Krimiblog-Archiv

2005 – 2010

Schlagwort: Krimi

Nie wieder schlechte Krimiplots!

Wie plottet man eine richtig gute Krimigeschichte? Generationen von Autorinnen und Autoren sind schon an dieser Frage verzweifelt. Noch schlimmer: Sie haben nicht auf diese innere, verzweifelte Stimme gehört, sondern ihre wirren Gedanken zwischen zwei Buchumschläge gepresst. Klaglos ertrugen wir armen Krimileser dieses Geschreibsel, diese hanebüchende Logik, diese schwachbrüstigen Plots. Damit ist jetzt endgültig Schluss. Die Lösung für richtig gut geplottete Krimigeschichten – mit Opfer, Helden, Thema und Setting – findet sich im Internet.

Streifzug: Freitag der 13. und eine grüne Fee in Australien

Was tun Krimiautoren/leser/fans eigentlich, wenn sie sich nicht mit Krimi beschäftigen? → Daniel Hatadi, Gründer des Kriminetzwerkes → Crimespace, beschäftigt sich während des australischen Winters mit → der grünen Fee. Achtung! Erst ab 18! Man könnte sich natürlich auch mal bei den Nachbar-Genres umschauen, beispielsweise beim Horror. Da haben die Australier nicht nur grüne Feen, […]

„Tannöd“ kommt erneut auf die Bühne

Erstaufführung: Am kommenden Samstag, den 14. Juni 2008, zeigt das → Schauspielhaus Dresden im Kleinen Haus die deutsche Erstaufführung der Bühnenfassung des Kriminalromans „Tannöd“. Für Regie, Bühne und Kostüme zeichnet Viktor Tremmel verantwortlich. Er ist in dem Stück neben Vera Irrgang auch als Darsteller zu erleben. Die Romanvorlage der Autorin Andrea Maria Schenkel war 2006 erschienen. Bereits im März 2008 wurde am Tiroler Landestheater in Innsbruck eine → Bühnenfassung des Romans gezeigt.

Gib mir drei!

Wieder eine dieser unsinnigen und doch so schönen Listen. Diese ist besonders kurz: → „Three authors you couldn’t live without“ fragte David J. Montgomery in seinem → Blog. Konkreter geht es um die Frage, welche drei Autoren man am meisten vermissen würde, wenn sie aufhören würden zu schreiben. Montgomery nennt Lawrence Block, Michael Connelly und George Pelecanos. J. Kingston Pierce nimmt die Idee bei → Rap Sheet auf und findet – nach langer Überlegung – i Peter Lovesey, Peter Robinson und Robert Crais. Seine Begründung findet sich in dem schönen Artikel → „Don’t Take My Sunshine Away“. Tja, und so kommt was kommen muss: Welches sind Eure drei unverzichtbaren Krimiautoren? Gib mir drei!

Höhenangst im Bergidyll

Kreuzigers Tod
Peter Oberdorfer: Kreuzigers Tod

Die ersten Seiten von Peter Oberdorfers Debütkrimi “Kreuzigers Tod” wecken Erinnerungen. Ein kauziger Dialog zwischen dem namenlosen Dorfpolizisten, der zugleich Ich-Erzähler ist, und Engel, seinem bauernschlauen Assistenten, eröffnet die Geschichte. Für einige Zeit liegt der Schatten von Simon Brenner, schräger Privatdetektiv aus der Feder von Wolf Haas, über der Erzählung. Doch dieser Schatten weicht schnell. Dafür schreibt Oberdorfer, der 1971 in Innsbruck geboren wurde, in einem anderen Stil als sein Landsmann. Zwar ist seine Grammatik ebenfalls nicht frei von österreichischen Wendungen und Stilblüten, dennoch ist Oberdorfers Text wesentlich einfacher zugänglich als Haas‘ Kauderwelsch. Zugleich ist sein erzählerischer Anspruch ernsthafter und durchdachter: Bei ihm tritt sowohl sprachlich wie auch inhaltlich der Klamauk in den Hintergrund, dafür wird eine brüchige Bergidylle sichtbar, in deren Tälern sich bedrückende menschliche Geschichten abspielen.

