{"id":753,"date":"2007-05-04T10:34:52","date_gmt":"2007-05-04T08:34:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/753\/digitales-dauerthema.html"},"modified":"2007-05-04T10:34:52","modified_gmt":"2007-05-04T08:34:52","slug":"digitales-dauerthema","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=753","title":{"rendered":"Digitales Dauerthema"},"content":{"rendered":"<p>Der gute dpr hat sich Gedanken zum Thema <a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2007\/05\/print-vs-blog.php\">&rarr; &#8222;Print vs. Blogs?&#8220;<\/a> gemacht. Ins Zentrum r\u00fcckt er dabei, angesto\u00dfen durch einen <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2007\/05\/02\/books\/02revi.html?_r=1&#038;oref=slogin\">&rarr; Artikel in der New York Times<\/a>, den in der sogenannten Blogosph\u00e4re zum Dauerthema avancierten Streit von dilettantischen Privatschreibern gegen professionelle Journalisten. Buchbesprechungen verschwinden immer mehr aus den gedruckten, dem &#8222;professionellen&#8220; Feuilleton, daf\u00fcr erobern Amateure die Meinungshoheit im Literaturbetrieb. Vielen Argumenten, die dpr anf\u00fchrt, kann man nur zustimmen. Es g\u00e4be da aber ein oder zwei kleine Einw\u00e4nde meinerseits.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p><em>&raquo;Ein f\u00e4higer Rezensent muss weder Journalist noch Literaturwissenschaftler sein.&laquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>schreibt dpr und formuliert anschlie\u00dfend ein Anforderungsprofil f\u00fcr einen Rezensenten:<\/p>\n<blockquote><p><em>&raquo;Was er neben einer gewissen Sprach- und Stilbeherrschung braucht, ist ein Kenntniskanon. (&#8230;) der Rezensent hat demzufolge ein Allrounder mit Spezialkenntnissen zu sein.&laquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Nicht nur, dass dies durchaus Anforderungen an einen Journalisten sind, sinnvolle Literaturkritik au\u00dferhalb des wissenschaftlichen Literaturbetriebs, der andere Anspr\u00fcche und Ziele verfolgt, ist nur mit journalistischen Werkzeugen m\u00f6glich. Ohne die F\u00e4higkeit Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, ohne die Beherrschung von journalistischer Strukturierung von Texten, ohne Kenntnisse des Medien- und Buchbetriebs und vor allem ohne journalistische Recherchekenntnisse bleiben solche Rezensionen eben das, was sie innerhalb vieler Blogs doch sehr oft sind: privates Geplaudere. Niemand wird in Abrede stellen, dass ein Rezensent Sprache und Stil beherrschen muss, niemand wird bestreiten, dass er oder sie sehr gute Kenntnisse des Literaturkanons haben muss. Alles sehr richtig und wichtig. Doch das alleine recht eben nicht.<\/p>\n<p>Gerade der journalitische Hintergrund sorgt daf\u00fcr, dass der Rezenent ein Allrounder wird, der Literatur auch jenseits von Intertextualit\u00e4t und Hermeneutik begreifen, erl\u00e4utern und vermitteln kann. <\/p>\n<p>Kritisch bleibt auch das Beispiel, das dpr anf\u00fchrt, um die &#8222;David-Goliath-Verh\u00e4ltnisse zwischen Blogs und Printerzeugnissen&#8220; zu relativieren. Er verweist auf seine fr\u00fche Besprechung von Andrea Maria Schenkels &#8222;Tann\u00f6d&#8220;, ein Kriminalroman, der ja mittlerweile zu einem Bestseller avanciert ist. <\/p>\n<blockquote><p><em>&raquo;Inzwischen ist die wtd-Rezension von \u00e2\u20ac\u017eTann\u00f6d\u00e2\u20ac\u0153 viele tausendmal GEZIELT aufgesucht worden. Und das ist der Unterschied zu herk\u00f6mmlichen, das hei\u00dft entweder gar nicht oder nur zeitlich begrenzt oder nur gegen Bezahlung digital zug\u00e4nglichen Rezensionen: die Zeit arbeitet f\u00fcr uns. W\u00e4hrend eine Buchbesprechung in der Tageszeitung von den meisten Konsumenten schlichtweg nicht oder nur fl\u00fcchtig zur Kenntnis genommen werden d\u00fcrfte, erreichen Blogs (und digitalisierte Zeitungen, Internetportale etc. selbstverst\u00e4ndlich auch) ihre LeserInnen gezielt.&laquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Gezielte Suche setzt aber zumindest die Kenntnis des Titels voraus. Man muss zun\u00e4chst einmal wissen, dass es einen Kriminalroman mit dem Titel &#8222;Tann\u00f6d&#8220; gibt und vielleicht auch wissen, dass ihn Andrea Maria Schenkel geschrieben hat. Dies k\u00f6nnen Blogs, die im Vergleich zu Zeitungen immer noch einen eher kleineren Nutzerkreis haben, zur Zeit (noch) nicht leisten. Daraus l\u00e4sst sich allerdings etwas sehr Postives f\u00fcr Blos ableiten: W\u00e4hrend sich das gedruckte Feuilleton tats\u00e4chlich oftmals nur noch zum &#8222;\u00dcberfliegen&#8220; eignet &#8211; denn der begrenzte Platz f\u00fcr inhaltliche Tiefe, insbesondere bei Literaturbesprechungen, wird unsinnigen Texten \u00fcber B\u00fcchern von Eva Hermann oder den immer breiter gewordenen Medienseiten gewidmet, die fast ausschlie\u00dflich der journalistischen Nabelschau dienen &#8211; w\u00e4hrend das Feuilleton also immer mehr verflacht und ausfranst, k\u00f6nnen gute Blogs hier inhaltliche Tiefe und vor allem Diskussion auf Augenh\u00f6he bieten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gute dpr hat sich Gedanken zum Thema &rarr; &#8222;Print vs. Blogs?&#8220; gemacht. 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