{"id":946,"date":"2008-02-21T11:14:01","date_gmt":"2008-02-21T10:14:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.krimiblog.de\/946\/plagiatsklage-gegen-tannod-vermutlich-chancenlos.html"},"modified":"2008-02-21T11:14:01","modified_gmt":"2008-02-21T10:14:01","slug":"plagiatsklage-gegen-tannod-vermutlich-chancenlos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/archiv.krimiblog.de\/?p=946","title":{"rendered":"Plagiatsklage gegen &#8222;Tann\u00f6d&#8220; vermutlich chancenlos"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Keine Chance auf Erfolg&#8220; habe die Plagiatsklage gegen die Autorin <a href=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/897\/interview-mit-andrea-maria-schenkel.html\">Andrea Maria Schenkel<\/a> meldet <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2008\/09\/plagiatsklage-tannoed\">&rarr; Tobias Gohlis<\/a>. Der Sachbuchautor <a href=\"http:\/\/www.schloss-hofstetten.de\/index.php?site_id=2&#038;con_id=33\">&rarr; Peter Leuschner<\/a> hatte gegen Schenkel geklagt und behauptet, f\u00fcr ihren Roman &#8222;Tann\u00f6d&#8220; habe sie aus seinen Sachb\u00fcchern zu den Morden in <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hinterkaifeck\">&rarr; Hinterkaifeck<\/a> abgeschrieben. W\u00e4hrend sich Gohlis dar\u00fcber freut, dass es &#8211; vorbehaltlich des noch ausstehenden Urteils &#8211; keinen Sieg der Kolportage \u00fcber die Literatur gibt, sieht die dpa etwas genauer hin. Dort hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Der Richter nannte 18 Details, welche die Krimiautorin nach Ansicht des 60-j\u00e4hrigen Journalisten von ihm \u00fcbernommen habe. Es seien jedoch &#8222;keine stark pr\u00e4genden Elemente&#8220; f\u00fcr das Buch des Tageszeitungsredakteurs. Daher reichten die \u00dcbernahmen f\u00fcr eine Verletzung des Urheberrechts nicht aus.<\/p>\n<p>Die Reihenfolge der sechs Morde auf dem oberbayerischen Ein\u00f6dhof sei in den Polizeiberichten aufgeschrieben und somit frei verwendbar. Auch die Charaktereigenschaften der Figuren sowie die geschilderte Atmosph\u00e4re seien belegt. Schenkels Werk sei &#8222;viel fiktiver&#8220; als das Buch des Journalisten. Die Schriftstellerin aus Nittendorf bei Regensburg schildere die Ereignisse aus vielen Perspektiven, befand Kaess<a href=\"#anm1\">*<\/a>. <\/p>\n<p>Das Gericht erkannte allerdings an, dass Leuschners Buch wohl &#8222;eine wesentliche Vorlage&#8220; f\u00fcr die 45-j\u00e4hrige Autorin gewesen ist. Daher regte der Richter an, Leuschner in dem Kriminalroman etwas deutlicher zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p>Leuschners Anwalt sagte, das Geschehen in der Mordnacht sei ein &#8222;Vakuum&#8220; gewesen, das erst sein Mandant &#8222;ausgef\u00fcllt&#8220; habe. Schenkel habe in ihrer Schilderung der Ereignisse nur von Leuschner &#8222;abgekupfert&#8220;.<br \/>\n<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>18 Details<\/strong><\/p>\n<p>Eine &#8222;Extra&#8220;-Meldung der dpa f\u00fchrt weiterhin einige der 18 \u00dcbereinstimmungen von &#8222;Tann\u00f6d&#8220; mit dem Buch &#8222;Der Mordfall Hinterkaifeck&#8220; auf. Dort hei\u00dft es: <\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;In dem Prozess geht es um Formulierungen, einzelne W\u00f6rter und die Schilderung bestimmter Abl\u00e4ufe. Leuschner beschreibt beispielsweise den Charakter einer Figur als &#8222;teilnahmslos, mit verh\u00e4rmten Gesichtsz\u00fcgen&#8220;. Bei Schenkel ist sie &#8222;verh\u00e4rmt, verschlossen und eine Eigenbr\u00f6tlerin&#8220;.<\/p>\n<p>Oftmals soll Schenkel auch einzelne Worte von Leuschner abgeschrieben haben. So sei die in der Schilderung vorkommende B\u00e4uerin &#8222;schwerf\u00e4llig&#8220; vom Tisch aufgestanden, ein Zeuge soll einen &#8222;Schatten&#8220; gesehen haben und die Magd habe einen &#8222;Luftzug&#8220; gesp\u00fcrt, bevor sie ermordet wurde. Die Hofgehilfin soll zuvor bei einer Beichte wie ein &#8222;Schulm\u00e4dchen&#8220; vor dem Pfarrer gestanden sein. Beide Autoren haben auch geschrieben, dass die Magd ein Kind auf den Scho\u00df nahm und &#8222;Hoppe Reiter&#8220; spielte. Die K\u00fche im Stall bewegten sich in beiden Werken ebenfalls \u00e4hnlich: leicht hin und her.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>So sehr man sich \u00fcber die vermutliche Chancenlosigkeit der Klage freuen k\u00f6nnte, der Euphorie von Tobias Gohlis kann ich mich nicht so recht anschlie\u00dfen. Einzelne W\u00f6rter und Formulierungen als Beweise f\u00fcr\u00e2\u20ac\u2122s \u00e2\u20ac\u0153Abkupfern\u00e2\u20ac\u009d &#8211; das hinterl\u00e4sst schon einen faden Nachgeschmack. Das Gohlis auf die erw\u00e4hnten 18 Details nicht mit einem Satz eingeht, ist &#8211; nun ja &#8211; journalistisch eigenwillig. Warten wir auf das Urteil, das im Mai fallen soll. Alles andere ist Spekulation. <\/p>\n<p><a name=\"anm1\">*<\/a> Anm.: Thomas Kaess ist der vorsitzende Richter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Keine Chance auf Erfolg&#8220; habe die Plagiatsklage gegen die Autorin Andrea Maria Schenkel meldet &rarr; Tobias Gohlis. Der Sachbuchautor &rarr; Peter Leuschner hatte gegen Schenkel geklagt und behauptet, f\u00fcr ihren Roman &#8222;Tann\u00f6d&#8220; habe sie aus seinen Sachb\u00fcchern zu den Morden in &rarr; Hinterkaifeck abgeschrieben. 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