Streifzug: Von Italien bis Chicago

Für alle Freundinnen und Freunde der italienischen Krimiszene sei das → Blog thrillercafe.it empfohlen. Da wir ja gelernt haben, dass viele moderne Krimiautoren so schreiben wie sie schreiben – weil sie nämlich alle verkappte Viktorianer sind – sei das schöne → Blog The Victorian Peeper hier erwähnt. Dort gibt es aktuell etwas über unseren Lieblingsserienmörder: […]

KrimiWelt-Bestenliste für Juni 2008

kooppartner_krimiwelt_logo.jpgVom „finnischen Eigensinn“ schreibt Tobias Gohlis, Vorsitzender der KrimiWelt-Bestenliste, in seiner E-Mail, mit der die monatliche Liste an Pressevertreter und andere Krimi-Interessierte verschickt wird. Gemeint ist damit auch der finnische Autor Matti Rönkä, dessen Roman „Bruderland“ diesmal den ersten Rang auf der Liste einnimmt. Sehr schön.

Neu dabei ist auch der letzte Roman von Magdalen Nabb, die im letzten Jahr im Alter von nur 60 Jahren verstorben ist. „Vita Nuova“ heißt der 14. Fall für den Maresciallo Guarnaccia. Liegt jetzt natürlich ganz oben auf meinem Bücherstapel. Ansonsten hat sich nicht wirklich viel getan auf der Liste, Allan Guthries Roman „Abschied ohne Küsse“, der schon mal im April 2008 auf der Liste war, ist jetzt wieder vertreten, diesmal sogar auf dem dritten Rang. Was sich sonst verändert hat – lesen Sie selbst.

Aufbau-Verlag meldet Insolvenz an

Was Hans Leyendecker vor vier Tagen in seinem → Artikel „Nichts ist in Ordnung“ befürchtete, ist nun offenbar eingetreten: Die Berliner Aufbau-Verlagsgruppe geht in Insolvenz. Sie werde in den nächsten Tagen beim Amtsgericht Charlottenburg Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen Überschuldung stellen, teilte der Verlag am Freitag mit.
Zu den Hintergründen finden sich Informationen in dem oben schon genannten Artikel sowie bei der → „Frankfurter Rundschau“. Offenbar tatsächlich ein echter Wirtschaftskrimi.

Harry, hol‘ schon mal den Wagen – ein Fortsetzungskrimi

„Focus online“ verfügt, wir wissen es, über einen hervorragenden Kulturteil, insbesondere in der Rubrik „Bücher“. Nicht nur, dass man dort gerne drei verschiedene Artikelteaser (ein → Text, der vorgibt eine Rezension zu sein, noch ein → Text, der vorgibt eine Rezension zu sein und eine Liste mit den → „Bestsellern Ratgeber“) mit ein und demselben Bild illustriert (bitte das Bild oben klicken) – nein, dort hat man ja auch → Harry Luck.

Reise durch den amerikanischen Alptraum

John Williams: Into the Badlands : A Journey Through the American Dream

Literarische Reiseberichte sind ein aussterbendes Genre. Obwohl – oder vielleicht auch gerade weil – immer Menschen rund um den Erdball reisen, finden sich gut erzählte Berichte über Leute, Leben und Landschaften in fremden Ländern in Buchform immer seltener. Nicht nur deshalb stellt der 1991 erschienene Reisebericht „Into the Badlands – A Journey Through the American Dream“ des britischen Journalisten und Autors John Williams eine interessante Ausnahme dar. Auch die Verknüpfung von Reisebeschreibung und Interviews mit Kriminalautoren findet sich in der Literatur eher selten.