen zum Thema Kriminalroman <\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em><strong>Rezension<\/strong> wird im Genre Kriminalliteratur in der Regel von Leuten besorgt, die, etwa in der Obersekunda, einen Roman von Christie gelesen haben und sie sp\u00e4terhin hartn\u00e4ckig mit Raymond Chandler verwechseln. Die weitere Entwicklung der Gattung haben sie nicht mehr verfolgt, und wenn sie sich trotzdem an Sj\u00f6wall\/Wahl\u00f6\u00f6 herantrauen, oder an Boileau\/Narcejac, dann scheitern sie h\u00e4ufig an der richtigen Schreibweise der schwierigen Namen. Sie lesen das jeweilige Buch diagonal und\/oder nur zur H\u00e4lfte und kommen so zu schl\u00fcssigen und profund-oberfl\u00e4chlichen Fehlurteilen.<br \/>\nP.S.: Es gibt hierzulande auch ein paar blitzgescheite Leute, die mit Sachverstand und Detailkenntnis Kriminalroman-Rezensionen schreiben, die diesen Namen verdienen und die Bl\u00e4tter gefunden haben, in denen ihr Votum nicht redaktionell verst\u00fcmmelt wird.<\/em><br \/>\nRichard K. Flesch &#8211; Miszellen zum Thema Kriminalroman <\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em><strong>Die Leser:<\/strong>  Es gibt welche, die behaupten, sie l\u00e4sen NIE Kriminalromane. Das sind meistens Leute, bei denen sie im B\u00fccherschrank hinter Grass, B\u00f6ll und Konsorten in der zweiten Reihe stehen. Es gibt andere, die lesen NUR Krimis. Sie geben&#8217;s im allgemeinen auch freim\u00fctig zu; allerdings sind unter ihnen immer mal welche, die bei der Erw\u00e4hnung des Namens Kierkegaard unbefangen fragen: &#8222;Ach, ist das nicht der Schwede, der Boris Becker geschlagen hat?&#8220;<br \/>\nWieder andere erholen sich bei einem Krimi vom letzten Sartre, nur mal so zwischendurch &#8211; im Jet (bis New York reicht bei mittlerer Lesegeschwindigkeit ein Band f\u00fcr DM 4,80, bis Chicago ist DM 5,80 empfehlenswert), am Urlaubsstrand, im Bett vor dem Einschlafen, wobei allerdings ein wirklich rundum guter Krimi manchmal unzweckm\u00e4\u00dfig ist. &#8211; Im Grunde ist davon auszugehen, da\u00df im statistischen Durchschnitt alle Leute &#8211; ab und zu, anfallweise, \u00fcberwiegend &#8211; Kriminalromane lesen, Anachoreten und Stigmatisierte m\u00f6glicherweise ausgenommen.<\/em><br \/>\nRichard K. Flesch &#8211; Miszellen zum Thema Kriminalroman <\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Autor (Species Germaniae) liegt in seiner Selbsteinsch\u00e4tzung etwa zwischen Shakespeare, Homer und &#8211; wegen der Auflagenh\u00f6he &#8211; Konsalik. Er betrachtet sich als unterbezahlt und ausgebeutet; er leidet darunter, nicht in lindgr\u00fcnem Maroquin mit Goldschnitt publiziert zu werden und fordert dem Verlag infolgedessen ein hohes Ma\u00df an Streicheleinheiten ab. 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