Krimiblog-Archiv

2005 – 2010

Schlagwort: Deutscher Krimi

Mief im Namen des Krimivolkes

Wenn es nach den Krimipreisen im deutschsprachigen Raum geht, scheint es um den Krimi hierzulande gar nicht schlecht zu stehen. Ob → „Deutscher Krimipreis„, → „Krimi-Blitz“ oder → „Glauser“ – Auszeichnungen für Krimiautoren gibt es reichlich. Nun soll es einen „neuen“ Krimipreis geben: Mimi. Wie die Werbepostille → „Wort und Totschlag“ – ein Kundenmagazin von […]

Sommerkrimi

Was ist ein „Sommerkrimi“? Ein Krimi, dessen Handlung im Sommer spielt? Ein Krimi, den man bevorzugt im Sommer liest? Ein Krimi, in dem Dr. Sommer – Sie wissen schon, der von der „Bravo“ – mitspielt? Ich habe keine Ahnung. Bei der Stuttgarter Zeitung gibt es jetzt allerdings einen → „Sommerkrimi“, sogar als → Dossier. Dort […]

Das Schweigen der Autoren

In diesen Stunden feiern sich die Mitglieder des Syndakts, das ist die Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur, wieder einmal selbst. Neustadt an der Weinstraße ist dieses Jahr der Austragungsort der „Criminale“, ein als Festival getarntes internes Treffen der Autoren inklusive Vollversammlung, ungefähr so spektakulär wie die Jahreszusammenkunft der Vereinigung deutscher Wasserinstallateure. Mit dem Unterschied, dass die Wasserinstallateure […]

Die Neider

Wenn man als Leser oder Rezensent sich kritisch zu einem Krimi äußert, dann kommt oft von Autoren der Vorwurf, der Leser oder der Kritiker sei „neidisch“. Noch viel schneller ist der Vorwurf bei der Hand, wenn es gar nicht um eine sachliche Argumentation geht, sondern um persönliche Angriffe. Ein Beispiel findet sich einen Eintrag tiefer, […]

Zensiert

Da das Syndiakt mir mit rechtlichen Schritten droht – weil ich es gewagt habe, eine öffentliche Beleidigung gegen mich öffentlich zu machen, dummerweise aber nicht nach einer Veröffentlichungsgenehmigung gefragt habe – muss ich den hier bislang stehenden Text entfernen. Die Kommentare bleiben stehen, zeigen sie doch auf erschreckende Weise, welche Sprache einige wenige deutschsprachige Krimiautoren […]

„Tannöd“: Klage wegen Urheberrechtsverletzung

Die → Frankfurter Rundschau berichtet heute, dass die Autorin des Bestsellers „Tannöd“, Andrea Maria Schenkel, mit einer Klage wegen Urheberrechtsverletzung rechnen muss. → Peter Leuschner, seines Zeichens Journalist, behauptet, Schenkel habe für ihren Roman Motive aus seinen beiden Büchern übernommen, die sich mit einem mysteriösen und bis heute ungeklärten → Sechsfachmord in → Hinterkaifeck beschäftigen. […]

Fakten gegen Fiktion

Richard Birkefeld und Göran Hachmeister: Deutsche Meisterschaft Lange Listen mit Danksagungen in Kriminalromanen erstaunen mich immer wieder. Sie erinnern mich an endlos erscheinendene Abspänne von Kinofilmen, die darüber informieren, wer der zehnte Kabelträger war und welche Catering-Firma Schauspieler, Kameramänner und Kabelhilfen verköstigt hat. Ganz so ausführlich ist die Danksagungsliste in dem zweiten Roman von Richard […]

„Ich beschreibe Realität“

Eine Begegnung mit Lena Blaudez Sie ist eine schlanke, große Frau mit einem wachen Blick. In elegantes Schwarz gekleidet kommt Lena Blaudez freundlich lächelnd auf mich zu. Für das Interview können wir uns in das leere und ruhige Hotelrestaurant zurückziehen. Angesichts der hoch politischen Bezüge ihrer zwei Kriminalromane „Spiegelreflex“ und „Farbfilter“, fällt der Einstieg ins […]

Power-Grrl in der Provinz

Christine Lehmann: Höhlenangst Für einen Besuch bei der Staatsanwaltschaft wirft sie sich schon mal in einen kurzen Schottenrock, dazu schwarze Strümpfe, Schnallenstiefel und eine schwarze Plastikjacke. Ihren alten Porsche nennt sie liebevoll „Bronte“. Sie ist hoffnungslos unmusikalisch und schaut Frauen gerne auf den Po: Lisa Nerz, arbeitslose Journalistin, ist ein Power-Grrl im beschaulichen Stuttgart. In […]

Mut und Humor gegen das Vergessen

Elisabeth Herrmann: Das Kindermädchen – „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.“ Diese oft zitierte Aussage von Hanns Joachim Friedrichs soll Journalisten zur Neutralität verpflichten. Doch wie sieht es mit Autorinnen und Autoren von Kriminalliteratur aus? Dürfen sie sich mit einer Sache „gemein“ machen, wenn sie allgemein für „gut“ befunden wird? Wo liegen die Grenzen zwischen Nichteinmischung und persönlicher Beteiligung? Elisabeth Herrmann ist Fernsehjournalistin und arbeitet für den RBB. Nun ist ihr zweiter Roman „Das Kindermädchen“ erschienen (zugleich ihr erster Krimi), in dem sie einen bedrückenden Aspekt deutscher Gegenwart und Vergangenheit behandelt. Es geht um die beschämende Verleugnung der Existenz von Zwangsarbeiterinnen in deutschen Familien im Dritten Reich.