Krimiblog-Archiv

2005 – 2010

Kategorie: Kreuzfeuer: Die Krimikritik

Spaghetti-Kritiker

Im → Hinternet Weblog geht dpr auf den Artikel → „Nach dem Erfolg kommt die Spaghettisierung“ von Thomas Wörtche ein, der zunächst unter der Überschrift „(K)ein Markt für Krimis“ im aktuellen Krimi Spezial der Buchkultur erschienen ist. Wörtches düstere Prognose:

Krimi korrekt

Solide konstruierte und spannende Krimis – dafür steht der britisch-kanadische Autor Peter Robinson. Obwohl schon 1997 in Großbritannien, Kanada und in den USA (dort unter einem anderen Titel) im Original erschien, erreicht sein Roman „Dead Right“ erst jetzt in einer Übersetzung die deutschen Leserinnen und Leser. Das mag daran liegen, das „Dead Right“ – oder „Das blutige Erbe“, wie der neunte Roman innerhalb der Inspektor-Banks-Serie heißt – ein eher schwächerer Roman ist.

Ein vergessener Klassiker – Charles Brockden Brown

Möchte man als Leser eine Zeitreise zu den Anfängen der Kriminalliteratur unternehmen, möchte man Vorläufer und Vordenker des literarischen Verbrechens kennenlernen, dann richtet sich der Blick oft zunächst nach Großbritannien. Dabei lohnt es sich durchaus auch einen Blick auf die USA zu werfen.

Von kleinen und großen Krimis

Ulrich Ritzel: Halders Ruh

Klappentexter haben es auch nicht immer leicht. Für die schönen und die schlechten Lügen der Autor/innen müssen sie die verkaufsfördernden Worte finden, die auf ein Buch aufgedruckt werden. Zwischen Hyperbel, Klimax und Neologismus schwingend, finden sie auch immer wieder interessante Vergleiche, wie dieser hier zum Beispiel: „Ulrich Ritzels Erzählungen sind wie kleine Krimis, die ein erstaunliches Eigenleben entwickeln, sobald man sie zu Ende gelesen hat.“ Eine putzige Formulierung, finde ich. „Wie kleine Krimis“. Das sagt ganz viel aus. Etwa, dass in dem neuen Buch von Ulrich Ritzel mit dem Titel „Halders Ruh“ keine Krimis zu finden sind. Es sind schlicht sieben Erzählungen, die aber eben „wie kleine Krimis“ sind. Nur: Was ist überhaupt ein Krimi? Und was sind kleine Krimis? Babykrimis, die mal gaaaanz groß werden wollen? Kurze Krimis, die wie Lügen bekanntlich kurze Beine haben? Kurzkrimis? Kinderkrimis? Ach, die Frage werde ich wohl nicht beantwortet bekommen.

Lustige Luftnummer

Santiago Gamboa: Die Blender Ein geheimnisvolles Manuskript des chinesischen Dichters Wang Mian mit dem Titel „Weite Transparenzen der Luft“ führt drei Männer in Peking zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Da ist Suárez Salcedo, ein in Paris lebender Radioredakteur aus Kolumbien, der unter dem Vorwand, eine Reportage über Katholiken in China anfertigen zu müssen, von […]

Literarischer Exorzismus mit hohem Ekelfaktor

David Peace: 1974 David Peace schreibt sich die Seele aus dem Leib – so mein erster Eindruck nach der Lektüre seines Roman „1974″, der den Auftakt zum „Red Riding Quartett“, einer Chronik Englands in den 1970er und 1980er Jahren, bildet. Der Ekelfaktor bei diesem literarischen Exorzismus geht an die Grenze des Lesers: Wohl keine Körperflüssigkeit, […]

Wechselspiele der Wirklichkeit

Philippe Ségur: Yagudins Rückkehr Zehn Tage nach den verheerenden Anschlägen des 11. Septembers 2001 ereignet sich am Freitag, dem 21. September 2001, gegen 10.18 Uhr im französischen Toulouse eine furchtbare Explosion in der Chemiefabrik AZF. 29 Menschen wurden getötet, 34 lebensgefährlich verletzt, über 2.400 Menschen erlitten Schnittverletzungen durch herumfliegende Glassplitter. Ein Unglück, wie die Behörden […]

Stumpfe Zeichnungen

Juan José Saer: Ermittlungen Es mag Luxus sein, einen Kriminalroman gleich mit zwei Lösungen zu beenden. Ob der Autor Juan José Saer sich und seinen Lesern diesen Luxus gerne gegönnt hat, vermag ich nicht zu sagen, auch nicht, wieviel Anstrengung ihn dieses Doppelende gekostet haben mag. Klar ist aber, dass beide Lösungen plausibel und logisch […]

Kritikfähigkeit

Kritik wird gerne genommen – sag‘ ich nicht nur so dahin, sondern es ist ernst gemeint. Gerda widerspricht mir in einem Beitrag bei Toms Krimitreff: „Mnosil Brass aus Wien war in der Tat das absolute Highlight, aber auch der Rest hat mir gefallen. Wo ich Ludger als Deutschlehrerin Sec. II ausdrücklich widersprechen möchte (da nehmen […]

Entzauberter Heimatroman

Die Diskussion um die „Schlechten Zeiten“ des Kriminalromans haben mich an eine Besprechung erinnert, die ich vor gut zwei Jahren geschrieben habe. Es ging um Roger M. Fiedlers Roman „Pilzekrieg“ – in meinen Augen ein schönes Beispiel, wie ein Autor die „Heimatisierung“ des deutschen Krimis gekonnt auf die Schippe nimmt. Der Roman erschien kurz vor […]