{"id":733,"date":"2007-04-09T20:13:52","date_gmt":"2007-04-09T18:13:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/733\/jonathan-santlofer-der-todeskuenstler.html"},"modified":"2007-04-09T20:13:52","modified_gmt":"2007-04-09T18:13:52","slug":"jonathan-santlofer-der-todeskuenstler","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=733","title":{"rendered":"Konventionelles Krimihandwerk"},"content":{"rendered":"<p><script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/corner.js\"><\/script><br \/>\n<img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/images\/der_todeskuenstler.jpg\" style=\"float:right; margin-left:20px\" class=\"corner ishade50 ishadow20\" alt=\"Der Todesk\u00fcnstler Jonathan Santlofer\"\/><strong>Jonathan Santlofer: <span style=\"font-variant: small-caps;\">Der Todesk\u00fcnstler<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Maler oder Bildhauer sind eher selten unter Krimiautoren zu finden. Einer der wenigen bildenden K\u00fcnstler, die auch Kriminalliteratur schreiben, ist der US-amerikanische Maler Jonathan Santlofer. In den USA ist seine Krimi-Reihe um die Kunstexpertin und Ex-Polizistin Kate McKinnon sowohl bei der Kritik wie auch beim Publikum recht erfolgreich. Dort liegen bislang drei Romane mit dieser Heldin vor. Aktuell erscheint in diesen Tagen in den USA ein vierter Roman von Santlofer, mit dem er eine neue Serie um den Polizeizeichner Nate Rodriguez er\u00f6ffnet. Deutsche Leser k\u00f6nnen den krimischreibenden Maler jetzt auch in der \u00dcbersetzung kennenlernen: Der Parthas-Verlag ver\u00f6ffentlichte unter dem Titel <span style=\"font-variant: small-caps;\">\u00e2\u20ac\u017eDer Todesk\u00fcnstler&#8220;<\/span> den Deb\u00fctkrimi Santlofers. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Auch wenn der deutsche Verlag das Buch im Untertitel als \u00e2\u20ac\u017eKunstkrimi&#8220; klassifiziert, darf man sich nicht in die Irre f\u00fchren lassen: Hier ist keineswegs ein neues Subgerne geboren worden. Santlofers Roman ist ein reichlich konventioneller \u00e2\u20ac\u017eWer-war\u00e2\u20ac\u2122s&#8220;-Krimi, gemischt mit Elementen des Polizei- und des Gesellschaftsromans, nur eben angesiedelt im Kunst- und K\u00fcnstlermilieu New Yorks. Wie so oft wenn Kunst und Krimi aufeinander treffen, ist der Serienkiller nicht weit &#8211; schlie\u00dflich verstehen diese modernen Monster ihre \u00e2\u20ac\u017eArbeit&#8220; ja oft auch irgendwie als Kunstwerk. Santlofers b\u00f6ser Bube bildet da keine Ausnahme. Seine Opfer findet der T\u00e4ter in der neurotischen New Yorker Kunstszene, wie zum Beispiel Elena, eine Performance-K\u00fcnstlerin, deren Leiche \u00fcbel zugerichtet in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Die junge Frau war zu Lebzeiten Sch\u00fctzling von Kate McKinnon, die wiederum einst bei der New Yorker Polizei arbeitete, bevor sie den wohlhabenden Richard Rothstein heiratete und nun in ihrer eigenen Fernsehsendung als Kunstexpertin auftritt. <\/p>\n<p>Kate mischt sich als ehemalige Polizistin immer mehr in die Ermittlungen ein, denn nat\u00fcrlich bleibt Elena nicht das einzige Opfer des irren Serient\u00e4ters. Weitere K\u00fcnstler, aber auch Kunsth\u00e4ndler oder Kunstsammler, fallen dem Killer in die H\u00e4nde. Im Laufe der Zeit erkennt Kate das Muster seiner Morde: Der T\u00e4ter arrangiert mit seinen Morden klassische und moderne Kunstwerke nach. Von Tizians Gem\u00e4lde <span style=\"font-variant: small-caps;\">\u00e2\u20ac\u017eDie Schindung des Marsyas&#8220;<\/span> \u00fcber