Krimiblog-Archiv

Krimiblog – Archiv von 2005 – 2010

Die 8000-Euro-Frage

Gestern bei “Wer wird Millionär” : Für 8000 Euro wurde folgende Frage gestellt:

“Professor Moriarty ist der wichtigste Gegenspieler von …?”
A: Miss Marple, B: Sherlock Holmes, C: James Bond, D: Commissario Brunetti.

Da die Kandidatin die Antwort nicht wusste, fragte sie das Publikum, das mit 64 % auf die falsche Antwort D tippte. Nur 12 % wussten die richtige Antwort B. Soviel zum Wissen über Krimis…

Deutscher Krimipreis 2005

Nach der Diskussion im letzten Jahr, siehe hier und hier, scheint es in diesem Jahr kaum jemanden zu interessieren, wer den nun den DKP bekommen hat. Bis auf eine kleine Diskussionsrunde bei Tom gibt es kaum Reaktionen auf die Auswahl der Jury. Wozu also machen sich die Damen und Herren eigentlich die Mühe? Hänge ich das Thema zu hoch? Soll man die Liste achselzuckend zur Kenntniss nehmen und dann zur Tageslektüre übergehen? Was ist so verwerflich daran, wenn eine Jury, in der einige der wichtigsten Kritiker des Genres sitzen, ein Urteil über Krimis fällen? Den durchschnittlichen Krimilesern scheint das am Arsch vorbei zu gehen. Trübe Aussichten für ein Genre, das doch so gerne gekauft und gelesen wird. Jeder Hundebesitzer beschäftigt sich intensiver mit seinem Vieh, als Krimileser mit ihrem Lieblingsgenre. Geistige Faulheit? Hauptsache, es ist spannend? Warum und wieso interessiert nicht.

Literarische Langeweile I

Susanna Clarke: Jonathan Strange & Mr. Norrell
Jonathan Strange...

Was als Nach-Weihnachtliche-Entspannungslektüre gedacht war, entpuppt sich immer mehr als langweiliger Wälzer. Diese künstliche, aufgeblähte Saga über zwei Zauberer im England des 19. Jahrhunderts ist bisweilen putzig, wenn die Autorin versucht, ihren großen Vorbildern, etwa Charles Dickens, nahe zu kommen. Mittlerweile habe ich mich bis Seite 432 gequält und kann immer noch keinen wirklichen roten Faden in dieser Erzählung entdecken. Das konnte Dickens, aber auch Kollege Collins, wesentlich besser, ohne großen mystischen Quatsch. Das waren noch knallige Figuren. Dann lieber doch die Originale…

Susanna Clarke: Jonathan Strange & Mr. Norrell/ Roman. – Aus dem Englischen von Anette Grube und Rebekka Göpfert. – Berlin : Bloomsbury Berlin, 2004.
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Deutscher Krimipreis 2005

Astrid Paprotta: Die ungeschminkte Wahrheit
Die ungeschminkte Wahrheit
Wie die Alligatorpapiere berichten, ist zum 21. mal der Deutsche Krimipreis vergeben worden. Eine feine Entscheidung: der erste Platz geht an Astrid Paprotta für ihren dritten Krimi “Die ungeschminkte Wahrheit”. Eine Reihe von Morden an Obdachlosen, die als Leichen grell geschminkt werden, hält Kommissarin Ina Henkel auf Trab. Henkel ist noch immer traumatisiert von ihrem letzten Fall, den Paprotta in ihrem famosen “Sterntaucher” beschrieben hat. Dieser Roman endet damit, das Henkel einen Kollegen erschießt. Dieses Trauma durchzieht auch den dritten Krimi, in dem die Autorin einmal mehr in die hintersten Ecken der Seelen ihrer Protagonisten kriecht. Unbarmherzig, brutal und psychologisch scharf gezeichnet. In der Tat Figuren aus Fleisch und Blut – wie es Paprotta auf ihrer Homepage nennt. Vor allem sind sie aber weit jenseits der bekannten Klischees, gebrochene Seelen, das große, kleine Drama des Alltags, an dem man immer wieder verzweifeln kann, das aber niemanden interessiert. Bei Paprotta wird’s interessant und spannend.
Wenn Ekkehard Knörer den Roman mit einer “gelungenen ‘Tatort’-Folge vergleicht, tut er in meinen Augen der Autorin unrecht. Nicht nur, weil es sehr wenige gelungene Tatort-Krimis gibt (wenn überhaupt erinnern mich die Paprotta-Krimis an die letzten Tatorte vom HR, mit Andrea Sawatzki), sondern weil Paprotta wie keine andere deutsche Krimiautorin Seelen zeichnen kann. Glückwunsch also zum DKP!

Astrid Paprotta: Die ungeschminkte Wahrheit/ Kriminalroman. – Original-Ausgabe. – München : Piper, 2004.
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Noch ein Bücherblog?

Blogs über Bücher gibt es im deutschsprachigen Raum reichlich. Wozu also noch eins mehr?

Nach mehr als 6 Jahren als Betreiber der Homepage der-buecherfreund.de wollte ich Neues ausprobieren. Meine “richtigen” Texte gibt es demnächst bei kaliber38.de: Portraits, Interviews, Infos und Kritiken. Dieses Blog ist für die kleinen und schnellen Texte gedacht, für Überlegungen und Gedanken, ungefiltert und spontan. Schwerpunkt bleiben die Krimis, dazu auch alles, was in und über Bücher geschrieben wird und was mir in die Hände kommt. Mal sehen, ob es was wird.

Antworten werden gerne genommen, dazu gibt es die Kommentarfunktion.
Danke!

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