{"id":898,"date":"2007-11-12T10:42:36","date_gmt":"2007-11-12T09:42:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/898\/akzente-durch-qualitat.html"},"modified":"2007-11-12T10:42:36","modified_gmt":"2007-11-12T09:42:36","slug":"interview-mit-dr-rainer-moritz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=898","title":{"rendered":"Akzente durch Qualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/rainer_moritz_1.jpg\" style=\"float: right; margin-left: 15px; alt=\"Dr. Rainer Moritz by Ludger Menke\" \/><strong>Interview mit Dr. Rainer Moritz zum ersten Hamburger Krimifestival<\/strong><\/p>\n<p>Er geh\u00f6rt zu den Hinterm\u00e4nnern des ersten Hamburger Krimifestivals: Dr. Rainer Moritz ist Leiter des Literaturhauses Hamburg und hat zusammen mit dem \u00e2\u20ac\u017eAbendblatt\u00e2\u20ac\u0153-Redakteur Volker Albers und dem Buchh\u00e4ndler Christian Heymann die sechs kriminellen Tage in Hamburg geplant und durchgef\u00fchrt.  Wie es zu der Idee des Festivals kam, welche Akzente mit dem Programm gesetzt werden sollten und wie es mit dem Krimifestival weitergehen soll, hat er mir in einem kurzen Gespr\u00e4ch verraten. <\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Es gibt in M\u00fcnchen ein Krimifestival, es gibt den \u00e2\u20ac\u017eMord am Hellweg\u00e2\u20ac\u0153 im Ruhrgebiet und nun das erste Hamburger Krimifestival. Wird Krimi immer wichtiger?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Ich glaube, man muss nur auf die Bestsellerlisten in Deutschland schauen, um zu sehen, dass diese Gattung sich h\u00f6chster Beliebtheit erfreut, allerdings nicht erst seit zwei, drei Jahren. Wenn man zehn, f\u00fcnfzehn Jahre zur\u00fcckschaut war es fr\u00fcher nicht viel anders, aber der Krimi selber hat einfach mehr Zuspruch bekommen. Mittlerweile auch von Lesern, die fr\u00fcher nie Kriminalromane gelesen haben. Das Genre hat sich, auch im deutschsprachigen Raum, ver\u00e4ndert. Es sind Autoren hinzugekommen, die man fr\u00fcher nur in der  \u00e2\u20ac\u017eernsthaften Belletristik\u00e2\u20ac\u0153 vermutet h\u00e4tte. Dass hei\u00dft, es sind hier neue Formen entstanden, auch literarischere Formen sicherlich, und das war einer der Gr\u00fcnde, hier in Hamburg endlich ein Krimifestival zu veranstalten.<\/p>\n<p>Wir haben gesehen, dass es das Bed\u00fcrfnis gibt, Hamburg ist eine Krimistadt, nicht nur von der Literatur her, sondern auch vom Film und vom Fernsehen. Es gibt viele Autoren, die Krimis schreiben und in Hamburg leben. Und es haben sich Beteiligte zusammengefunden, in dem Fall das <span style=\"font-variant: small-caps;\">Hamburger Abendblatt<\/span> mit Volker Albers, die Buchhandlung Heymann und das Literaturhaus, die alle fast unabh\u00e4ngig voneinander gesagt haben, wir wollen so etwas angehen. Das Sch\u00f6ne daran: Die Partner haben sich ohne gro\u00dfes Brimborium zusammengefunden und mit der Hilfe von einigen Verlagen ein doch ordentliches Programm relativ schnell auf die Beine gestellt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Wie lange haben die Planungen gedauert?