Krimiblog-Archiv

2005 – 2010

Schlagwort: Krimi

Poe TV: Jean Epstein – La Chute de la maison Usher

Poe goes French: 1928 entstand der Stummfilmklassiker → „La Chute de la maison Usher“ des in Polen geborenen Regisseurs → Jean Epstein. Der Film, der sich frei an Edgar Allan Poes Erzählung → „The Fall of the House of Usher“ (dt.: → „Der Untergang des Hauses Usher“„) entstand am Anfang in Zusammenarbeit mit → Luis Buñuel, später überwarfen sich Epstein und Buñuel jedoch. So wird er auch nicht in den Credits genannt. „Der Film gilt als formal anspruchsvolles und wegweisendes Werk des französischen Avantgardefilms. Epstein benutzte erstmals Zeitlupe als Mittel der Dramaturgie, benutzte Überbelichtung und Weichzeichnung und variierte die Schärfentiefe, wobei mitunter das eigentliche Hauptobjekt verschwommen erschien und der Hintergrund scharfgestellt wurde.“ (→ Wikipedia)

Poe TV: Vincent Price – The Tell Tale Heart

Eine der wohl eindringlichsten Interpretationen von Poes Texten lieferte der US-amerikanische Schauspieler → Vincent Price, der, ähnlich wie Bela Lugosi, durch seine Präsenz in Horrorfilmen bekannt wurde. Price spielte 1972 vor Publikum sein Programm mit dem Titel „An Evening of Edgar Allan Poe“, in dem er vier Texte von Poe – „The Sphinx“, „The Cask of Amontillado“, „The Pit and the Pendulum“ und eben „The Tell Tale Heart“ auf die Bühne brachte und rezitierte. Der Höhepunkt dürfte die Darbietung von Poes Geschichte „→ The Tell Tale Heart“ (dt.: → „Das verräterische Herz“) über einen namenlosen Mörder sein, der einen alten Mann erstickt und dessen Leiche unter den Dielen eines Zimmers versteckt. Das weiter laut schlagende Herz des alten Mannes, das offenbar nur der Mörder hört, treibt ihn schließlich gegenüber der Polizei zum Geständnis.

200 Jahre Edgar Allan Poe: Loving the Raven bei BBC 3

Der 200. Geburtstag von Edgar Allan Poe rückt näher. In der nächsten Woche sendet BBC 3 eine fünfteilige Essay-Serie zu Ehren des Autors. Andrew Taylor, Joanne Harris, Louise Welsh, Mark Lawson und Kim Newman beschäftigen sich jeweils mit unterschiedlichen Aspekten von Werk und Leben. Los geht es am 12. Januar, die einzelnen Folgen können auch über das Internet gehört werden und sollen nach Ausstrahlung eine Woche lang auf der Homepage der BBC abrufbar bleiben.

Poe TV: Suspense – Cask Of Amontillado

Am 19. Januar 2009 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des US-amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe. Anlass nicht nur für einen → Krimi-Blog-Karneval, sondern auch für ein wenig Recherche in den Film- und Fernseharchiven. Im Rahmen von Poe TV weißt krimiblog.de auf Adaptationen und Interpretationen von Poes Werk und Leben hin und zeigt diese hier, sofern im Netz verfügbar. Auftakt bildet eine Folge aus der US-amerikanischen Fernsehserie „Suspense“, in der die Erzählung → „The Cask of Amontillado“ (dt.: → „Das Fass Amontillado“) in die Zeit des Zweiten Weltkriegs verlegt wurde. Aus dem verhassten Fortanato, ehemaliger Freund des Ich-Erzählers Montrésor, ist in der TV-Adaptation ein ranghoher Nazi-General geworden. Gespielt wird dieser von → Bela Lugosi, eine Paraderolle für den aus vielen Horrorfilmen bekannten Schauspieler. Das Drehbuch stammt von Halsted Welles, Regie führte Robert Stevens. Weitere Infos zur Folge finden sich hier.

