Krimiblog-Archiv

2005 – 2010

Schlagwort: Krimi

Wer war’s?

Es gibt einen Satz in Thomas Wörtches aktueller Glosse „Was hilft, viele Bücher zu verkaufen?“, der das akute Dilemma der deutschen Krimiwelt auf den Punkt bringt:

»Denn die hunderten von „neuen“ deutschen Autorinnen und Autoren aus dem Regionalsektor, die Retro-Manie, die Kombi-Manie (…) die ganze wahnsinnige Überproduktion funktioniert ja u.a. auch, weil die qualitativen Warnsysteme außer Kraft sind.«

Das ist ein sehr wahrer Satz. Bis dieser Satz im Text fällt, folgt man zunächst ausführlichen Erläuterungen über die Werbung und Ausrichtung von Texten ans nebulöse Zielpublikum, das ja leider oft nicht so will, wie es Verlage, Autoren und Kritiker gerne hätten. Nun wollen diese vielen Sätze eigentlich nur eines sagen: Werbung ist Werbung. Und sie tut das, was Werbung immer tut – potentielle Kunden, in diesem Fall Leser und Leserinnen, umwerben, zum Kauf des Produktes – hier der „Krimi“ – zu animieren. Der Erkenntnisgewinn hält sich bei diesen langen Ausführungen leider in Grenzen.

Der Tod braucht seine Zeit

Es ist traurig: Niederländische Medien berichteten bereits am 7. Juli 2008 darüber, das der niederländische Autor Janwillem van de Wetering am 4. Juli 2008 in Maine (USA), gestorben ist. Der → Rowohlt-Verlag, in dem nur noch wenige Bücher des Autoren lieferbar sind, vermeldet den Tod unter den News angeblich am 7. Juli – allerdings konnte ich, als ich meinen Eintrag am 8. Juli verfasst, dort noch nichts finden. Und was ist mit all den deutschen Qualitätsmedien? Sie melden exakt heute, drei Tage später, den Tod und vermutlich auch nur, weil die dpa heute um 12:05 die erste Meldung rausgehauen hat.

Streifzug: Zahlen, viktorianische Professoren und lebenswichtige Autoren

→ Anne Chaplet und → Tobias Gohlisweisen auf eine Meldung der FAZ hin, wonach die Warengruppe „Krimis/Spannung“ im Jahr 2007 eine Umsatzsteigerung von 4,7 Prozent vorweisen kann. Innerhalb der Warengruppe Belletristik lag der Anteil von Krimis bei 25,6 Prozent. Ein weiterer Grund zur Freude: Anne Chaplet findet meine letzte Mankell-Rezension „lesenswert“. Dafür bedanke ich mich artig und aufrichtig.

Janwillem van de Wetering gestorben

Wie → dpr beim Hinternet mitteilt, ist der niederländische Autor Janwillem van de Wetering am 4. Juli 2008 in Maine, in den USA, verstorben. Beim niederländischen Radio gibt es eine kurze Meldung dazu. Auf den deutschen Nachrichtenseiten konnte ich leider noch nichts entdecken.

Tief durchatmen

Also jetzt mal ehrlich: Diese voll aggressiven Diskussionen – das geht doch gar nicht. Das ist nicht gut für den Biorhythmus und der Mond steht wahrscheinlich auch voll beschissen. Wenn sich der Vorsitzende einer gewissen Bestenliste darüber freut, dass es etwas „immer voll in die Fresse!“ gibt, Wenn renomierte Krimiserien als „Hartkäse“ diffamiert werden oder wenn auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten die Fetzen fliegen – dann wird es Zeit für ein wenig Entspannung. Leute, macht mit und werft die Hände hoch – den gereizten Kritikern ist diese wunderschöne Gute-Laune-Lied gewidmet…

Butter bei die Fische

Jetzt wird es drollig. Reaktionen auf → diesen Artikel von Thomas Wörtche. Der wird von uns Lesern, wie der gute dpr wieder einmal feststellt, → nicht richtig gelesen. Ein solcher Vorwurf kommt ja nicht das erste Mal aus dem Saarland. Wir können einfach nicht richtig lesen! Wir sind zu dusselig folgenden Kernsatz und Kernaussage aus Wörtches Aufsatz herauszufiltern:

Platzpatrone: Gefährliches Vakuum

Der Chinese von Henning Mankell
Henning Mankell: Der Chinese

Einen neues Buch von Henning Mankell zu rezensieren lohne sich eigentlich nicht – diese Meinung vertreten einige Kritiker. Schließlich hat Jan Christian Schmidt schon vor einigen Jahren festgestellt, dass Mankells Prosa “furztrocken“ und die Plots “bis zur Schmerzgrenze unplausibel“ seien. Es handle sich bei Mankells Büchern um nichts anderes als “Trivialliteratur für sozial-romantische Bedenkenträger… “. Obwohl dieses – aus meiner Sicht richtige – Urteil schon 2001 gefällt wurde, trifft es auch weitgehend für die nachfolgend erschienen Kriminalromane des Schweden zu. Warum also sollte man sich Gedanken über sein neuestes Werk mit dem Titel “Der Chinese“ machen? Der Grund liegt in der fatalen Wirkung, die das Werk von Henning Mankell auf die Wahrnehmung von Kriminalliteratur hierzulande leider und immer noch hat.

Ein aufgeblähtes Windchen

Da schreibt der Thomas Wörtche einen eher mittelprächtigen Text, der mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Warum etwa sind die Cover „handwerklich schlecht“ und damit „inkompetent“? Welche Rolle spielt es, dass der Herausgeber der US-amerikanischen Hard-Case-Crime-Reihe schlechte Kriminalromane geschrieben hat? Wo bitte wird denn ein Trend zum „hardboiler“ gebastelt? Und alle – ich schließe mich da ausdrücklich nicht aus – → werfen → sich → auf diesen Text. Erschreckend. Hier ist er tatsächlich, der Sturm im Wasserglas, aus dem ein aufgeblähtes Windchen wird.

Lustiges Bashing

Gereizte Stimmung bei den Herren Kritikern – so scheint mir das jedenfalls.

Der gute Thomas Wörtche → schlägt kräftig auf die Hard-Case-Crime-Reihe bei Rotbuch ein. Und wen findet man in der Vorschau von Rotbuch als Pressestimme? Richtig. Auch noch ausgerechnet bei einem Titel von Mickey Spillane. Dem konnte Wörtche noch nie etwas Gutes abgewinnen.

Radiotipp: Norddeutsche Krimis

Da knarzt der Radiowecker um 6:55 Uhr vor sich hin und welche Stimme weckt mich am Montagmorgen? Genau, → Henrike Heiland . → Georg würde sich bestimmt freuen. Morgen darf mich dann um die gleiche Zeit Andree Hesse wecken. Alles in der Reihe → „Norddeutsche Krimis“ bei NDR Info.