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Man muss unterscheiden zwischen ersten \u00dcberlegungen, ersten Kontakten: Ich habe mit Volker Albers schon vor gut eineinhalb, zwei Jahren dar\u00fcber gesprochen. Dann kam Peter Lohmann, fr\u00fcher Verleger beim <span style=\"font-variant: small-caps;\">Verlag am Galgenberg<\/span> der damals mit bekannten Krimis hervorgetreten ist, jetzt Verleger des <span style=\"font-variant: small-caps;\">S. Fischer Verlages<\/span>. Auch von dieser Verlagsgruppe Holtzbrinck kam die Idee, ob man das in Hamburg nicht auch mal probieren k\u00f6nnte. Dann haben wir mit Herrn Heymann Kontakt aufgenommen. Andererseits: Die ganz konkrete Planung &#8211; wann wollen wir das machen, welche Autoren wollen wir einladen, welche Orte sollen es sein &#8211; das hat erst im letzten dreiviertel Jahr stattgefunden. Die Zeit war also nicht so lang, um das auf die Beine zu stellen, aber wir haben &#8211; und das ist interessant &#8211; bei den Verlagen und Autoren sehr schnell Zuspruch gefunden. Dass hei\u00dft, wir mussten nicht \u00fcberzeugen &#8211; gerade bei den Verlagen muss man ja manchmal jemanden zum Futter tragen &#8211; sondern das Bed\u00fcrfnis in Hamburg auch ein Krimifestival zu haben war sehr gro\u00df, und die Bereitschaft auch Autoren nach Hamburg zu locken war gro\u00df. Das beste Beispiel ist vielleicht Jilliane Hoffman, die eigens f\u00fcr ihre Lesung hier aus den USA einfliegt. <\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Wie kann man sich denn die Programmarbeit vorstellen? Gibt es da von Ihrer Seite Pr\u00e4ferenzen, dass Sie sagen, den Autor, die Autorin h\u00e4tte ich gerne? Oder h\u00e4ngt es davon ab, wen Ihnen die Verlage anbieten?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Es ist beides. Letztlich ist es nicht so sehr unterschiedlich vom \u00e2\u20ac\u017enormalen\u00e2\u20ac\u0153 Literaturhaus-Programm. Auch dort gibt es Kooperationen mit Verlagen, aber auch dort ist das Literaturhaus &#8211; wie in M\u00fcnchen oder Stuttgart &#8211; darauf bedacht, Akzente zu setzen, selber Schwerpunkte zu setzen. Wir haben mit Volker Albers in unserem Programmkomitee einen renommierten Kritiker, der spezialisiert ist auf Kriminalromane. Ich selber kenne mich auch ganz ordentlich aus. Dass hei\u00dft, wir haben sehr fr\u00fch \u00fcberlegt: Was ist einerseits an Neuerscheinungen da? Ganz konkretes Beispiel ist \u00c5ke Edwardson, der im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr einen Roman haben wird und da war das Interesse des Verlages beispielsweise geringer, ihn jetzt aufs Krimifestival zu holen. Dort ist nat\u00fcrlich die Neigung h\u00f6her, wenn das neue Buch da ist. Das ist ganz verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Aber nichtsdestotrotz war von vorn herein unser Bestreben, eine Mischung aus nationalen und internationalen Autoren an Land zu ziehen, bekannte und unbekannte Autoren an Land zu ziehen &#8211; aber nat\u00fcrlich auch gro\u00dfe \u00e2\u20ac\u017eLockv\u00f6gel\u00e2\u20ac\u0153. Jedes Festival braucht nat\u00fcrlich auch sehr bekannte Autoren, wenn Sie zum Beispiel an die Er\u00f6ffnungsveranstaltung mit Ingrid Noll und Petra Hammesfahr denken. <a href=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/897\/interview-mit-andrea-maria-schenkel.html\">&rarr; Andrea Maria Schenkel <\/a>&#8211; vor drei Jahren kannte sie niemand, jetzt einer der gro\u00dfen Stars der deutschen Krimiszene sollte auch unbedingt dabei sein. Wir haben aber auch darauf geschaut, dass Hamburger Autorinnen und Autoren vertreten sind und das auch originelle Veranstaltungsformen m\u00f6glich sind. Zum Beispiel mit Carsten Henn, der in <span style=\"font-variant: small-caps;\">Rindchens Weinkontor<\/span> mit seinen Krimis, die viel mit Alkohol und Wein zu tun haben, gelesen hat. <\/p>\n<p>Volker Albers hat das federf\u00fchrend geplant, aber wir waren immer im Austausch und ich selber habe ihn auch immer wieder mit neuen Ideen und Autoren \u00e2\u20ac\u017ebel\u00e4stigt\u00e2\u20ac\u0153, neue