Schwarzer Glanz

Nebenan ein Mädchen von Stefan KiesbyeStefan Kiesbye: Nebenan ein Mädchen

Im ersten Moment erinnert sie schon an Stephen King, die Novelle “Nebenan ein Mädchen“ von Stefan Kiesbye, die 2004 bereits in englischer Sprache veröffentlicht wurde, jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt und es auch gleich auf die KrimiWelt-Bestenliste für Januar 2009 geschafft hat. “Stand by me – Geheimnis eines Sommers“ heißt die Verfilmung von Kings Erzählung “Die Leiche“, in der die Geschichte einer Jungenbande erzählt wird, die sich auf die Suche nach einer Leiche macht. Die Jugendbande in Kiesbyes Novelle – von einem Roman kann man schwerlich sprechen – nennt sich “Dachse“ und liefert sich mit den Konkurrenten der “Füchse“ einen erbitterten und brutalen Wettkampf im Mief einer deutschen Kleinstadt. Ein Kampf, der am Ende für einen der Jugendlichen tödlich endet.

Krimis sind gesund

Tja, und da ist da noch die Feststellung, die uns alle froh ins noch junge Jahr blicken lässt:

„Vor allem das Lesen von Krimis und das Lösen der dort geschilderten Fälle, bevor man ans Ende des Romans kommt, sind ideale Mittel, um das Gehirn zu trainieren.“

Och, nö…

nicht schon wieder so ein völlig inhaltsleerer und dummer Text über Regionalkrimis und Donna Leon und Allgäu-Albernheiten und „Heimat ohne Tümelei“ und Barbara Krohn. → Das ist alles so furchtbar, da muss man mal ein paar Zitate raushauen:

Verfolgungswahn

Als Ergänzung zum gestrigen Eintrag: Eine willkürliche, unvollständige Liste von Twitteren, die für Krimileser/innen interessant sein könnten. Die Reihenfolge stellt keine Wertung dar. Die meisten Twitter-Pseudonyme sind selbsterklärend. Wenn nicht: Einfach auf den Link klicken und man landet beim jeweiligen Twitter-Profil.

Ergänzungen gerne in den Kommentaren oder per Twitter. → Follow me.

Twitter: Das Gespenst der Belanglosigkeit

In den USA und Kanada wird es von Autoren, Verlagen und Kritikern schon genutzt, in Deutschland schaut man eher abwartend zu: → Twittern. Das „Zwitschern“ wird im englischsprachigen Raum als interessantes Kommunikationswerkzeug genutzt, durch das unter anderem Leser auch direkt mit „ihren“ Autoren, Kritikern oder Verlagen in Kontakt treten können. Ob sich dieser Dienst auch im deutschsprachigen Literaturbetrieb durchsetzen kann, bleibt fraglich. Die Angst vor dem Schreckgespenst „Belanglosigkeit“ mag da in vielen Köpfen spuken, vielleicht sind es aber auch nur einfach fehlende Informationen. Dabei könnte auch der deutsche Literaturbetrieb davon profitieren.

KrimiWelt-Bestenliste für Januar 2009

kooppartner_krimiwelt_logo.jpgNichts Geringeres als ein Schlüsselwerk der amerikanischen Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts erwartet laut Tobias Gohlis die Leser in der aktuellen Liste der KrimiWelt-Bestenliste. Die Rede ist von „Paris Trout“, ein Meisterwerk in Schwarz-Weiß von Pete Dexter. Gefeiert wird hier eine neue, vollständige Übersetzung des Romans. Daneben gibt es in der aktuellen Liste noch eine weitere „Wiederentdeckung“. Rudolf Lorenzen veröffentlichte bereits 1981 den Roman „Grüße aus Bad Walden – Mord auf Super 8“, der nun in einer umgeschriebenen Fassung unter dem Titel „Bad Walden“ im kleinen Verbrecher-Verlag erschienen ist. Und noch ein kleiner Verlag ist mit einer Neuerscheinung vertreten: Der Seeling-Verlag mit dem Roman „Nebenan ein Mädchen“ von Stefan Kiesbye. Letzter Neueinsteiger für den Januar 2009 ist Natsuo Kirino und ihr Roman „Teufelskind“.