Krimiblog-Archiv

Krimiblog – Archiv von 2005 – 2010

Aus dem Krimitagebuch – 3

Die Chorknaben
Der Wind hat auf Nordwest gedreht und ist immer noch kraftvoll. Samstagnachmittag. Neben dem Sofa liegt “Der deutsche Freund”. Anstrengende, nervende Lektüre. Der Spaziergang ist kurz ausgefallen, das Bein schmerzt nach über sechs Wochen immer noch. Müdigkeit. Der Tee ist kräftiger ausgefallen. Bittergeschmack.

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Aus dem Krimitagebuch – 2

St. Pauli und andere Orte der Nacht
Frischer Westwind fegt über die Stadt, Wolken treiben daher. Freitagmorgen. Der Efeu im Lichtschacht stirbt. Braune, welke Blätter. Sticke Luft und zu wenig Wasser. Draußen hingegen alles nass.

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Technischer Hinweis: Update auf WP 2.8

Ein Hinweis in eigener Sache: Seit wenigen Minuten läuft dieses Blog auf → WordPress 2.8, der “Baker”-Version. → Benannt wurde Sie nach dem Jazz-Musiker Chet Baker. Falls Probleme auftreten sollten, freue ich mich über eine kurze Meldung.

Aus dem Krimitagebuch – 1

Der deutsche FreundAllerleigrau in Hamburg. Kein Feiertag, sondern trüber Donnerstagmorgen. Fluchender Fahrgast neben mir in der S-Bahn, der über die “Scheißbullen” schimpft, “was wollen die Schweine noch alles überwachen”. Endlich Sternschanze, die Touristen als “Sternschnuppe” bezeichnen. Hamburgs U- und S-Bahnstationen laden zu Wortkreationen ein.

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Habe mit durch die ersten hundert Seiten von “Der deutsche Freund” gequält. Christian Dorph und Simon Pasternak. Einer dieser ersten Suhrkamp-Krimis, die von einigen so sehnlichst herbeigewünscht wurden. Dabei bieten die beiden Dänen nur das übliche skandinavische Standartprogramm. Alle wollen sie ja so politisch unkorrekt sein, und dann kommt dieses langweilige, furztrocken erzählte Drecksgeschwafel dabei heraus. Ein bisexueller Polizist, der sein Kind wiedersehen möchte und seinen Lover beim Fremdgehen erwischt, eine Polizistin, die um das Sorgerecht für ihren Sohn im wahrsten Sinne des Wortes kämpfen muss, ein weiterer Polizist, dessen Frau todkrank ist. Dazu ein ermordeter Industrieller in einer Schwulensauna, frisch abgeschlachtet beim Fick mit einem Kind. Nee, ist schon toll. Furchtbar realistisch, das alles. Ob ich die Geduld für die restlichen 350 Seiten habe, weiß ich nicht.

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Viel, viel erfreulicher, wenn auch nicht unbedingt fröhlicher. Der neue Sammelband “Seelenlandschaften” von Frank Göhre. Erstes Durchblättern, Hängenbleiben, Stöbern, festlesen. Ja, das hat was. Der tiefgründige, mitfühlende Text über Glauser, der ergreifende Nachruf auf Martin und so weiter und so fort. Unbedingt weiterlesen. Und ein dummer Spruch von mir: Der Frank – der kann’s. (Tschuldigung).

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Die Frau Lucia und der Herr Ludger wollen die Qualitätsoffensive: Der Krimiblog-Krimiblog-Check. Die beiden grübeln drüber nach. Später dann vielleicht auch der Krimiblog-Krimiseiten-Check. Krimikultur pur.

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Stapel der unbesprochenen Werke:
William Gay: Nächtliche Vorkommnisse
Krischan Koch: Flucht übers Watt
Petros Markaris: Die Kinderfrau
Catherine O’Flynn: Was mit Kate geschah
Michael Robotham: Dein Wille geschehe
Dan Simmons: Drood
Daniel Stashower: Sir Arthur Conan Doyle – Das Leben des Vaters von Sherlock Holmes

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Von Sesselpupsern, Blockwärtern und Maulhelden

To whom it may concern
Es gibt Blogger, die beziehen das, was sie Wissen nennen, vor allem aus dem Internet. Deshalb schreiben sie vor allem auch über das, was sie in anderen Blogs oder auf anderen Internetseiten lesen. Die schmieren ihre virtuellen Kladden voll mit wiedergekäutem „Wissen“, kritzeln sinnlose Statistiken ins Netz und verfügen über eine Formulierungsgabe, die man begrenzt nennen muss. Sie schreiben über „internationale“ Krimis und erklären der Welt in hölzernen Worten die US-amerikanische Verlagswelt – vermutlich ohne je einen Verlagsmitarbeiter persönlich getroffen zu haben. Mitarbeiter aus der Presseabteilung, Lektoren oder Vertriebskollegen kennen sie, wenn überhaupt, aus dem Internet. Bücher lassen sie sich von amazon.de schicken. Auf Buchmessen, Tagungen oder Festivals trifft man diese Blogger natürlich nicht an. Hintergrundgespräche, das Plaudern am Messestand, das „philosophieren“ über „den Markt“, die Klagen über wirtschaftliche Zwänge und Not, das gemütliche Beisammensein, das „komm’ lass uns einen Kaffee trinken“, die gemeinsame Zigarette, der Spaziergang durch den Park mit einem Verlagschef – all das kennen sie nicht. Schließlich müsste man dazu den bequemen Sessel verlassen.
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