Autorennamen ins Spiel gebracht. Das hat sich alles sehr harmonisch ergeben, weil jeder Partner in diesem Trio einen eigenen Verantwortungsbereich hatte. Herr Heymann von der Buchhandlung Heymann hat zun\u00e4chst einmal das finanzielle Risiko abgefangen. Das war sehr wichtig, ohne diese Unterst\u00fctzung h\u00e4tte das Festival nicht stattfinden k\u00f6nnen. Das <span style=\"font-variant: small-caps;\">Hamburger Abendblatt<\/span> hat sehr viel Marketing betrieben, im eigenen Blatt viele Anzeigen geschaltet, hat sich sehr stark auch um Sponsoren gek\u00fcmmert &#8211; gerade auch f\u00fcr die Er\u00f6ffnungsveranstaltung. Wir als \u00e2\u20ac\u017earmes\u00e2\u20ac\u0153 Literaturhaus haben unsere Erfahrungen &#8211; Vertragsabwicklung, Veranstaltungsabwicklung &#8211;  eingebracht. Wir haben zwei Mitarbeiterinnen, die sich gerade in den letzten Wochen sehr intensiv um das Festival gek\u00fcmmert haben und zwar was die Organisation und Logistik angeht. <\/p>\n<p><strong>Kein David Copperfield<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/bilder\/literaturhaus_1.jpg\" style=\"float: left; margin-right: 10px; alt=\"Literaturhaus\" \/><\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Aber es f\u00e4llt schon auf, dass die &#8211; ich nenne es mal \u00e2\u20ac\u017eEventisierung\u00e2\u20ac\u0153, wo es mehr um skurrile Orte und Veranstaltungen geht &#8211; in den Hintergrund ger\u00fcckt ist und eher die Literatur im Vordergrund steht. <\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Das war uns ganz wichtig. Das mag man als traditionell bezeichnen, aber ich war immer etwas skeptisch wenn sich die Literatur zu weit von ihrem eigentlichen Gegenstand entfernt. Wenn man verzweifelt so tut, das wir mit irgendwelchen Showacts konkurrieren. Nat\u00fcrlich: Die Lesung mit Jan Costin Wagner und Heinrich Steinfest hat auch im Strafjustizgeb\u00e4ude stattgefunden, aber in einem sehr sch\u00f6nen Raum, der Grundbuchhalle. Aber wir haben immer gesagt, es m\u00fcssen die Autoren, die Qualit\u00e4t der Werke im Vordergrund stehen. Wir wollen dann die Stadt \u00f6ffnen, dass hei\u00dft nicht nur Veranstaltungen bei Heymann, dem Abendblatt oder dem Literaturhaus, sondern m\u00f6glichst viele Orte bespielen. Auch um die Leute \u00fcber die Stadt zu verteilen, um verschiedene Stadtteile zu ber\u00fccksichtigen. Aber wir waren uns alle einig, dass wir nicht auf Teufel komm raus so tun sollten, als h\u00e4tten wir nun einen Showact mit David Copperfield. <\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Offensichtlich scheint das ja aufzugehen. Sobald der Vorverkauf gestartet war, waren \u00fcber die H\u00e4lfte der Veranstaltungen schnell ausverkauft.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Dar\u00fcber waren wir sehr gl\u00fccklich. Wir hatten das nat\u00fcrlich gehofft, einfach durch die Qualit\u00e4t des Programms. Sie hatten Friedrich Ani erw\u00e4hnt, aber auch Veit Heinichen, ich selbst habe gestern die Veranstaltung mit Heinrich Steinfest und Jan Costin Wagner moderiert &#8211; zwei ganz herausragende deutschsprachige Autoren. Wir hatten die Hoffnung, dass das gut angenommen wird, dass das Publikum neugierig wird. Es besteht immer die Gefahr, wenn Sie an einem Abend drei, vier Veranstaltungen gleichzeitig haben, dass sie sich gegenseitig kannibalisieren, wie man so sch\u00f6n sagt. Wird eine Veranstaltung darunter leiden? Aber unsere Erfahrungen aus den ersten Tagen zeigt, dass eigentlich alle Veranstaltungen sehr gut angenommen worden sind, etliche waren ausverkauft. Wir k\u00f6nnen also noch vor Ende der Veranstaltungen sehr zufrieden sein. Deshalb haben alle Beteiligten, auch Herr Heymann hat das auch schon sehr fr\u00fch getan, nach zwei, drei Tagen, signalisiert kein einmaliges Festival zu machen, sondern es im n\u00e4chsten Jahr zu wiederholen. Es also zu einer festen Einrichtung in Hamburg zu machen. <\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Gibt es schon erste Andeutungen, was da passieren wird?