{"id":82,"date":"2005-03-09T13:38:30","date_gmt":"2005-03-09T12:38:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.der-buecherfreund.de\/?p=82"},"modified":"2005-03-09T13:38:30","modified_gmt":"2005-03-09T12:38:30","slug":"glauser-folge-8-offenbarungseid","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=82","title":{"rendered":"Glauser &#8211; Folge 8 &#8211; Offenbarungseid"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>&#8222;Und wenn es arrogant ist darauf hinzuweisen, dass Juroren immer subjektiv urteilen werden, weil es Objektivit\u00e4t bei der Bewertung von Literatur nach meiner Auffassung nicht geben kann \u00e2\u20ac\u201c ja, dann bin ich arrogant. &#8222;<\/em><br \/>Jan Zweyer in seinen <a href=\"http:\/\/www.jan-zweyer.de\/content\/jz_aktuell.htm\" target=\"_blank\">Notizen vom 7. M\u00e4rz 2005<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Nun, werte Krimikritikerinnen und Krimikritiker, liebe Leserinnen und Leser von Kriminalromanen, lasset alle Hoffnung fahren. Nehmt sofort die Finger von der Tastatur, legt die Stifte nieder, werft Eure vollgeschriebenen Bl\u00e4tter weg! Es gibt keine Objektivit\u00e4t bei der Bewertung von Literatur! Niemals! Versucht es erst gar nicht! Ihr Literaturwissenschafler, sucht Euch einen neuen Job &#8211; Euer Bem\u00fchen ist umsonst, Eure Kunst ist tot! Eure Literaturgeschichten, Essays, Kritiken, Besprechungen &#8211; ab auf den Scheiterhaufen! Kauft und lest B\u00fccher und haltet doch bitte endlich die Klappe! <\/p>\n<p> Nach dem Offenbarungseid des Glauser-Jury-Mitglieds Marcus Starck vom <a href=\"http:\/\/marcusstarck.blogspot.com\/2005\/03\/ludger-glauser-und-kein-ende.html\" target=\"_blank\">3. M\u00e4rz<\/a>, nun ein weiteres Eingest\u00e4ndnis eines Syndikats-Autors namens <a href=\"http:\/\/www.jan-zweyer.de\/\" target=\"_blank\">Jan Zweyer<\/a>. Qualit\u00e4t, Objektivit\u00e4t, begr\u00fcndete Urteile zur Kriminalliteratur &#8211; alles vergebliche Liebesm\u00fch&#8216;! Welch&#8216; verruchter Mensch, der behaupten mag, Edgar Allen Poe, Arthur Canon  Doyle,  Gilbert Keith Chesterton , Agatha Christie, Dorothy L. Sayers, Raymond Chandler, Dashiell Hammett &#8211; um jetzt nur mal die \u00e4lteren &#8222;Klassiker&#8220; (die es nach dieser These auch nicht geben kann) zu nennen &#8211; all diese und viele andere Autorinnen und Autoren seien irgendwie wichtig f\u00fcr die Entwicklung des Kriminalromans gewesen. Nur so nebenbei gefragt: Warum hei\u00dft der Glauser eigentlich Glauser? K\u00f6nnte der Preis dann nicht auch Lieschen-M\u00fcller-Preis hei\u00dfen? Oder noch besser: Geschmacksurteils-Preis einer subjektiven Jury? <\/p>\n<p>Aber lesen wir mal weiter, was Jan Zweyer noch so zum Thema Kriminalliteratur, Syndikat und Glauser einf\u00e4llt:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Noch eine Frage stellt sich mir: Warum um alles in der Welt sollte das Syndikat Selbstkritik \u00fcben?&#8220;<\/em><br \/>Jan Zweyer in seinen <a href=\"http:\/\/www.jan-zweyer.de\/content\/jz_aktuell.htm\" target=\"_blank\">Notizen vom 7. M\u00e4rz 2005<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, warum eigentlich? Nicht, dass es seit Jahren Kritik am Verfahren gab, dass die &#8222;Eventisierung&#8220; der &#8222;Criminale&#8220; bedauert wurde, dass sich das Ger\u00fccht, der Glauser sei ja doch nur ein &#8222;Mauschelpreis&#8220;, hartn\u00e4ckig in den K\u00f6pfen h\u00e4lt. Alles kein Grund, sich Gedanken zu machen. Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Syndikats funktioniert hervorragend. Wer sich zum Beispiel auf <a href=\"http:\/\/www.fv-krimi.de\/veranstaltungen.html\" target=\"_blank\">diese Seite verirrt<\/a>, erf\u00e4hrt, welche Veranstaltungen der &#8222;F\u00f6rderverein f\u00fcr deutschsprachige Kriminalliteratur e.V.