Jacques-Louis Davids <span style=\"font-variant: small-caps;\">\u00e2\u20ac\u017eDer Tod des Marat&#8220;<\/span> bis hin zu Bildern des abstrakten Expressionisten Willem de Kooning reicht dabei die k\u00fcnstlerische Bandbreite und entsprechend vielf\u00e4ltig ist das dargebotene Gemetzel. Das scheint nicht zu stoppen zu sein, denn der \u00e2\u20ac\u017eK\u00fcnstler&#8220; verbindet damit auch eine Botschaft an Kate &#8211; die diese jedoch nicht so schnell entschl\u00fcsseln kann. <\/p>\n<p><strong>Verfolgungsjagd und Amateurpornos<\/strong><\/p>\n<p>Santlofers Roman bietet einen interessanten Einblick in die Neurosen der New Yorker Kunstszene, ohne dabei ein Schl\u00fcsselroman zu sein. Die Figurenzeichnungen sind lesenswert, insbesondere mit seiner Heldin Kate ist dem Autor eine lebensechte Figur gegl\u00fcckt. Auch als Krimi funktioniert der Roman ganz passabel, Santlofer legt geschickt die ein oder andere falsche F\u00e4hrte. Allerdings sorgen einige \u00fcberfl\u00fcssige Nebenhandlungen f\u00fcr gelegentliches Abflachen des Spannungsbogens. So entf\u00fchrt Santlofer seine Leser zum Beispiel in die schmuddelige Welt der Amateurpornos, was arg effekthascherisch wirkt und letztlich mit dem Fall nichts zu tun hat. Auch eine wilde Verfolgungsjagd durch die New Yorker Stra\u00dfen, an deren Ende es einen Toten gibt, wirkt aufgesetzt und so, als habe der Autor schon mal auf eine m\u00f6gliche Verfilmung seines Buches durch Hollywood geschielt. <\/p>\n<p>Die ein oder andere K\u00fcrzung h\u00e4tte dem Roman gut getan, zuviel Ballast hemmt letztlich den Erz\u00e4hlfluss. Schwierig zu beurteilen ist die Sprache des Autors. Zumindest die deutsche \u00dcbersetzung wirkt manchmal spr\u00f6de, manchmal faszinierend exakt. Insgesamt ist Santlofers \u00e2\u20ac\u017eKunstkrimi&#8220; keine gro\u00dfe Krimikunst, sondern solides Krimi-Kunsthandwerk mit leichten Macken. <span style=\"font-variant: small-caps;\">\u00e2\u20ac\u017eDer Todesk\u00fcnstler&#8220;<\/span> ist das Deb\u00fct eines Autors, der viel Interessantes aus der Welt der Kunst zu erz\u00e4hlen hat, der allerdings bei der literarischen Form noch auf die ein oder andere Korrektur durch das amerikanische Lektorat angewiesen gewesen w\u00e4re. <\/p>\n<blockquote><p><strong>Jonathan Santlofer: <span style=\"font-variant: small-caps;\">Der Todesk\u00fcnstler<\/span><\/strong> : Kunstkrimi \/ Aus dem Amerikanischen von Paul Lukas. &#8211; Berlin : Parthas Verlag, 2007<br \/>\nISBN 978-3-86601-701-6<\/p>\n<p>Originalausgabe: <strong>Jonathan Santlofer: <span style=\"font-variant: small-caps;\">The Death Artist<\/span><\/strong>. &#8211; New York : William Morrow, 2002<\/p>\n<p>Buch bestellen bei:<\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3866017014\/ludgerslesezeich\/\">\u00bb amazon.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2701&amp;type=text&amp;tnb=8&amp;pid=3866017014\">\u00bb libri.de<\/a> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=72132&amp;site=2176&amp;type=text&amp;tnb=3&amp;pid=3866017014\">\u00bb buch24.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Links:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.todeskuenstler.de\/\">&rarr; Homepage zum Buch<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.jonathansantlofer.com\/\">&rarr; Homepage von Jonathan Santlofer<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jonathan Santlofer: Der Todesk\u00fcnstler Maler oder Bildhauer sind eher selten unter Krimiautoren zu finden. 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