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Nein. Wichtig war f\u00fcr uns &#8211; und das haben wir auch den Verlagen signalisiert &#8211; wir wollen es erst einmal versuchen. Die Verlage haben gesagt: \u00e2\u20ac\u017eWir finden das gut.\u00e2\u20ac\u0153 Die Autoren freuen sich nat\u00fcrlich, wenn sie nach Hamburg kommen k\u00f6nnen, auch hier auf internationale Autoren treffen k\u00f6nnen. Es gibt dann ja im Hotel Bellevue auch immer noch eine Zusammenkunft der Autoren nach den Veranstaltungen. Es war also klar, wir wollen das zu einer Einrichtung machen. Nat\u00fcrlich w\u00e4re uns das schwerer gefallen, wenn das erste Krimifestival schlecht besucht worden w\u00e4re. Es hat sich auch von der Atmosph\u00e4re gezeigt, das es ausgesprochen positiv aufgenommen worden ist.<\/p>\n<p>Wir werden uns im Dezember noch einmal zusammensetzen, noch einemal Revue passieren lassen &#8211; was k\u00f6nnen wir besser machen, was hat besonders gut geklappt &#8211;<br \/>\nund werden dann sicher nicht so herangehen, dass wir sagen, wir wollen im n\u00e4chsten Jahr doppelt so gro\u00df werden. Wir werden kontinuierlich arbeiten, vielleicht noch einen Tag dazu nehmen, das h\u00e4ngt nat\u00fcrlich von den Autoren und den B\u00fcchern ab, die im n\u00e4chsten Jahr zu erwarten sind. Ich halte auch nichts davon, jetzt zwanghaft in die Gr\u00f6\u00dfe zu gehen und zu sagen: Wir wollen jetzt 50 Veranstaltungen! Dieses Jahr waren es 15 Veranstaltungen, lassen Sie uns im n\u00e4chsten Jahr 17, 18 Veranstaltungen machen. Lassen Sie uns lieber durch Qualit\u00e4tsveranstaltungen Akzente setzen, als sich damit zu br\u00fcsten: Das ist das gr\u00f6\u00dfte, tollste und umfangreichste Programm. <\/p>\n<p><strong>Ausblick aufs Fr\u00fchjahr <\/strong><\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Bis zum n\u00e4chsten Jahr ist es nat\u00fcrlich noch &#8211; gerade f\u00fcr Krimileser &#8211; ein bisschen lang. Wie versuchen Sie das zu \u00fcberbr\u00fccken?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Wir versuchen die Krimileser zu tr\u00f6sten (lacht). Wir haben hier im Literaturhaus, zumindest seit ich hier bin, immer wieder Krimilesungen gemacht. Ich erinnere mich an Liza Marklund, wir hatten vor zwei Jahren im Rahmen der Nordischen Literaturtage Anne Holt und H\u00e5kan Nesser hier gehabt, also auch bewusst einen kleinen Krimischwerpunkt gesetzt. Im kommenden Fr\u00fchjahr werden \u00c5ke Edwardson und David Peace im Hause sein. Ich bin sicher, dass auch Herr Heymann in seiner Buchhandlung, wo ja auch regelm\u00e4\u00dfig Lesungen stattfinden, auch den ein oder anderen Krimiautor an Land ziehen wird. Wir h\u00f6ren nat\u00fcrlich auch jetzt schon, was im n\u00e4chsten Jahr kommt. Ulrich Wickert war so freundlich zu erw\u00e4hnen, dass im n\u00e4chsten Herbst ein neues Buch von ihm kommt, Liza Marklund wird im Herbst einen neuen Annika-Bengtzon-Roman haben. Es kontoriert sich schon ein bisschen, aber wir werden den Krimi nicht nur auf das Krimifestival fokussieren, sondern wenn wir qualit\u00e4tvolle Texte haben Autoren auch ganz normal ins Literaturhausprogramm aufzunehmen. Das