Blut für Eisen

vom Krimiblogger

Grenzübergang bei SwinoujscieZwischen St. Pauli, Stockholm und Swinoujscie

Uwe Friesel: Blut für Eisen

Guido Blankenhorn ist wieder da. Schon in den 1980er Jahren schickte ihn sein Erfinder, der Autor Uwe Friesel, auf Verbrecherjagd. Nach einer längeren Pause kehrt der kautzige Privatermittler und ehemalige Polizist zurück. In seinem neusten Fall „Blut für Eisen“ soll Blankenhorn im Auftrag der Autoversicherer den organisierten Diebstahl von Luxuskarossen aufklären. Nicht das einzige Delikt, das Blankenhorn während seiner Ermittlungen Kopfzerbrechen beschert. Gleich zu Anfang fliegt im Hamburger Elbtunnel eine Luxuslimousine in die Luft, dann wird eine weibliche Wasserleiche gefunden, ein Polizeispitzel wird grausam ermordet und Blankenhorns Lieblingsitaliener geht in Flammen auf.

So viele Verbrechen kann einer alleine natürlich nicht bewältigen, also stellt Autor Friesel dem Privatermittler eine Reihe von Helfern an die Seite. Da ist Blankenhorns Nachfolger bei der Polizei, der muffelige Kriminalrat Merseberg, der die Aufklärung des organisierten Verbrechens in Hamburg koordinieren soll. Weiterhin mit von der Partie ist Gerda Tosbiel, Journalistin und Bekannte von Blankenhorn. Sie begibt sich zwecks Recherche ins benachbarte Polen, genauer gesagt nach Swinoujscie (Swinemünde). Der Verdacht: Mädchenhändler schmuggeln Frauen aus Osteuropa, vor allem aus Weißrussland, Russland und Polen über die Grenze bei Swinoujscie nach Deutschland, um sie dort als Prostituierte arbeiten zu lassen.

Ja, ist denn schon 2005?

Die osteuropäische Mafia ist eine unheilvolle Allianz mit der ‘Ndrangheta, der kalabresischen Mafia, eingegangen. Geschäftsfelder der unsympathischen Herren: Autoschmuggel, Menschenhandel, Prostitution, Schutzgelderpressung. Alles nicht nett, aber alles sehr bekannt. Würde Autor Friesel nicht hin und wieder recht junge Zeitmarken, wie etwa den 11. September 2001 oder eben die offene Grenze zu Polen setzten, man könnte annehmen, man lese einen Krimi aus den 1970er Jahren. So alt- und hausbacken strickt Friesel seine Story. Keine Überraschung, keine Spannung, nur selten ein Hauch von Humor.

Hinzu kommt eine recht verwirrende Anzahl an ermittelnden Figuren und zerfaserten Seitensträngen. Friesel wechselt die Schauplätze – St. Pauli, Stockholm, Swinoujscie und das Alte Land bei Hamburg – in einem raschen Tempo, versäumt aber, eine wirkliche Haupthandlung heraus zu arbeiten. Auch löst er nicht wirklich alle Stränge am Ende auf, was dem Buch keinen wirklich guten Abschluss gibt. Kurz: Auch dieser Band in der neuen Reihe „Die Dunklen Seiten bei nymphenburger“ ist eine krasse Enttäuschung. Guido Blankenhorn wäre besser in der Versenkung geblieben.

Blut für Eisen
Uwe Friesel: Blut für Eisen : Ein Blankenhorn-Roman
München : Nymphenburger, 2005
ISBN 3-485-01040-5
(Die Dunklen Seiten bei nymphenburger)

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