Krimiblog-Archiv

2005 – 2010

Kategorie: Aus dem Krimitagebuch

Eintrag für den „Ripper-Award“

Die Ablehnung der Namensgebung und Namensbegründung beim sogenannten „Ripper Award“ durch → Bernd, den Autorinnen und Autoren beim → „Duftenden Doppelpunkt“, → Ulrich Noller und → mich hat nun auch ihren Niederschlag im → entsprechenden Wikipedia-Artikel gefunden. Ein fundierter und sachlicher Artikel – so soll das ja auch sein in der Wikipedia. Ob dadurch die Mauer des Schweigens bei den Verantwortlichen – man könnte es auch Ignoranz nennen – bröckelt, bezweifle ich aber. Schließlich geht es hier um viel Geld und „Prestige“.

Krimirezensionen für Blogs: Die Kunst des Lesens

In unserer kleinen Doku-Soap „Krimirezensionen für Blogs“ soll es heute um eine Beschäftigung gehen, die leider viel zu kurz kommt: Das Lesen.

„In Deutschland ist die Lust am Streit unterentwickelt“, behauptete Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier unlängst im → „Spiegel“. „Es regiert die Liebe zum Kompromiss.“Und:„Die polemische und subjektive Art der Blogs passe (…) schlecht ins heimelige Bild“ – so wird Niggemeier zitiert. Noch schlimmer sieht es aus, wenn man auf den Zustand der Literaturkritik schaut – zumindest sieht Andreas Öhler das so in seiner sehr treffenden → Bestandsaufnahme über die Zunft der Kritiker. So stellt er fest:

Streifzug: Auszeichnungen und Auseinandersetzungen

Auszeichnung Nummer 1: Die → „Private Eye Writers of America“ (PWA) haben ihre →Nominierungen für die PWA Shamus Awards veröffentlicht. Die Preise werden im Oktober 2008 während der „Bouchercon World Mystery Convention“ in Baltimore vergeben.

Auszeichnung Nummer 2: Die BBC vergibt seit zehn Jahren den →Samuel Johnson Prize für Sachbücher. In diesem Jahr geht der mit 30.000 Pfund dotierte Preis an →Kate Summerscale für ihr Sachbuch „The Suspicions Of Mr Whicher“. Das Buch beschäftigt sich mit einem Mordfall aus dem Jahre 1860 in Wiltshire, der Autoren wie Charles Dickens und Wilkie Collins inspiriert haben soll.

Platzpatrone: Der „Ripper“ und das Schweigen der Warnsysteme

Nun also stehen sie fest, die Nominierungen für den → „Ripper“-Award. Getroffen hat es John Harvey, Henning Mankell, Val McDermid, Håkan Nesser und Maj Sjöwall. Über die unrühmliche Namensgebung habe ich ausführlich geschrieben. Wie albern und amateurhaft an der Begründung für diesen Namen herumgewerkelt wurde, habe ich auch bereits dokumentiert.

Selbstverständlich habe ich auf mehrere E-Mails nie eine Antwort von den Verantwortlichen erhalten. Wozu sollte man sich auch mit kritischen Stimmen – es gab ja durchaus noch weitere Ein- und Widersprüche zur Namensgebung – alleinauseinandersetzen? Das stört das schöne Harmoniebedürfnis, das sich wie eine Krake in der heimischen Krimilandschaft ausgebreitet hat.

Noch ein Hinweis

→ Da, noch ein Hinweis, dass es den geheimnisvollen Roman → „Menschenfreunde“ von unserer geschätzten Dreiheiligkeit →Dieter Paul Rudolph tatsächlich geben soll. Gefunden hat den Hinweis der fleissige →Alligator. Die Rezensentin Sylvia Staude lobt den Roman, sollte sich aber entscheiden, ob der gute Mann Rudolf oder Rudolph heißt. Zum Schluss fordert sie zum Kauf des Krimis auf. Dieser Aufforderung würde ich ja gerne folgen, aber…

Streifzug: Von Long- und Shortlisten

Kurz und knapp: → Sarah Weinman vermeldet, dass die Longlist des Man Booker Prize veröffentlicht wurde. Unter den 13 nominierten Titel findet sich auch Tom Rob Smith mit seinem Roman „Child 44“ (dt.: „Kind 44“).

In → Australien →freut man sich über die Shortlist der Ned Kelly Awards 2008. Allerdings ist auf der → offiziellen Seite noch nichts zu finden.

Besorgungstitel

Es soll Leute geben, die haben IHN schon gelesen – den ersten Roman „Menschenfreunde“ unseres hochverehrten Krimipapstes Dieter Paul Rudolph. Andere hingegen – so wie ich – gehen artig in die Buchhandlung um die Ecke und bestellen das Buch. Am 14. Juli 2008.
„Ist nicht bei unserem Großhändler (Libri) gelistet. Ich bestelle es Ihnen abe gerne. In einer Woche sollte es da sein.“ – so die freundliche Buchhändlerin.

Omphaloskepsis

Der selbsternannte Krimipapst, Eure ehrwürdige Dreifaltigkeit dpr, nennt mich Krimipapst der Herzen. Ja, ja, ich bin halt eine echte Harmoniesau.

Drüben beim Literatur-Café hingegen fragt man sich, wie man Bibliothekar und RTL-Redakteur sein kann. Man kann. Steht ja schließlich auch in der „Myself“.

Die üblichen Verdächtigen

Frisch eingetrudelt: Die Vorschau auf das zweite Hamburger Krimifestival, das vom 2. bis 9. November 2008 stattfinden soll. Die Liste der eingeladenen Autoren und Autorinnen setzt – nach einer ersten Durchsicht – einmal mehr auf viel Mainstream, wenig literarische Qualität und viel Hamburger Grimmi-Gedöns. Laut Pressemitteilung sollen unter anderem dabei sein: James Sallis, Håkan Nesser, Richard Stark, Anne Holt, Unni Lindell, Deon Meyer und Simon Beckett. Bei der Besetzung der nationalen und lokalen Autorinnen wird es zunehmend düsterer: Ulrich Wickert, Friedrich Ani, Carmen Korn, Frank Göhre, Petra Oelker, Robert Brack und Friedrich Dönhoff. Die üblichen Verdächtigen halt. Das üben wir bitte noch mal, liebe Programmmacher.

Jobtausch: Feuilletonredakteur wird Blogger und umgekehrt

Lieber Hendrik Werner,

Sie fragen mich in Ihrem Kommentar, ob ich „ernstlich“ ihren „job machen“ will? Ja, will ich. Damit der Schrecken auf beiden Seiten nicht zu groß wird, könnten wir uns ja auf einen Jobtausch für – sagen wir mal – eine Woche einigen. Sie bloggen hier, ich tue das, was Sie tagtäglich in ihrem Beruf als Journalist tun. Was Kai Diekmann und Bascha Mika können, können wir doch schon lange. Dem Verständnis von Bloggern und Journalisten untereinander wird es bestimmt gut tun.

In der Hoffnung auf eine positive Zusage verbleibe ich
Ihr
Ludger Menke