ist mir sehr wichtig, denn der Krimi hat nichts davon, wenn er immer nur in der Krimschublade bleibt. Zum Beispiel gestern die Veranstaltung mit Jan Costin Wagner &#8211; das ist ein hervorragender Autor. Punkt. Das er Krimis schreibt ist sch\u00f6n, aber es w\u00e4re ganz fatal, Autoren dieser Qualit\u00e4t nur auf dieses Genre zur\u00fcckzuf\u00fchren. Wenn wir einen guten Roman haben, der zuf\u00e4llig ein Krimi ist, hat der im normalen Literaturhausprogramm genauso Platz wie im Rahmen des Krimifestivals. <\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Sind Sie selbst ein Krimileser?<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Ich bin nicht einer, der jeden Krimi liest. Ich muss nicht jeden lesen, vor allem nicht die blutr\u00fcnstigen Thriller, wo mit Kettens\u00e4gen gearbeitet wird. Das ist nicht unbedingt mein Ding. Aber ich habe sehr fr\u00fch angefangen. Ich erinnere mich, wie ich sehr fr\u00fch Dorothy Sayers, Agatha Christie und Georges Simenon gelesen habe, nat\u00fcrlich auch Friedrich Glauser, Wachmeister Studer. Ich habe kontinuierlich Krimis gelesen. Ich habe dann w\u00e4hrend meiner Zeit als Verleger bei Hoffmann und Campe auch Krimis verlegt. Doris Gercke ist und war Autorin bei Hoffmann und Campe, Liza Marklund hat ihre B\u00fccher bisher bei Hoffmann und Campe ver\u00f6ffentlicht. Ich habe aus Berufsgr\u00fcnden Krimis gelesen, habe aber auch nebenher Lust gehabt, Neues im Krimi zu entdecken. Wolf Haas, das war mir damals ganz wichtig, ist damals zu  meiner Zeit von Rowohlt nach Hoffmann und Campe gewechselt und da war ich sehr gl\u00fccklich dr\u00fcber. Ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Autor, der ja im Moment erst einmal mit den Krimis aufgeh\u00f6rt hat. Herr Brenner ist ja erledigt.<\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Ja, er schreibt jetzt \u00fcbers Wetter&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> &#8230; was auch ein sehr skurriler Roman ist, \u00e2\u20ac\u017eDas Wetter vor 15 Jahren\u00e2\u20ac\u0153. Ist aber f\u00fcr das Krimifestival nicht geeignet (lacht). Aber solche besonderen Formen hatte man im Krimi in den letzten Jahren doch oft. Heinrich Steinfest ist auch ein Beispiel f\u00fcr einen \u00e2\u20ac\u017eschr\u00e4gen\u00e2\u20ac\u0153 \u00f6sterreichischen Krimiautoren. Von daher habe ich das kontinuierlich verfolgt. Aber ich muss nicht jeden Krimi lesen. Wenn monatlich die KrimiWelt-Bestenliste ver\u00f6ffentlicht wird, stolpere ich \u00fcber Namen, die ich noch nicht geh\u00f6rt habe &#8211; aber das macht auch den Reiz aus, dass dieses Genre neue Entdeckungen hat. Andrea Maria Schenkel ist ein Musterbeispiel daf\u00fcr, wie pl\u00f6tzlich etwas ganz Neues entsteht und von Leserinnen und Lesern angenommen wird, wie man es nie vermutet h\u00e4tte. <\/p>\n<p><strong><em>krimiblog.de:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Rainer Moritz:<\/em><\/strong> Es war mir eine Freude, vielen Dank!<\/p>\n<p><strong>Der Link:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.literaturhaus-hamburg.de\/\">&rarr; literaturhaus-hamburg.de <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,4],"tags":[42,123,200,201,220,223,276,283,288,404,532],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/898"}],"collection":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=898"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/898\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=898"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=898"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}