&#8220;, ein enger Verb\u00fcndeter des Syndikats im Kampf f\u00fcr die deutschsprachige Kriminalliteratur, gesponsert hat. So werden f\u00fcr das Jahr 2003 mehrere Termine der &#8222;Krimin\u00e4chte im Speicherstadtmuseum&#8220; aufgef\u00fchrt. Ich war bei mehreren dieser Veranstaltungen, aber das es Sponsoren f\u00fcr diese Veranstaltungen gab, wurde nirgends erw\u00e4hnt. &#8222;Tue Gutes und rede dar\u00fcber&#8220; &#8211; drucke dein Logo auf Plakate, Eintrittskarten, Programmhefte, zeige Pr\u00e4senz, sag&#8216;, dass nur Dank deiner finanziellen Unterst\u00fctzung diese Veranstaltung m\u00f6glich war. Aber vielleicht ist man ja zu sch\u00fcchtern. <\/p>\n<p>Rhethorisch richtig gegl\u00fcckt ist Jan Zweyer seine Abschlussfrage: <\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Wenn Syndikat, Criminale, und die Preise doch gar so unwichtig sind, warum dann die ganze Aufregung? Wer nimmt sich eigentlich hier zu wichtig, Ludger Menke?&#8220;<\/em><br \/>Jan Zweyer in seinen <a href=\"http:\/\/www.jan-zweyer.de\/content\/jz_aktuell.htm\" target=\"_blank\">Notizen vom 7. M\u00e4rz 2005<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn Jan Zweyer meine Kritik richtig gelesen h\u00e4tte, dann h\u00e4tte er folgendes wahrnehmen k\u00f6nnen: <\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Das alles w\u00e4re nicht so wichtig und \u00e4rgerlich, w\u00fcrde es in diesem Lande eine gute und funktionierende Krimikultur geben. Die Amis und auch die Engl\u00e4nder haben zig Krimipreise, darunter auch Preise, die von Autor\/innen an ihre Kolleg\/innen vergeben werden, und das ist auch gut so. Dazu Zeitschriften, Foren, riesige Krimibuchhandlungen, diverse Treffen etc. Hier in Deutschland hat das Syndikat fast eine Monopolstellung in Sachen Krimi. Welche ernsthafte Alternative &#8211; f\u00fcr Leser &#8211; gibt es schon? Es gibt die verstreuten Besprechungen der professionellen Literaturkritiker, es gibt rund zehn ernstzunehmende Internetseiten, und ab und zu gibt es eine Tagung zum Thema. Mehr nicht. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Weil ich Kriminalliteratur ernst nehme, weil sie mir wichtig ist, st\u00fcrze ich mich jedes Jahr in diese Diskussion. Meine beharrliche Fragen nach Qualit\u00e4t und Kriterien, nach Gr\u00fcnden f\u00fcr Urteile \u00fcber Kriminalliteratur hat wohl kaum etwas mit egomanischer Wichtigtuerei zu tun. Ich bin nicht das Syndikat, ich vergebe keinen angeblichen &#8222;Oscar&#8220; der deutschsprachigen Kriminalliteratur. Ich frage einfach nach. Wenn ich als Antwort darauf die Ausflucht ins &#8222;Geschmacksurteil&#8220; bekomme, dann brauche ich keinen Glauser. Dann kann ich auch auf die nackten Verkaufzahlen von Krimis und auf die Bestsellerlisten schauen. Da sieht es gar nicht gut aus f\u00fcr den deutschen Krimi. Aber das ist nun wieder eine ganz andere Geschichte. <\/p>\n<p>P.S.: Das Internet bietet die wunderbare M\u00f6glichkeit, Texte untereinander zu verlinken. Wenn ich zum Beispiel einen Text auf einer anderen Internetseite kritisiere oder irgendeinen Bezug dazu herstelle, dann ist es ein Gebot der H\u00f6flichkeit und Fairness, diesen Text per Link f\u00fcr die Leser erreichbar zu machen. Geht ganz einfach. Aber H\u00f6flichkeit und Fairness scheint nicht die Sache von Herrn Zweyer zu sein. Warum sonst<a href=\"http:\/\/www.jan-zweyer.de\/content\/jz_aktuell.htm\" target=\"_blank\"> zitiert<\/a> er mich ausgiebig, bietet seinen Lesern aber keinen Link zu meinen kompletten Texten an?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Und wenn es arrogant ist darauf hinzuweisen, dass Juroren immer subjektiv urteilen werden, weil es Objektivit\u00e4t bei der Bewertung von Literatur nach meiner Auffassung nicht geben kann \u00e2\u20ac\u201c ja, dann bin ich arrogant. &#8222;Jan Zweyer in seinen Notizen vom 7. 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